Erzbischof Becker feierte Pontifikalamt zum Herbstliborifest und zum 125-jährigen Jubiläum des Paderborner Domchores

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte ein Pontifikalamt zum Herbstliborifest, bei dem der vergoldete Schrein mit den Reliquien des Heiligen Liborius in einer Prozession in den Hochchor überführt und dort ausgestellt wurde. In seiner Predigt trug Erzbischof Becker sein Hirtenwort zum Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn vor, das er am Vortag auf einem Diözesanen Forum in Kraft gesetzt hatte. Rechts im Bild eine Sonderanfertigung des bunten Kreuzes, welches zugleich das Logo des Zukunftsbildes ist.Foto: pdp Paderborn, 27. Oktober 2014. Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Sonntag im Hohen Dom zu Paderborn das traditionelle Pontifikalamt zum Herbstliborifest. Sein Hirtenbrief zum Diözesanen Forum 2014, bei dem er am Vortag das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn in Kraft gesetzt hatte, trug er im Gottesdienst vor. Die Heilige Messe wurde vom Paderborner Domchor gestaltet, der damit offiziell sein 125-jähriges Jubiläum beging. Der älteste der vier Chöre am Hohen Dom zu Paderborn, der in seiner heutigen Form 1889 als vierstimmiger Knabenchor gegründet wurde, sang die „Missa Papae Marcelli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Der Gottesdienst wurde von vielen Gläubigen unter katholisch.de via Live-Stream im Internet verfolgt.  

Aus Anlass des Diözesanen Forums, das am Samstag mit über 500 Teilnehmern in Paderborn stattgefunden und bei dem Erzbischof Hans-Josef Becker das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn in Kraft gesetzt hatte, trug der Paderborner Oberhirte den Hirtenbrief vor, der in den Sonntagsgottesdiensten in allen Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn verlesen wurde. Das Zukunftsbild beschreibe als Ergebnis des zehnjährigen Weges der „Perspektive 2014“, welche grundlegenden Haltungen und theologischen sowie pastoralen Leitmotive für die künftige Entwicklung der Kirche von Paderborn prägend seien, so Erzbischof Becker. Mit dem Zukunftsbild sei ein klarer Auftrag verbunden: „Ich bitte Sie alle, sich mit den Anliegen des Zukunftsbildes intensiv zu beschäftigen. Sie finden dort Orientierungspunkte für alles, was in den Pastoralen Räumen, in den Gemeinden, Gruppen, Gremien, in Verbänden und kirchlichen Einrichtungen zu entscheiden und zu gestalten ist.“

Alle Getauften stünden in der Verantwortung, das Leben der Kirche zu gestalten, fuhr Erzbischof Becker fort. Dazu sei ein verlässliches und verbindliches Miteinander nötig: „Im Wissen um die gemeinsame Berufung als Kirche von Paderborn können wir zuversichtlich in die kommenden Jahre hineingehen. Ich setze darauf, dass sich möglichst viele von Ihnen mit auf den Weg machen, das Zukunftsbild Schritt für Schritt ins praktische Leben unserer Diözese umzusetzen.“

Auf dem zehnjährigen Weg der „Perspektive 2014“ sei die Kategorie der „Berufung“ in den Vordergrund gerückt. Die Frage „Wozu bist du da, Kirche von Paderborn?“ beantwortete Erzbischof Becker mit den Worten: „Die Kirche von Paderborn ist erstens dafür da, Zeichen und Werkzeug der Liebe Gottes zu allen Menschen zu sein. Zweitens ist sie dazu berufen, die Kirche Jesu Christi zu sein. Vor uns liegt die große Chance, uns auf Jesus Christus neu auszurichten. Unser Umdenken muss gespeist sein aus der Bereitschaft, mehr in Jesus Christus hineinzuwachsen.“ Erzbischof Becker stellte zum Abschluss seines Hirtenwortes fest, dass sich mit dem Zukunftsbild ein Weg nach vorn eröffne: „Es wird ein Weg der Reflexion, des Gespräches und – das ist mir besonders wichtig – des Gebetes sein. Es geht auf diesem Weg darum, tiefer in die Berufung der Kirche hineinzufinden und dabei die persönliche Berufung zu leben.“

Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning gestaltete das Pontifikalamt zum Herbstliborifest mit Giovanni Pierluigi da Palestrinas „Missa Papae Marcelli“ und beging damit offiziell sein 125-jähriges Jubiläum. Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning gestaltete das Pontifikalamt musikalisch mit der „Missa Papae Marcelli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina und feierte damit gleichzeitig sein 125-jähriges Bestehen. Zum Abschluss der Heiligen Messe erinnerte der Paderborner Domchor mit dem Schlusschor „Singt dem Herren, alle Stimmen“ aus Joseph Haydns „Die Schöpfung“ noch einmal an sein von der Öffentlichkeit gefeiertes Jubiläumskonzert im Mai dieses Jahres, bei dem der Chor Joseph Haydns Oratorium aufführte. Der Festgottesdienst wurde aufgezeichnet und wird auf der Internetseite des Erzbistums Paderborn (www.erzbistum-paderborn.de) bereitgestellt werden. Im Anschluss an die Heilige Messe fand ein Empfang zum 125-jährigen Jubiläum des Paderborner Domchores im Konrad-Martin-Haus statt.  

Hintergrund: Herbstlibori

Das Erzbistum Paderborn gedenkt am Herbstliborifest der Rückführung der Reliquien des Hl. Liborius am 31. Oktober 1627. Diese waren in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1622 von Christian von Braunschweig bei der Plünderung des Paderborner Domes geraubt worden. Zu Beginn des festlichen Gottesdienstes im Hohen Dom wird der Goldene Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius in einer Prozession in den Hochchor überführt und dort aufgestellt.  

Hintergrund: Paderborner Domchor

Das zentrale Anliegen des in seiner heutigen Form 1889 gegründeten Paderborner Domchores ist die kirchenmusikalische Gestaltung der Liturgie im Hohen Dom zu Paderborn. Im Chor singen Jungen in den Stimmlagen Sopran und Alt sowie Erwachsene – teilweise ehemalige Sängerknaben – in den Stimmen Tenor und Bass. Das sind momentan 100 Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren und 35 Herren. Im Gründungsjahr 1889 waren es im Vergleich dazu rund 50 Stimmen. Das Repertoire reicht von Messen und Motetten über gregorianische Gesänge und historische Chormusik bis hin zu zeitgenössischen Werken.

Videodokumentation des Pontifikalamtes