„Mit fachlicher Kompetenz und persönlichem Einsatz“

Studiendirektor i. R. Peter Möhring aus Bad Driburg wurde als Mitglied der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn verabschiedet. Der Vorsitzende der Kommission, Dr. Georg Pahlke (vorne, rechts), dankte Möhring (vorne, links) für das große Engagement.pdp Paderborn, 27. Februar 2014. Studiendirektor i. R. Peter Möhring aus Bad Driburg wurde am Mittwoch als Mitglied der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn verabschiedet. Der ehemalige Schulleiter des Clementinums in Bad Driburg war seit 1999 Mitglied der Kommission, die „die politische und soziale Wirksamkeit der Katholiken im Erzbistum Paderborn im 20. Jahrhundert“ erforscht. Er hatte Erzbischof Hans-Josef Becker um Entpflichtung als Kommissionsmitglied gebeten. Von 1998 bis 2000 erarbeitete Möhring das Martyrologium des 20. Jahrhunderts für das Erzbistum Paderborn.

„In allen Jahren Ihrer Mitgliedschaft haben Sie sich mit Ihrer fachlichen Kompetenz und hohem persönlichen Einsatz in die Arbeit der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn eingebracht und an verschiedenen Projekten an herausgehobener Stelle mitgewirkt. Sie haben sich um die historische Aufarbeitung der jüngeren Geschichte der Kirche von Paderborn bleibende Verdienste erworben“, würdigte Erzbischof Becker das Engagement von Studiendirektor i. R. Peter Möhring in einem Schreiben.

Als Diözesanbeauftragter hat Möhring die Beiträge über die Märtyrer des Erzbistums Paderborn aus dem 20. Jahrhundert zum Martyrologium Germanicum geschrieben, das unter dem Titel „Zeugen für Christus“ im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde. Seinen Forschungen ist es zu verdanken, dass die Lebensbilder von Märtyrern, von Priestern, Ordenschristen und Laien aus dem Erzbistum Paderborn, die während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ihres Glaubens ihr Leben verloren hatten, aufgearbeitet und durch Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich sind. Zu dem Thema hat Möhring auch eine Ausstellung mit Informationstafeln konzipiert, die „während viereinhalb Jahren an zahlreichen Orten im ganzen Erzbistum Paderborn zu sehen war“, so der Vorsitzende der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn, Dr. Georg Pahlke.

1999 hatte der damalige Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt Studiendirektor i. R. Möhring zum Mitglied der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn ernannt. Im Forschungsprojekt der Deutschen Bischofskonferenz „Zwangsarbeit in der katholischen Kirche 1939 – 1945“ erarbeitete Möhring den Paderborner Teil gemeinsam mit den beiden Kommissionsmitgliedern Professor Ulrich Wagener und Dr. Markus Leniger. Die Forschungsergebnisse mit Informationen zur Geschichte von Zwangsarbeitern in katholischen Einrichtungen im Erzbistum Paderborn während des Zweiten Weltkriegs sind im Buch „Zwangsarbeit und Katholische Kirche 1939-1945 – Geschichte und Erinnerung, Entschädigung und Versöhnung“ dokumentiert, das 2007 erschien. Neben diesen „großen Werken“ von Möhring gebe es eine Vielzahl von Veröffentlichungen zur regionalen Kirchen- und kirchlichen Zeitgeschichte, vor allem auch umfangreiche Forschungsarbeiten zur Geschichte des Zisterzienserklosters Hardehausen.

Im Jahr 2009 wurde Studiendirektor i. R. Peter Möhring durch Papst Benedikt XVI. mit dem Silvesterorden ausgezeichnet und zum „Ritter des Ordens vom Heiligen Papst Silvester“ ernannt.  

Stichwort: Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn

Im Jahr 1978 rief der damalige Paderborner Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt die Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn ins Leben. Zum Vorsitzenden berief er Professor Ulrich Wagener. Erzbischof Degenhardt gab der Kommission den Auftrag, „die politische und soziale Wirksamkeit der Katholiken im Erzbistum Paderborn im 20. Jahrhundert zu erforschen“. In den ersten 25 Jahren ihres Bestehens stand vor allem die Aufarbeitung des Themenfeldes „Kirche und Nationalsozialismus“ im Erzbistum Paderborn im Zentrum der Kommissionsarbeit.

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Kommission formulierte Erzbischof Hans-Josef Becker die Aufgabe, die Spuren aus der Geschichte aufzunehmen und alles zu tun, damit das Zeugnis der Kirche in der Welt verstanden wird, nach Jahrhunderten ebenso wie in der jüngsten Geschichte. Derzeit arbeitet die Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn an einer Veröffentlichung zur Rezeptionsgeschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils im Erzbistum Paderborn. Der Sammelband soll 2015 erscheinen.