Macht und Ritual im Bild

40. Begegnung der Künstler

40. Begegnung der Künstler in Schwerte (v.l.): Prof. Dr. Stefanie Lieb, Fotokünstler Bernd Arnold, Prälat Theo Ahrens, Prälat Dr. Peter Klasvogt und Weihbischof Hubert Berenbrinker. pdpSchwerte / Erzbistum, 13. Januar 2014. Die Arbeiten des Fotokünstlers und Bildjournalisten Bernd Arnold standen am Samstag, 11. Januar, im Zentrum der „40. Begegnung der Künstler“ in der Katholischen Akademie Schwerte. Weihbischof Hubert Berenbrinker verfolgte zusammen mit rund 100 Künstlern und Kunstinteressierten aus dem Erzbistum Paderborn die Führung durch die Ausstellung „Macht und Ritual“ sowie den anschließenden Vortrag mit Diskussion.

Die besonderen Perspektiven in Bernd Arnolds sehr dunklen Schwarz-Weiß-Aufnahmen verweisen auf systemübergreifende Machtsymbole“, erläuterte Professorin Dr. Stefanie Lieb, Studienleiterin an der Katholischen Akademie Schwerte. Besonders Hände spielen als Motiv in Bernd Arnolds Fotografien eine Rolle: die Hand von Kardinal Meisner mit Bischofsring am geöffneten Fenster eines schwarzen Wagens, die Fäuste von Gerhard Schröder im Wahlkampf 2005 oder die Hand von Franz Josef Strauß am Rednerpult aus dem Jahr 1987. „Hände sind ausdrucksstark und lassen sich weniger verstellen und kontrollieren als der Ausdruck des Gesichts“, erklärte Bernd Arnold. Gesichter hingegen sind in Arnolds Bildern häufiger angeschnitten oder gar nicht zu sehen. Ein Stilmittel, das bei den Teilnehmern des Künstlertreffens zur Frage „Wo bleibt der Mensch?“ führte. Eine Antwort gab in der Diskussion Professor Dr. Christoph Schaden, Professor für Bildwissenschaft an der Technischen Hochschule Nürnberg: „Das analytisch-sezierende ist das, was wir in den Blick bekommen sollen.“ Bernd Arnolds Arbeiten eröffneten einen „neuen Blick auf gesellschaftliche Probleme, die wir bereits kennen oder zu kennen meinen“. Seine Bilder seien „visuelle Soziologie“. Neben den Motiven kirchlicher und politischer Rituale zeigen die Bilder auch Motive aus dem Nachtleben oder der Produktion von Fernsehsendungen.

Diskussion über die „Macht der Bilder“ (v.l.): Joachim Frank, Prof. Dr. Stefanie Lieb, Bernd Arnold und Prof. Dr. Christoph Schaden. pdp

In der Diskussion, an der auf dem Podium auch Joachim Frank, Chefkorrespondent der Mediengruppe DuMont, teilnahm, ging es darüber hinaus allgemein um die „Macht der Bilder“. Die Dokumentationsfunktion von Bildern sei durch die Möglichkeiten der Nachbearbeitung und durch den jeweiligen Kontext der Aufnahme in Frage gestellt, meinte Joachim Frank. Wichtig sei es daher die Vertrauenswürdigkeit der Quellen beurteilen zu können, aus der ein Bild stammt. Für Bernd Arnold ist eine Fotografie nie „objektiv“, sondern immer der Ausdruck einer subjektiven Haltung.

Der Fotografie sind in diesem Jahr noch zwei weitere Ausstellungen in der Katholischen Akademie gewidmet. Gezeigt werden Arbeiten von Axel M. Mosler und Christian Matuschek.

Weitere Informationen: www.akademie-schwerte.de