„Das Wohl der Domkirche und des Domkapitels fördern“

Dompropst Weihbischof Manfred Grothe führte den neuen Domkapitular Dr. Thomas Witt an seinen Platz im Chorgestühl des Paderborner Domes.pdp Paderborn, 7. September 2013. Dompropst Weihbischof Manfred Grothe führte am Samstag zu Beginn des Kapitelsamtes im Hohen Dom zu Paderborn Dr. Thomas Witt (46) in sein Amt als Domkapitular ein. Dem neuen Ehrendomherren Prälat Franz Hochstein überreichte der Dompropst die Ernennungsurkunde und das Kapitelskreuz. Erzbischof Hans-Josef Becker hatte Dr. Witt, Vorsitzender des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V., zum 1. August 2013 zum residierenden Domherren und damit zum Mitglied des Paderborner Metropolitankapitels, und Domvikar i. R. Prälat Franz Hochstein (84) am 23. Juli 2013, dem Gedenktag des Heiligen Liborius, zum Ehrendomherren an der Metropolitankirche in Paderborn ernannt. Dr. Witt ist damit Nachfolger von Weihbischof Manfred Grothe (74), dessen Sitz vakant geworden war, nachdem ihn das Metropolitankapitel zum Dompropst gewählt hatte.

Dompropst Weihbischof Manfred Grothe (l.) führte Dr. Thomas Witt als neuen Domkapitular und Prälat Franz Hochstein (r.) als neuen Ehrendomherren des Paderborner Metropolitankapitels ein. pdp Bei der Installierung wurde der neue Domkapitular in die Aufgaben und Pflichten seines Amtes eingewiesen. Dr. Thomas Witt sprach zunächst das Glaubensbekenntnis und legte danach einen Eid auf die Statuten des Metropolitankapitels ab. Dabei versprach Dr. Witt „den Nutzen und das Wohl der Domkirche und des Kapitels mit allen Kräften zu verteidigen, zu hüten und zu fördern“. Anschließend setzte ihm Dompropst Weihbischof Manfred Grothe sein Birett auf und sagte: „Da du durch das Versprechen die Statuten und Ordnungen unseres Kapitels anerkannt hast, führe ich dich durch das Aufsetzen des Biretts in das Amt eines residierenden Domkapitulars der Paderborner Metropolitankirche ein und nehme dich als Mitbruder auf“. Dem neuen Domkapitular wurde im Anschluss das Kapitelskreuz überreicht mit den Worten „Nimm hin das Kapitelskreuz, auf dass es dir Hinweis und Zeichen sei für die Festigkeit des Glaubens, den Fortschritt in guten Werken und ein Schutz gegen alle Angriffe des Bösen“. Zum Abschluss der Installierung führte der Dompropst den neuen Domkapitular zu seinem Platz im Chorgestühl des Hohen Domes.

Dompropst Weihbischof Manfred Grothe setzte Dr. Thomas Witt (Vorsitzender des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V.) das Birett auf als Zeichen seiner Aufnahme in das Domkapitel. Im Bildhintergrund: (v.l.) Weihbischof Matthias König, Domkapitular Professor Dr. Rüdiger Althaus.pdp Dompropst Weihbischof Grothe überreichte Domvikar i. R. Prälat Franz Hochstein die Ernennungsurkunde zum Ehrendomherren an der Metropolitankirche in Paderborn. Erzbischof Hans-Josef Becker hatte in seiner Ernennungsurkunde Prälat Hochstein gewürdigt: „Nach Seelsorgetätigen in Olpe und Elsen wurden Sie zum 1. Juni 1970 zum Domvikar am Hohen Dom zu Paderborn berufen. Seither bildet unsere Kathedralkirche den Mittelpunkt Ihres priesterlichen Dienstes, den Sie in Wahrnehmung wichtiger diözesaner Aufgaben in den vielen Jahren treu und zuverlässig geleistet haben. Über vier Jahrzehnte haben Sie mit zahllosen Gläubigen von Nah und Fern in der Bischofskirche die Eucharistie gefeiert und die anderen seelsorglichen Aufgaben im Umfeld unseres Domes mitgetragen und den Menschen die geistliche Dimensionen ihres Christseins in tiefer und ansprechender Form erschlossen. Sie haben sich in all diesen Jahren in besonderer Weise um die Domliturgie verdient gemacht.“ Dompropst Weihbischof Grothe setzte auch dem neuen Ehrendomherren Prälat Franz Hochstein das Birett auf und überreichte auch ihm das Kapitelskreuz. In seiner Einführung hatte Weihbischof Grothe daran erinnert, dass „Ehrendomherr“ ein nur selten verliehener Ehrentitel sei. Neben Prälat Hochstein würden ihn noch die aus Paderborn stammenden Bischöfe Erzbischof Paul Josef Kardinal Cordes (Rom), Bischof Dr. Paul-Werner Scheele (Würzburg) und Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) tragen, sowie ein Priester des Bistums Magdeburg, der frühere Bischof der Diözese Le Mans Erzbischof Georges Gilson und ein Priester aus dem Bistum Le Mans.

Der neue Domkapitular Dr. Thomas Witt und der neue Ehrendomherr Prälat Franz Hochstein feierten nach ihrer Einführung die Eucharistie im Hohen Dom.pdp Domkapitular Dr. Thomas Witt und der neue Ehrendomherr Prälat Franz Hochstein tauschten zum Abschluss mit allen anwesenden Mitgliedern des Domkapitels, den Emeriti und den Domvikaren den Friedensgruß als Zeichen der brüderlichen Gemeinschaft. Dann feierten sie die heilige Eucharistie. Nach der Eucharistiefeier begleitete das Domkapitel den neuen Domkapitular Dr. Witt in den Kapitelssaal, wo ihm sein Platz bei den Sitzungen des Metropolitankapitels zugewiesen wurde.

Dompropst Weihbischof Manfred Grothe hatte in seiner Ansprache zu Beginn des Gottesdienstes Dr. Thomas Witt als neuen Domkapitular und Prälat Franz Hochstein als neuen Ehrendomherren vorgestellt. Danach gab er einen Überblick über die Geschichte und Aufgaben des Domkapitels und erläuterte die einzelnen Schritte der feierlichen Einführung.

Zum Paderborner Metropolitankapitel gehören der Dompropst, der Domdechant, acht in Paderborn residierende Domkapitulare und vier nichtresidierende Domkapitulare, die zugleich Pfarrer sind. Das Kapitel trägt Sorge für die Liturgie im Hohen Dom. In dem Fall, dass der erzbischöfliche Stuhl durch Rücktritt oder Tod des Bischofs unbesetzt ist (Sedisvakanz), wählt das Metropolitankapitel den neuen Erzbischof. Als so genanntes Konsultorenkollegium bestimmt es den Diözesanadministrator, der während einer Sedisvakanz das Erzbistum leitet; außerdem hat es als Konsultorenkollegium ein Beispruchsrecht in bestimmten Vermögensangelegenheiten des Erzbistums.

Domkapitular Dr. Thomas Witt wurde 1966 in Herne geboren. Nach Abschluss seines Theologiestudiums wurde er 1992 zum Diakon und 1993 zum Priester geweiht. Nach vierjähriger Tätigkeit als Stadtkaplan in Brilon wurde er 1997 zum Subregens am Erzbischöflichen Priesterseminar in Paderborn ernannt. 1998 bis 2002 war er Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär von Erzbischof Johannes Joachim Kardinal Degenhardt. 2001 promovierte er zum Doktor der Theologie. 2002 ernannte ihn Erzbischof Becker zum Pfarrer der Pfarrei St. Johannes Baptist in Delbrück. Zusätzlich wurde er 2003 Leiter des Pastoralverbundes Delbrück und Sudhagen sowie 2006 Dechant des Dekanates Büren-Delbrück. 2012 übernahm der die Leitung des Pastoralen Raumes Delbrück. Im März 2013 ernannte ihn Erzbischof Becker zum Vorsitzenden des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V.

Ehrendomherr Prälat Franz Hochstein wurde 1928 in Lütringhausen geboren und empfing am 11. März 1967 im Hohen Dom zu Paderborn die Priesterweihe. Seine erste Vikarsstelle trat er in Paderborn-Elsen an, wo er von Oktober 1967 bis zum Januar 1968 als Pfarrverwalter wirkte. Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger berief ihn 1970 zum Domvikar am Hohen Dom zu Paderborn. 1972 ernannte ihn der Erzbischof zum Diözesanfrauenseelsorger und gleichzeitig zum Präses der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Erzbistum Paderborn. Diesen Dienst versah er bis 1993. 1993 wurde er zum Diözesansekretär des Bonifatiuswerkes im Erzbistum Paderborn ernannt. In dieser Funktion wirkte er bis zum Jahre 1999. Von 1979 bis 2005 war er Beauftragter für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Gottesdienstübertragungen und geistlichen Worte aus dem Erzbistum. Papst Paul VI. ernannte ihn 1978 zum päpstlichen Ehrenkaplan, Papst Johannes Paul II. 1986 zum päpstlichen Ehrenprälaten. Im Erzbischöflichen Offizialat fungiert er seit 2002 als Offizialsnotar. 2008 wurde er aus dem Dienst des Domvikars verabschiedet.