„Gläserne Spuren“ im Hohen Dom hinterlassen

Erzbischof Hans-Josef Becker, Wilhelm Buschulte und der damalige Dompropst Dr. Wilhelm Hentze bei der Begutachtung der neuen Fenster im Paderborner Dom im Oktober 2007.Foto: pdp Paderborn / Unna, 5. April 2013. Am Gründonnerstag verstarb einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Glasmalerei im Alter von 89 Jahren: Wilhelm Buschulte. In Unna geboren ist der Künstler seiner Heimatstadt bis zu seinem Tode treu geblieben, dennoch strahlt ebenso in vielen anderen Städten das Licht nach seinem Tode durch seine Werke hindurch. Auch in Paderborn hat Wilhelm Buschulte bleibende künstlerische Spuren hinterlassen.  

Die Kirchenfenster, die Wilhelm Buschulte an vielen Orten in Deutschland geschaffen hat, zeugen von der tiefen Religiosität des Künstlers sowie von seiner großen Vertrautheit mit der Heiligen Schrift. Zu den bedeutendsten Werken des bekannten Künstlers, der am 1. November 1923 in Unna-Massen geboren wurde, zählen vor allem Kirchenfenster in der Frankfurter Paulskirche, im Aachener Kaiserdom, in der Päpstlichen Nuntiatur in Berlin oder im Dom St. Patrokli in Soest – und nicht zuletzt im Hohen Dom zu Paderborn.

Das Fenster mit den Patronen Europas an der Nordseite.Foto: A. HoffmannNach den Zerstörungen am Paderborner Dom während des Zweiten Weltkrieges war das Westwerk des Domes lediglich mit einer Notverglasung ausgestattet worden. Um diese „Notlösung“ zu beheben, beauftragte das Paderborner Metropolitankapitel Wilhelm Buschulte im Jahr 2007 mit den Entwürfen für neue Fenster im Westbau. Seitdem schmücken die nach den Entwürfen des Künstlers von der Paderborner Glasmalerei Peters gefertigten Fenster den Hohen Dom zu Paderborn.

Farbenfroh und aquarellartig-dezent zugleich sind die Buschulte-Fenster längst zu einem „modernen Markenzeichen“ des Paderborner Domes geworden: Zwei Marienfenster zeigen die Themen „Mariä Verkündigung“ und „Mariä Heimsuchung“, zwei jeweils dreiteilige Fenster stellen die Patrone Europas dar und zwei schlichte Fenster in unmittelbarer Nähe der Orgel runden den Zyklus ab.

Das Fenster mit den Patronen Europas auf der SüdseiteFoto: A. HoffmannEin Fenster mit den Patronen Europas findet sich auf der Nordseite des Westbaus. Zu sehen sind hier die heilige Edith Stein, darüber die heilige Birgitta von Schweden sowie die heilige Katharina von Siena, abgeschlossen durch eine Darstellung des Auferstehungsmotivs der drei Frauen mit dem Engel am Grab Jesu. Das andere Fenster auf der Südseite zeigt den heiligen Benedikt von Nursia unter den beiden Slawenaposteln – dem heiligen Cyrill und dem heiligen Methodius – sowie eine Abbildung des Regenbogens mit der Taube als Thematisierung des Bundes Gottes mit den Menschen.

Schon vor seiner Arbeit für den Hohen Dom zu Paderborn ehrte das Erzbischöfliche Diözesanmuseum Paderborn Wilhelm Buschulte im Sommer 2005 mit einer Werk-Retrospektive des Künstlers: In einem halben Jahrhundert hatte Wilhelm Buschulte damals bereits ein Werk von über 500 Kirchenfensterzyklen geschaffen.