„Ein neues Kapitel der Kirchengeschichte“

Medienvertreter kamen mit Erzbischof Hans-Josef Becker bei einem Pressegespräch ins Gespräch über den neuen Papst Franziskus. Pressesprecher Ägidius Engel (l.) moderierte das Gespräch. Paderborn, 14. März 2013. Erzbischof Hans-Josef Becker hat die Wahl Erzbischof Jorge Mario Kardinal Bergoglios SJ zum neuen Papst als „denkwürdigen Schritt“ bezeichnet. In einem Pressegespräch in Paderborn verwies er darauf, dass Papst Franziskus in dreifacher Hinsicht etwas Neues bringe: Zum ersten Mal trage das Oberhaupt der katholischen Kirche den Namen Franziskus, zum ersten Mal sei ein Jesuit Papst geworden, zum ersten Mal stamme dieser aus Lateinamerika. „Die Nachdenklichkeit, die schlichte Offenheit, die demütige Mimik, die ich gestern beobachten konnte, machen mir Papst Franziskus sehr sympathisch“, sagte Erzbischof Becker. „Hier geht ein Mensch auf Menschen zu.“

Nach dem ebenfalls spektakulären Rücktritt des emeritierten Papstes Benedikt XVI. werde nun mit dem ersten nicht-europäischen Papst ein neues Kapitel in der Kirchengeschichte aufgeschlagen, fuhr der Erzbischof fort. Er vermute, dass dadurch ein anderes Klima in die Atmosphäre der Weltkirche einziehen werde.

Erzbischof Hans-Josef Becker hat die Wahl Erzbischof Jorge Mario Kardinal Bergoglios SJ zum neuen Papst als „denkwürdigen Schritt“ bezeichnet. "Der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires hat den Ruf, mit seinem bescheidenen Auftreten und gleichzeitigen kraftvollen Predigten eine starke Wirkung zu entfalten“, so Erzbischof Becker. „So zurückhaltend er im persönlichen Auftreten erscheint, umso nachdrücklicher wird sein Einsatz für die Armen und für soziale Gerechtigkeit beschrieben." Der neue Papst habe den Namen „Franziskus“ daher bestimmt nicht zufällig ausgewählt. Es sei zu erwarten, dass er sich auch als Papst für mehr Gerechtigkeit und gegen die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich einsetzen werde.

Der erste Auftritt des neuen Papstes auf dem Balkon des Petersdoms habe ihn sehr berührt, sagte Erzbischof Becker. "Tief beeindruckt hat mich, dass Papst Franziskus es gelungen ist, Hunderttausende von Menschen zum stillen Gebet zu vereinen. Das lässt mich stark hoffen!" Er verwies darauf, dass Papst Franziskus gut Deutsch spreche: „Dies wird die künftige Kommunikation mit dem deutschen Episkopat erleichtern. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“