1.400 Schülerinnen und Schüler bei Paderborner Domwallfahrt

In einem eindrucksvollen Pilgerzug zogen die jungen Wallfahrer gemeinsam mit Weihbischof Manfred Grothe zum Hohen Dom.Paderborn, 6. Juli 2012. Da hat sich doch so mancher Besucher des Doms gewundert, als am Mittwoch 1.400 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern feierlich in den Paderborner Dom einzogen, um mit Weihbischof Manfred Grothe einen Gottesdienst zu feiern: Die Sechstklässler aus den 15 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn waren der Einladung von Erzbischof Hans-Josef Becker zur Domwallfahrt nach Paderborn gefolgt, die bereits zum zweiten Mal statt fand. Das Motto: „Zu den Quellen“ – und das nicht nur im wörtlichen Sinne als Pilgerweg an die Quellen der Pader.  

Die Wallfahrt hatte am Morgen vor den Toren Paderborns begonnen: Die Schülerinnen und Schüler aus elf Orten des Erzbistums waren vom Heinz-Nixdorf-Museums-Forum an der Pader entlang in einem gemeinsamen Pilgerzug zu einer Statio auf dem Schulhof der Schulen St. Michael gezogen, wo Weihbischof Manfred Grothe sie bereits erwartete. Mit Krügen schöpften die Wallfahrer Wasser aus den Quellen der Pader, das Weihbischof Manfred Grothe segnete. Zur Erinnerung an ihre Taufe wurden die Kinder mit diesem Weihwasser besprengt.

Im Anschluss an die Statio setzte sich der Pilgerzug gemeinsam mit Weihbischof Grothe in Richtung Dom in Bewegung. Der Gottesdienst verdeutlichte in einer eindrucksvollen Atmosphäre die Pilgergemeinschaft: Als Zeichen der Verbundenheit brannten Kerzen aller 15 teilnehmenden Schulen auf dem Altar des Hohen Doms. Musikalisch begleiteten den Gottesdienst das Blasorchester des Gymnasiums Brede (Brakel) sowie die Mädchenkantorei des Domes unter der Leitung von Gabriele Sichler-Karle.

Die Kerzen und Fahnen der 15 Schulen setzten im Dom ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft.Weihbischof Manfred Grothe ermunterte die Schülerinnen und Schüler in seiner Predigt, nach den Kraftquellen für ihr Leben zu suchen. Er nahm Bezug auf das Evangelium vom Sturm auf dem See Genezareth: „Manchmal wird die See unseres Lebens unruhig, etwa durch eine zerbrochene Freundschaft oder eine bedrängende Krankheit. Dann sind wir oft mit unseren Möglichkeiten am Ende. Was trägt uns in diesem Augenblick?“, fragte Weihbischof Grothe und lieferte sofort die Antwort: „Wir dürfen auf Jesus vertrauen. Er ist die Quelle, aus der wir leben können.“

Für den Nachmittag hatte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit seinen Mitgliedsverbänden ein attraktives Programm auf dem Freigelände des Leokonvikts vorbereitet – vom Klettern auf der Jakobsleiter in 15 Meter Höhe über Balancieren auf einer Slack-Line bis hin zum Fußballspielen im Menschenkicker. Zudem bot der Malteserhilfsdienst ein „Zelt der Stille“ an, das Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit nahm Interessierte mit auf eine „Traumreise“ und das Referat Lehrerpastoral ermöglichte Lehrerinnen und Lehrern Ruhe und Besinnung in einer „Lehreroase“.

Weihbischof Manfred Grothe überreichte den jungen Pilgern als Andenken ein Holzkreuz.Als Andenken an die Domwallfahrt erhielten die Mädchen und Jungen kleine Holzkreuze: Geschmückt mit dem Bild des Pfaus als Zeichen für den Bistumspatron Liborius werden diese Pilgerzeichen die Schülerinnen und Schüler in den kommenden Ferienwochen und in der weiteren Schulzeit an diesen Tag erinnern.  

Hintergrund: Domwallfahrt
Die Domwallfahrt der 6. Klassen aller Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn findet 2012 zum zweiten Mal am Ende des Schuljahres statt. Die Domwallfahrt nimmt Bezug auf das Leitbild der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn „Miteinander lernen, leben, glauben“. Es sieht unter anderem vor, die Verbindung von Schule und Kirche am Ort (Erzbistum, Dekanat, Pfarrei, pastoraler Raum) zu stärken. Prägend für die Domwallfahrt ist der Gedanke des Pilgerns, unter anderem mit dem Gebet am Grab des Bistumspatrons, dem Hl. Liborius. In Gottesdienst und Begegnung erfahren sich die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise als (Weg-) Gemeinschaft. So setzen sie das Leitbild der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums um und lassen es erfahrbar werden.