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Vortragsabend: Wie Unternehmen mit Produkten traditionelle Rollenklischees festigen

14.Mai 2019 19:00 Uhr 21:00 Uhr - Ursulinengymnasium Werl, Schloßstraße 5, 59457 Werl

Vortrag Zeigen viele Bilder und Beispiele: Autorin Almut Schnerring und Autor Sascha Verlan (v.l.) verdeutlichen den Einfluss von Werbung, Produktdesign und Mediengestaltung im privaten und beruflichen Alltag.kfd-Diözesanverband/Tina Umlauf„Die Rosa-Hellblau-Falle“ lauert schon im Kinderzimmer. Wie Unternehmen mit Produkten traditionelle Rollenbilder festigen, beschreiben Almut Schnerring und Sascha Verlan in ihrem gleichnamigen Buch. Die Autorin und der Autor sind Referenten eines Vortragsabends, zu dem der Diözesanverband Paderborn der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am Dienstag, 14. Mai, um 19 Uhr, in das Ursulinengymnasium Werl, Schloßstraße 5, 59457 Werl, einlädt. Die Allgegenwart von Rollenklischees verdeutlichen sie allen interessierten Frauen und Männern anhand von vielen Bildern und Beispielen. Sie zeigen den Einfluss von Werbung, Produktdesign und Mediengestaltung im privaten und beruflichen Alltag auf. Die Kosten betragen 10 Euro. Bei einer Gruppe von elf Personen zahlen nur zehn Gäste. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Die Vereinbarkeitsdebatte macht ungleiche Bezahlung, gläserne Decke und unfaire Verteilung der Familienarbeit immer wieder bewusst. Viele wünschen sich mehr Männer in Kitas, mehr Väter in Teilzeit, mehr Frauen im Mint-Bereich und mehr weiblich besetzte Führungspositionen. Trotzdem wird nur selten der Rückschluss zu den stereotypen Rollenbildern gezogen. Sie sind im Alltag allgegenwärtig, werden aber kaum mehr wahrgenommen. Besonders Kinder und Jugendliche erreichen diese Botschaften ungefiltert: Monstertee für Jungs und rosa Überraschungseier nur für Mädchen, Glitzerprinzessinnen und Squad-Uniformen an Karneval, Blümchenkleider im Gegensatz zu Dinosaurier-Shirts, Apps für Mädchen rund um Schönheit und Mode einerseits und Cyber- und Roboterwelten für Jungs auf der anderen Seite. All das erweckt den Eindruck, dass Jungen und Mädchen in zwei Welten leben, unterschiedliche Interessen haben und von Geburt an andere Fähigkeiten mitbringen. Mädchen werden zunehmend auf Schönheit und Haushalt reduziert. Aus diesen Lebensbereichen werden Jungen ausgeschlossen. Für sie sind Puppen und der Carebereich tabu. Dazu kommen stereotype Aufgabenzuweisungen im Berufsleben und im Alltag, versteckte Hierarchien in Stellenanzeigen, mangelnde Repräsentation von Frauen in der Entscheidungsfindung sowie klischeehafte Erwartungshaltungen in Teamsitzungen. „Heute sind wir doch längst weiter“, lautet der Konsens. Die Rückentwicklung wird oft nur von jenen wahrgenommen, die dadurch benachteiligt werden.