"Ohne Bildung findet keine Entwicklung statt"

Erzbischof aus Madagaskar zu Gast im Warburger Land

Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder begrüßt Erzbischof Marc Benjamin Ramaroson in der neuen Kirche in Hardehausen. Als Dolmetscherin fungiert Dagmar Feldmann aus Bonenburg.privatWarburg/Hardehausen, 21. Februar 2018. In der vergangenen Woche war Erzbischof Marc Benjamin Ramaroson aus Madagaskar zum dritten Mal zu Besuch im Warburger Land. Anlass genug für einige junge Madagassen, die in Deutschland leben, und einige Deutsche, die bereits in Madagaskar waren, ebenfalls zu kommen und Informationen und Ideen auszutauschen.

Zweimal feierte Bischof Benjamin die heilige Messe: In der Bonenburger Pfarrkirche mit Pastor Gerhard Pieper und in der Klosterkirche Hardehausen mit dem Leiter des Jugendhauses Stephan Schröder. Dabei sprach er in seiner Predigt über den Sinn der Fastenzeit, in der die Menschen aufgerufen seien, das Böse durch das Gute zu überwinden und sich dabei von Gott stärken zu lassen. Ganz konkret erläuterte er die Herausforderungen vor denen seine Diözese Antsiranana (auch Diego genannt) im Norden von Madagaskar steht: Bildung, Gesundheit, Umweltschutz, Laien stärken, Familie und Jugend. „Ohne Bildung findet keine Entwicklung statt. Daher bietet die Kirche in ihren Schulen Bildung im umfassenden Sinne und auf hohem Niveau an.“, so der Erzbischof.

Das Erzbistum Paderborn habe gerade erst eine Schule in einer entlegenen Gegend seiner Diözese finanziert. Gesundheit beginne zunächst bei hygienischen Bedingungen und daher sei Brunnenbau auch schon Gesundheitsfürsorge. Viele Kinder sterben, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Kirche errichte „im Busch“ eine Reihe von Basisgesundheitsstationen, damit möglichst viele Menschen im Krankheitsfalle behandelt werden können. Mit dem Projekt „Grüne Diözese“ sollen der Umweltschutz und die Bewahrung des reichhaltigen Naturerbes unterstützt werden. Im Bistum Antsiranana gibt es noch große zusammenhängende Regenwälder, die aber durch Buschfeuer sowie illegalen Holzexport gefährdet sind.

Der Bischof lud ein, am 15. April zur Seligsprechung von Lucien Botovasoa nach Madagaskar zu kommen. Ganz bewusst werde ein „Laie“ selig gesprochen, der für seinen Glauben sein Leben geopfert hat. Die gesamte Pastoral hat Bischof Benjamin auf die Familie und Jugend ausgerichtet, denn die Familien seien „Kirche im Kleinen“, hier wachse der Glauben. „Mein großer Wunsch ist es, dass die jetzige Generation eine Generation der Aufbauenden und nicht der Zerstörenden sein wird.“, schloss der Bischof jeweils seine Predigt in Bonenburg und in Hardehausen und dankte für die großherzige Unterstützung durch die Menschen im Erzbistum Paderborn.

Die Gottesdienstbesucherinnen und –besucher zeigten sich begeistert und spendeten im Rahmen einer Türkollekte jeweils mehr als 500 Euro für die Arbeit in Madagaskar.

Die Partnerschaft zwischen den Bistümern besteht inzwischen seit dem Jahr 2010, als sich Weihbischof König und Bischof Benjamin bei einer deutsch-afrikanischen Bischofskonferenz in München kennen lernten. Damals war der erste Missionar auf Zeit aus Madagaskar, Tafitasoa Bertrand Ogilvie, auf dem Jugendbauernhof in Hardehausen beschäftigt. Nach seiner Rückkehr begann er mit Bischof Benjamin für die Grüne Diözese zu arbeiten. Im letzten Sommer war eine kleine Delegation zu Besuch in Madagaskar und konnte sich von den vielen Nöten der Madagassen aber auch von der bewundernswerten Lebensfreude und der einzigartigen Natur ein Bild machen.