Größtes Glockenkonzert seiner Art findet in Soest

Programm ab dem 27. Juli

Soest, 3. Juli 2018. Soest besitzt nach Bamberg einen der umfangreichsten historischen Glockenbestände in Deutschland. Herausragend ist hier unter anderem die Anzahl von sechs mittelalterlichen Glockentürmen und drei Kapellen mit rund 40 Glocken des 12. bis 21. Jahrhunderts im Gebiet der Soester Altstadt. Eine besondere Bedeutung hat dabei der St. Patrokli-Dom, in dessen Turm sich alleine noch fünf mittelalterliche Glocken befinden.

So entstand 2016 die Idee erstmals ein Glockenkonzert mit dem gesamten historischen Geläut der Stadt vorzubereiten. Im  Vordergrund stehen dabei Handläutetechniken, die in Westfalen eine lange Tradition haben, aber seit der Automatisierung der Glockentürme ab den 1920er Jahren in Vergessenheit geraten sind. Die Mitglieder der einzelnen Läutemannschaften präsentieren dabei verschiedene Techniken, wie dass Beiern und Zusammenläuten, die viel Erfahrung und langes Üben erfordern. Dabei wird das Konzert komplett ehrenamtlich getragen.

Vom Konzertleiter bis zum einzelnen Glöckner opfern allen Beteiligten ihre Freizeit um den Zuhörern dieses einmalige Klangerlebnis zu bieten. Standen beim ersten Konzert 2016 nur die Glocken der Soester Altstadt im Focus, werden in diesem Jahr beim Ringläuten und dem abschließenden Plenum auch die anderen Glocken der Stadt zu hören sein. Dabei werden 48 Glocken ertönen. Noch einen Schritt weiter geht das Konzert, indem es mit der Kirche in Westönnen erstmals Glocken außerhalb des Stadtgebiets mit einbezieht. Diese werden am Samstagabend nach einer Andacht in St. Cäcilia erklingen.

Denn Soest ist das Zentrum einer einzigartigen Glockenlandschaft im Herzen Westfalens. Insgesamt sind am Konzertwochenende 61 Glocken beteiligt. Damit zählt das Konzert zu den größten Glockenkonzerten und ist in seiner Art in Deutschland einzigartig. Die größte Glocke im Konzert wiegt 5,8 t, alleine auf der Klöppel der Patroklusglocke kommen 120 kg, während die kleinste Glocke nur 30 kg auf die Waage bringt. Darüber hinaus bietet die älteste Glocke aus dem 12. Jahrhundert die Besonderheit, dass Teile ihrer Gussform archäologisch ergraben und im städtischen Museum ausgestellt sind. Die jüngste Glocke, die Allerheiligenglocke von 2015, ist nicht so schmucklos, wie ihre älteste Schwester, die im gleichen Turm nur ein paar Meter entfernt hängt. Auf ihr ist als prächtiges Fries die fünfte Jahreszeit der Stadt Soest verewigt, die Allerheiligenkirmes.

Programm
Freitag, 27. Juli 2018, 18:45 Uhr Ringläuten um die Altstadt (Heilig Kreuz, St. Albertus Magnus, St. Bruno, St.Johannes, St. Matthias in Meiningsen, St. Andreas in Ostönnen);
19:30 Uhr Vortrag zum Glockenkonzert; Johannes-Gropper-Saal im Patroklus-Haus
Samstag, 28. Juli 2018, 17:30 Uhr Vorabendmesse in  St. Cäcilia in Westönnen; davor und anschließend Beiern, Zusammenläuten und Plenum.
Sonntag, 29. Juli 2018 Das  Glockenkonzert ist als Wandelkonzert konzipiert. Nach jedem Programmpunkt wechselt das Publikum zum nächsten Veranstaltungsort.
15:45 Uhr Anläuten  Brunsteinkapelle
16:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst in St.Petri
16:30 Uhr Beiern, Zusammenläuten und Plenum von St. PetriÜbergang zu St. Patrokli
16:55 Uhr Beiern, Zusammenläuten und Plenum von St. Patrokli
Übergang zur Reformierten Kirche Alt-St. Thomä über die Thomästraße (dabei Läuten der Nikolaikapelle und Neu-St. Thomä)
17:40 Uhr Beiern und Plenum der Reformierten Kirche Alt-St. ThomäÜbergang zu St. Maria zur Wiese über Thomästraße, am Damm und Wiesenstraße (dabei Läuten der Nikolaikapelle und St. Maria zur Höhe)
18:20 Uhr Einzelläuten und Plenum von St.Maria zur Wiese
18:30 bis 18:50 Uhr städtisches Plenum  

Veranstalter sind die christlichen Kirchengemeinden der Stadt Soest, Kirchengemeinde St. Cäcilia in Westönnen KonzertleitungStephan Haverland.  Fachliche Beratung: Dr. Gerhard Best und Theo Halekotte (Glockensachverständige und Beauftragte für das Glockenwesen im Erzbistum Paderborn) und  Claus Peter (Glockensachverständiger der Evangelischen Kirche von Westfalen und des Landeskonservators für Westfalen-Lippe)