Ausstellung: „Franz Stock - Versöhnung durch Menschlichkeit“

Die Wanderausstellung über das Leben von Abbé Franz Stock macht vom 4. bis 18. März Station in der Pfarrkirche St. Katharina in Unna.Franz-Stock-Komitee

Unna, 2. März 2018. In einer eindrucksvollen Ausstellung stellt die Kirchengemeinde St. Katharina in Unna das Leben des aus dem Erzbistum Paderborn stammenden Abbé Franz Stock und die Auswirkungen seines Wirkens auf die deutsch-französische Aussöhnung dar. Diese Ausstellung ist vom 4. bis 18. März 2018 in der Kirche St. Katharina zu sehen. Die Ausstellung kann vor und nach den Messen sowie zu den Zeiten der Offenen Kirche immer dienstags und freitags von 10-12 Uhr sowie von 15-17 Uhr besucht werden.      

Die in der Kirche St. Katharina in Unna gezeigte Wanderausstellung besteht aus drei großen Ausstellungswänden und zwei Roll-Ups. Per Smartphone können kurze begleitende Filme oder auch französische und englische Übersetzungen abgerufen werden. Am Freitag, 16. März 2018, findet um 19.30 Uhr im Katharinentreff der Vortrag „Franz Stock und der lange Weg nach Europa“ mit dem Referenten Thomas Bertram, Stellvertretender Vorsitzender des Franz-Stock-Komitees für Deutschland, statt.      

Franz Stock wurde 1904 in Arnsberg-Neheim (Westfalen) geboren. Er wurde sehr durch den Ersten Weltkrieg und durch die Zeit danach mit ihren politischen und ökonomischen Wirren geprägt. Parallel zu seiner religiösen Berufung beschloss er, sich für die Völkerverständigung einzusetzen, insbesondere zwischen der deutschen und französischen Jugend. Nach Studienaufenthalten in Frankreich und Reisen in frankophone Gebiete wurde er 1934 zum Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Paris bestellt. Diese Tätigkeit setzte er – nach kurzer Unterbrechung wegen des Kriegsausbruches –1940  fort.      

Als der Seelsorger der Gefängnisse von Paris und der Hinrichtungsstätte auf dem Mont Valérien während der nationalsozialistischen Besatzungszeit ist er in die Geschichte eingegangen. Franzosen gaben ihm die Bezeichnung “L’Archange en enfer - Der Erzengel in der Hölle”. Er hat unsägliches Elend gelindert, über tausend von der Besatzungsmacht Verurteilte auf den Tod vorbereitet und sie bis zum Ende – bis zur Hinrichtungsstätte – begleitet. Neben dieser an sich schon harten und leidvollen Tätigkeit benachrichtigte er insgeheim die Familien der Gefangenen. Und er warnte, wo es möglich war, die Widerstandskämpfer vor den ihnen drohenden Gefahren. Heute ist der Platz vor dem “Mémorial de la France Combattante”, das an den Widerstand der Franzosen gegen die deutsche Besatzungsmacht erinnert, nach Abbé Franz Stock benannt.      

Als 1945 seine Gesundheit nach den Kriegsjahren schwer angegriffen war und er in die Heimat hätte zurückkehren können, nahm er eine neue Aufgabe an: die Gründung und Leitung eines Seminars besonderer Art im Kriegsgefangenenlager in Le Coudray bei Chartres, in dem in Gefangenschaft geratene deutschsprachige Priester und Seminaristen zusammengeführt wurden. So ist das “Stacheldrahtseminar” entstanden, wo von 1945 bis 1947 rund 1000 junge Menschen auf ihre zukünftigen Aufgaben in einem neuen Europa vorbereitet wurden. Heute befindet sich in dem historischen Gebäude die „Europäische Begegnungsstätte Franz Stock Chartres“.      

Das Seligsprechungsverfahren für Franz Stock wurde am 14. November 2009 durch Hans-Josef Becker, Erzbischof von Paderborn, eröffnet. 2013 wurde das Verfahren auf diözesaner Ebene beendet und die in diesem Prozess generierten Unterlagen und Akten in einem versiegelten Kasten nach Rom geschickt. Dieser wurde dort am 24. Februar 2014, dem 66. Todestag Franz Stocks, geöffnet und damit das römische Verfahren zur Seligsprechung Franz Stocks begonnen.      

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron erinnerte erst Anfang 2018 an Franz Stock, “der so viel für die Annäherung zwischen Franzosen und Deutschen getan hat". 2018 jährt sich der 70. Todestag von Abbé Franz Stock.      

Weitere Informationen unter www.franz-stock.de