Olper Agatha-Feierlichkeiten standen im Zeichen des Stadtjubiläums

Beim Hochamt am Sonntagmorgen sprachen Bürgermeister und Mitglieder des Stadtrates den traditionellen Text des Gelübdes zum Agatha-Tag.Foto: DunkerOlpe, 15. Februar 2011. Ganz im Zeichen der 700-Jahr-Feier der Stadt standen in diesem Jahr die traditionellen Agatha-Feierlichkeiten am ersten Februar-Wochenende in Olpe. Ein festliches Gemeinschaftskonzert des Musikvereins Rehringhausen, des Männgergesangverein (MGV) „Liederkranz“ aus Oberveischede und des Organisten Dieter Moers in der katholischen St.-Martinus-Pfarrkirche bildete den Auftakt zu dem Fest.  

Anlässlich des Stadtjubiläums fand anschließend eine pyrotechnische Simulation des verheerenden Olper Stadtbrandes aus dem Jahre 1795 statt. Schauplatz der Illumination war der Bereich von der Volksbank Olpe an (wo das Feuer damals seinen Anfang nahm), die erhaltenen Teile der historischen Stadtmauer zwischen Engelsturm und Ehrenmal im Weierhohl sowie die katholische St.-Martinus-Kirche. Nach Angaben der Stadtverwaltung verfolgten rund 5.000 Zuschauer ab 21 Uhr dieses Schauspiel. 

„Zur Olper Stadtgeschichte gehören auch schlimme Ereignisse wie die verheerenden Stadtbrände in den Jahren 1634 und 1795“, erklärte Sigrid Mynar vom Organisationskomitee zum Stadtjubiläum „Damals wurde fast die ganze Stadt ein Raub der Flammen. Schon 1665 schworen die Gläubigen deshalb den Agatha-Tag am 5. Februar mit Gebeten, Fasten und Almosengeben zu begehen“. Und Josef Wermert vom Stadtarchiv Olpe ergänzt: „Dieses Gelübde wurde seitdem alljährlich abgelegt, nur in der Zeit des Dritten Reiches stellvertretend vom Kirchenvorstand der St.-Martinus-Pfarrei Olpe.“  

Am Sonntag standen der amtierende Bürgermeister Horst Müller sowie die anderen Olper Ratsmitglieder am Sonntag (6. Februar) beim Hochamt um den Altar der St.-Martinus-Kirche und sprachen Pfarrer Clemens Steiling den Text des Gelübdes nach, den dieser aus einem historischen Originaldokument vorlas. Am Abend predigte der in Olpe geborene Pfarrer i. R. Richard Rademacher in St. Martinus. Er erinnerte daran, dass auch heute so manche Kommune im übertragenen Sinne „abgebrannt“ sei und in vielen Fällen die Solidargemeinschaft der Bürger vonnöten sei. Im Anschluss zogen zahlreiche Priester zusammen mit hunderten Gläubigen und der Feuerwehrkapelle in einer Lichterprozession durch die festlich geschmückte Olper Innenstadt.  (Text und Bild: Andreas Dunker)