65 Jahre katholische Ehe-, Familie- und Lebensberatung in Dortmund

Das Team der Beratungsstelle für Ehe,-Familien- und Lebensfragen in Dortmund (v.l.): Silke Klute, Christiane Deutscher, Christina Kopshoff, Dr. Petra von der Osten, Gereon Haarmann, Birgit Spindler-Morfeld, Maria Theresia Schneiders, Niels Christensen.© Barbara AnneserMaria Theresia Schneiders

Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Dortmund feiert in diesem Jahr einen besonderen Geburtstag. Sie wird 65 Jahre alt.

Am 24. Februar 1953 öffneten sich in der Arndtstraße-Ostwall (Ostrandweg 3) erstmalig die Türen der Katholischen Ehe- und Familienberatungsstelle. Jeweils dienstags von 16 bis 19 Uhr konnten alle, die Rat und Hilfe suchten, in besonderen Räumen des damaligen Mädchenwohnheims Beratung erfahren. Getragen wurde die katholische EFL-Beratungsstelle vom Sachausschuss Ehe und Familie des Katholikenausschusses Dortmund.

Wie kam es dazu?

Schon im Mai 1952, so der Kirchliche Anzeiger des Erzbistums Paderborn unter der Rubrik „Spiegel der Erzdiözese“, wurde in der St.-Clemens-Kommende in einer Konferenz der Katholikenausschüsse der Erzdiözese Paderborn beschlossen, endlich eine katholische Ehe- und Familienberatung einzurichten. Auf mehreren voraus gegangenen Katholikentagen wurde diese „immer wieder mit Nachdruck gefordert“.

Auf dieser Konferenz kam man zu dem Ergebnis, "dass zunächst an einigen Orten unter möglichster Freiheit in der Organisationsform, aber in strenger Bindung an die Lehre der Kirche, Helferkreise gebildet werden sollten, in denen Priester, Ärzte, Juristen, Fürsorgekräfte und auch sonst geeignete Männer und Frauen sich um diese Aufgaben bemühen sollten." (Kirchlicher Anzeiger, Nr. 23, 8. Juni 1952). Anliegen war,  Ehen und Familien nach dem Zweiten Weltkrieg eine besondere Fürsorge zukommen zu lassen. Es ging um ganz praktische Hilfen für Ehen und Familien in der Zeit des Wiederaufbaus. Geprägt war das Bild der Gesellschaft in dieser Zeit von der Integration der Spätheimkehrer, (Spät-)aussiedler und Flüchtlingen, Vollwaisen, Kriegerwitwen, bisher berufstätigen Frauen, die wegen der zurückkehrenden Männer aus dem Arbeitsleben weichen sollten, alleinerziehenden Müttern, Veränderungen der Hausfrauenehe und vom neuen Gesetz der Gleichberechtigung (Ehe als Zugewinngemeinschaft). Die Menschen bedurften einer Orientierung, der sich die katholische Kirche in dieser Zeit besonders annehmen wollte. Außerdem sah die Kirche damals in einer „sorgfältigen Erziehung auf die Ehe hin eine Vorbeugung von Ehegefährdungen“.  Deshalb wollte sie die Katholiken in ihren Ehefragen nicht an die „neutralen Eheberatungsstellen verweisen“, die es in dieser Zeit auch schon gab. 

Noch im laufenden Gründungsjahr 1953 erweiterte die katholische Beratungsstelle in Dortmund ihr Angebot um weitere Beratungsstunden und -räume im Elisabethhaus.

Die Leitung dieser ersten katholischen Ehe- und Familienberatungsstelle in Dortmund hatte Maria Simmon-Kaiser, die dem katholischen Fürsorgeverein angehörte. Bis 1965 arbeiteten Berater und Beraterinnen ehrenamtlich, ab da gab es erste finanzielle Vergütungen.

Wie ging es weiter?  

1978 wurden in Castrop-Rauxel, 1980 in Herne nach längeren Verhandlungen katholische EFL-Beratungsstellen als Nebenstellen von Dortmund eingerichtet. Bis heute besteht diese örtliche Konstellation der Beratungsstellen, die zurzeit von sechs Beratern und Beraterinnen, zwei Praktikantinnen und einem Sekretariat getragen werden.

Fachlich hat sich die Beratungsarbeit immer weiter professionalisiert, um die verschiedenen Problemfelder auch psychologisch zu bearbeiten. Geblieben sind akademische Berufe als Voraussetzung, um EFL-Berater / Beraterin zu werden. Die diözesane vierjährige Weiterbildung hat sich seit letztem Jahr zu einem Masterstudiengang an der katholischen Fachhochschule in Paderborn entwickelt.

Die Dortmunder EFL-Beratungsstelle ist eine der 22 katholischen Beratungsstellen des Erzbistums Paderborn, die nun seit 65 Jahren als pastoraler und seelsorglicher Dienst in der Gesellschaft eine psychosoziale Versorgung allen Menschen anbietet, die in ihren partnerschaftlichen oder familiären Lebensformen in die Krise geraten sind oder Unterstützung in der persönlichen Entwicklung suchen. Neben der Einzel- und Paarberatung wurde die Gruppenberatung sowohl in der Dortmunder Beratungsstelle im Maximilian-Kolbe-Haus, Propsteihof 10 als auch außerhalb in Bildungshäusern in den letzten Jahren ausgebaut.

Die Nachfrage nach Beratung in der Stadt Dortmund ist groß. Die katholische EFL-Beratung ist ein offenes und kostenfreies Angebot an alle Menschen.

Das Team der Stelle freut sich über das 65 jährige Bestehen der Katholischen EFL-Beratung in Dortmund und dankt den Gründern und Gründerinnen für die Aufbauarbeit, sowie den Kollegen und Kolleginnen der vergangenen Jahrzehnte für ihre geleistete Beratungsarbeit.  

Adresse der Beratungsstelle: EFL-Beratung, Maximilian-Kolbe-Haus, Propsthof 10, 44137 Dortmund, Tel: 0231 / 1848225, Email: eheberatung-dortmund@erzbistum-paderborn.de