Weihbischof König spendet Jungfrauenweihe in Wiedenbrück

Als Zeichen ihres neuen Standes empfing Sabine Jasperneite aus den Händen von Weihbischof König das Stundenbuch der katholischen Kirche. Wiedenbrück / Paderborn, 16. Januar 2012. In der bis auf den letzten Platz besetzten St.-Pius-Kirche Wiedenbrück hat die aus Herzebrock-Clarholz stammende Gemeindereferentin Sabine Jasperneite durch Weihbischof Matthias König am Sonntag die Jungfrauenweihe empfangen. Im dem von nun an öffentlichen kirchlichen Stand der gottgeweihten Jungfrau verpflichtet sich Sabine Jasperneite, durch ein intensives und glaubwürdiges geistliches Leben Christus und der Kirche zu dienen. Die Jungfrauenweihe zählt zu den so genannten Sakramentalien und wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder belebt.

Weihbischof König hob in seiner Predigt hervor, dass das Ja der Gemeindereferentin eine Berufungsanfrage „für uns alle“ sei. Die freie Entscheidung zur Jungfrauenweihe sei das Eingehen eines Bundes. „Wer sich bindet, stößt heute nicht nur auf Verständnis“, beklagte der Weihbischof und machte auf die aktuellen Schwierigkeiten gegenüber Glaube und Kirche aufmerksam. „Ich persönlich habe das ganz anders erlebt“, betonte König. Die Triebkraft der freien Entscheidung für Gott sei die Freude an Gott. „Der Glaube schenkt Kräfte, die die eigenen bei weitem übersteigen.“ Um sich wie Sabine Jasperneite ganz in den Dienst nehmen zu lassen, müsse man neu die „Hörsamkeit auf Gott“ einüben.

Wie bei der Priesterweihe legte sich Sabine Jasperneite zum Gebet der Allerheiligenlitanei auf den Boden. Nach dem Wortgottesdienst und der Predigt des Weihbischofs legte Sabine Jasperneite das Weiheversprechen ab. Wie bei der Priesterweihe legte sie sich zum Gebet der Allerheiligenlitanei flach auf den Boden. Durch die Geste der Handlegung brachte die Gemeindereferentin die Erneuerung des Vorsatzes der Jungfräulichkeit zum Ausdruck. Aus den Händen von Weihbischof König empfing Sabine Jasperneite dann als Zeichen ihres neuen Standes einen gesegneten Ring und das Stundenbuch der katholischen Kirche.

Stichwort Jungfrauenweihe:

Die Jungfrauenweihe ist eine Form des geweihten Lebens, die als Ausdruck des Vorhabens, Christus in besonders enger Weise nachzufolgen, vom Diözesanbischof nach liturgischem Ritus vorgenommen wird. Sie ist Zeichen einer lebendigen Liebe zu Gott. Eine Frau, die sich berufen glaubt, muss diesen Wunsch durch die Kirche prüfen lassen. Dazu beauftragt der Erzbischof einen Mentor, der die Frau durch eine Zeit der Kandidatur begleitet. Eine Frau, die diesen Weg gehen möchte, sollte nicht jünger als 30 Jahre alt sein und nicht älter als 50. Voraussetzungen sind ein stetes Gebetsleben und geistige und seelische Gesundheit. Sie darf nicht verheiratet gewesen oder ein der Jungfräulichkeit widersprechendes Leben geführt haben. Den Lebensstil der bewussten Jungfräulichkeit in der Welt um Christi Willen sollte sie bereits mehrere Jahre erprobt haben. Die Jungfrauenweihe stammt aus urchristlicher Zeit. Sie war im Mittelalter weitgehend abgeschafft und wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder belebt. Im Erzbistum Paderborn gibt es 20 geweihte Jungfrauen, weltweit sind es ca. 3000.