Zukunftsfähiges, nachhaltiges Wachstum entwickeln

Erzbischof Hans-Josef Becker forderte in seinem Grußwort ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Wachstum.Paderborn, 28. Juli 2011. Die traditionell enge Verbundenheit zwischen Kirche und Handwerk habe ihren Grund auch darin, dass beide ortsnah und lokal verwurzelt seien, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker am Tag des Handwerks, der klassisch am Donnerstag der Libori-Woche begangen wird. „Die Nähe zu den Menschen ist ein großer Wert, für den es sich einzusetzen lohnt, angesichts einer immer mobileren und größer werdenden Welt.“ Rund 2.000 Gäste waren der Einladung der Kreishandwerkerschaft Paderborn in das Sportzentrum am Maspernplatz gefolgt. Den Festvortrag hielt Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, zum Thema „Abschied vom Wachstum – Zukunft durch Wachstum“.

In der Zeit des Internets und der Globalisierung sei die Gefahr groß, den konkreten Menschen aus dem Blick zu verlieren, sagte Erzbischof Becker in seinem Grußwort. Aus einem ureigenen Anliegen sollten sich Kirche und Handwerk diesem Verlust entgegenstellen. „Mittlerweile gibt es angesichts des Klimawandels eine allgemeine Einsicht, dass ein Wachstum, wie es uns in den vergangenen Jahrzehnten den Wohlstand beschert hat, nicht weiter verfolgt werden darf“, so der Paderborner Erzbischof weiter. Zugleich sei klar, dass ohne Wachstum und ohne Fortschritt weder der erreichte Wohlstand gesichert werden könne noch der Klimawandel zu bewältigen sei. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, Unternehmer und Handwerker müssten sich mit ihrer Kompetenz und mit ernsthaften Bemühungen diesen schwierigen Herausforderungen stellen, um ein neues, zukunftsfähiges Wachstum zu entwickeln und zu gestalten.

Rund 2.000 Gäste folgten der Einladung der Kreishandwerkerschaft Paderborn zum „Tag des Handwerks“. Daniel Sieveke MdL, Elmar Brok MdEP, Dr. Carsten Linnemann MdB, Hauptgeschäftsführer Josef Tack, Festredner Dr. Norbert Röttgen (Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit), Kreishandwerksmeister Ferdinand Wächter, Bürgermeister Heinz Paus, Erzbischof Hans-Josef Becker (v.l.n.r.).Ein Zukunft ermöglichendes Wachstum könne nach kirchlicher Lehre nur ein nachhaltiges Wachstum sein, sagte Erzbischof Becker weiter. Papst Benedikt XVI. habe in seiner Enzyklika „caritas in veritate“ eindringlich an die Pflichten der Menschen erinnert, die sich aus der menschlichen Beziehung zu Umwelt und Natur ergeben würden. Diese bestünden für den Heiligen Vater in einer dreifachen Verantwortung: Für die Umwelt, für die gesamte Menschheit und für die nachfolgenden Generationen. Diese umfassende Verantwortung des Menschen werde im „Prinzip der Nachhaltigkeit“ zusammengefasst, so Erzbischof Becker.

Das Handwerk als große, lokal und regional verankerte Wirtschaftskraft sei ein wichtiger Motor auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft, sagte Erzbischof Becker zum Abschluss seines Grußwortes. „Mit der Vielzahl Ihrer Betriebe und Beschäftigten, mit Ihren umfangreichen Bildungszentren, mit Ihrer Innovationskraft, Ihrer Kreativität und Ihrem Können werden wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen können. Lassen Sie uns diesen Weg in unserer traditionellen Verbundenheit gemeinsam gehen!“

Das Schlusswort der Veranstaltung sprach der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, der auch Vorsitzender des Kuratoriums der St.-Klemens-Kommende, des Sozialinstituts des Erzbistums Paderborn, in Dortmund ist.