Ein Leben im Dienst der deutsch-französischen Verständigung

Prof. Dr. Althaus hält bei Katholikentag Vortrag über Franz Stock

Professor Dr. Rüdiger Althaus hielt einen spannenden Vortrag über das Leben von Franz Stock.pdp / Ronald PfaffMünster/Paderborn, 12. Mai 2018. "Suche Frieden" - das Motto des 101. Katholikentages in Münster passt zu dem Lebenswerk des 1904 in Arnsberg-Neheim geborenen Franz Stock, dessen Seligsprechungsverfahren seit einigen Jahren läuft. In einer Zeit, in der sich Deutschland und Frankreich feindlich gegenüberstanden und Kriege gegeneinander führten, engagierte er sich unermüdlich für die deutsch-französische Verständigung. Professor Dr. Rüdiger Althaus, erzbischöflicher Delegat im Seligsprechungsverfahren und Kirchenrechtler an der Theologischen Fakultät Paderborn, stellte den Paderborner Priester in einem Vortrag im Münsteraner Fürstenberghaus vor. 

Schülerinnen aus der Theater-AG des St. Ursula-Gymnasiums in Arnsberg-Neheim leiteten den Vortrag mit pantomimischen Szenen aus dem Leben Franz Stocks ein. Gleichzeitig stellten sie dar, wie Franz Stocks vorbildliches Leben in die heutige Zeit übertragen werden kann, etwa indem trauernde Menschen Anteilnahme und Zuspruch erfahren.  

In seinem Vortrag schilderte Professor Althaus, wie Franz Stock auf einem internationalen Friedenstreffen in der Nähe von Paris erstmals Kontakt zu Franzosen knüpfte und dann beschloss, seine Freisemester während des Theologiestudiums in Paris zu verbringen, was damals außergewöhnlich gewesen sei. Nach der Priesterweihe 1932 habe er zunächst als Kaplan im Dortmunder Norden gearbeitet, danach sei ihm die Seelsorge der deutschsprachigen Gemeinde in Paris übertragen worden. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges habe er Paris verlassen müssen, sei aber 1940 nach der Besetzung der Stadt zurückgekehrt, um sich um die Seelsorge an katholischen deutschen Soldaten zu kümmern. Dabei habe er mit Ihnen auch Ausflüge in die Umgebung unternommen, um um Verständnis für Land und Leute in Frankreich zu werben.  

1941 sei ihm dann die Gefängnisseelsorge an drei Pariser Gefängnissen übertragen worden. Obwohl er ein Deutscher gewesen sei, hätten die Gefangenen Vertrauen zu ihm gefasst: Er habe ihnen Kleinigkeiten für den Alltag besorgt und Botschaften an oder für Ihre Angehörigen überbracht. Schließlich sei ihm auch die belastende Aufgabe übertragen worden, Menschen auf dem Weg zur Hinrichtung zu begleiten. Insgesamt 2.000 Todeskandidaten habe er auf ihrem letzten Weg begleitet und sei auch für die Hinterbliebenen ein wichtiger Ansprechpartner gewesen.