18/10 - Forderung: Nationalen Bildungsrat als Chance nutzen

Der von der Bundesregierung geplante Nationale Bildungsrat müsse für eine grundsätzliche Verständigung zu Aufgaben und Zielen des Bildungssystems genutzt werden. Alle relevanten Akteure der Zivilgesellschaft sowie der Jugend- und der Behindertenhilfe seien einzubeziehen. Dies erklärten 22 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bildungspolitik, Schule, Jugendhilfe und Wissenschaft im Rahmen eines Dialogtags „Nationaler Bildungsrat - Eine Chance für inklusive Bildung?!“ in Berlin, zu der die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS e.V.) und der Fachverband IN VIA eingeladen hatten.    

Gleichzeitig solle der Bildungsrat konkrete Impulse setzen, damit das Recht auf inklusive Bildung endlich planvoll und bundesweit umgesetzt wird. Einigkeit herrschte darüber, dass auch Lehrkräfte, Eltern und die Jugendhilfe, insbesondere die Schulsozialarbeit mit ihren vielfältigen pädagogischen Angeboten, ihre Vorstellungen zu Bildungsgerechtigkeit in den Rat einbringen können müssen, um alle Kompetenzen für bessere Bildungschancen zu bündeln.       

Deutschland hat sich bereits im Jahr 2009 verpflichtet, das Menschenrecht auf inklusive Bildung laut Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention zu realisieren. Hiervon sei das deutsche Bildungswesen aber immer noch weit entfernt. Nicht nur herrschen in den 16 Bundesländern sehr unterschiedliche Vorstellungen, auch verharre Deutschland im internationalen Vergleich mit seinem segregierenden Schul- und Förderschulsystem immer noch auf den hinteren Rängen.