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Grußwort von Erzbischof Hans-Josef Becker zu Libori

 

Liebe Schwestern und Brüder,

wenn wir Libori feiern, gilt dies in Paderborn oft als „fünfte Jahreszeit“. Wie beim Karneval am Rhein herrscht auch dann bei uns an der Pader „Ausnahmezustand“. Für manch einen Karnevalsjeck haben die „tollen Tage“ vielleicht sogar etwas „Paradiesisches“ oder „Himmlisches“. Ähnlich erleben wir es auch beim Liborifest: Die Freude der Festwoche, das gemeinsame Miteinander in den Gottesdiensten wie auf der Kirmes lassen uns vielleicht auch ein Stückchen vom Himmel im Alltag erahnen.

Es gibt das schöne Lied „Da berühren sich Himmel und Erde“. Auch unser Liborifest ist ein Ereignis, bei dem sich Himmel und Erde zu berühren scheinen. Das gilt vor allem für seinen Ursprung: Als vor über 1.180 Jahren die Reliquien des heiligen Liborius aus seinem französischen Heimatbistum Le Mans nach Paderborn überführt wurden, wurde der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den beiden Bistümern begründet: eine Freundschaft, die auf Erden geschlossen wurde, die fast 1.200 Jahre, Kriege und Verwerfungen überdauert hat – und deswegen wohl „himmlischen“ Beistand gehabt haben muss.

Das Patronatsfest des heiligen Liborius steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Im Himmel und auf Erden“. Das Fest unseres Bistumspatrons schlägt für uns alljährlich die Brücke zwischen unserem Alltag auf Erden und der Freude, die wir mit unserer Vorstellung vom Himmel verbinden. Sie kann zu Libori in den feierlichen Gottesdiensten in der großen Gemeinschaft vieler Gläubiger spürbar werden, aber auch auf der Kirmes und in der fröhlichen Atmosphäre, die unsere Stadt zehn Tage lang prägt.

Gleichzeitig erinnert uns das Leitwort „Im Himmel und auf Erden“ daran, dass Gott uns in unserem Leben niemals fern ist – auch in allen Sorgen und Nöten und in allem Leid bleibt uns der Blick zum Himmel offen. Wir dürfen vertrauensvoll die Worte aus dem „Vater unser“ beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ In dieser Zuversicht können wir die Tage des Liborifestes miteinander feiern.

Zu Ehren des heiligen Liborius begegnen sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Menschen aus dem Erzbistum Paderborn, aus Frankreich und der ganzen Weltkirche in Paderborn. Ich lade Sie herzlich zum Mitfeiern der Festwoche ein. Zitate aus der Heiligen Schrift, die das Leitwort „Im Himmel und auf Erden“ aufgreifen, begleiten Sie in dieser Broschüre durch die Tage der Festwoche. Auch die Gottesdienste und Andachten rücken das Leitwort ins Zentrum.

Alle Gläubigen aus nah und fern heiße ich in Paderborn herzlich willkommen! Lassen Sie uns das Fest unseres Bistumspatrons gemeinsam friedvoll und unbeschwert feiern! Ich grüße Sie und alle Freunde und Gäste aus nah und fern! Möge Gottes Segen während der Libori-Festtage mit uns allen sein!

Ihr

Erzbischof

Libori 2019 – Ablauf

Der Termin des Libori-Festes ändert sich zwar je nach Wochentag des 23. Juli, des Todestags des hl. Liborius. Der Ablauf bleibt jedoch stets gleich. Hier eine Übersicht:

  • Eröffnung der Libori-Woche am Samstag: Das Libori-Fest wird stets an einem Samstag eröffnet: Um 15 Uhr werden im Hohen Dom die Reliquien des hl. Liborius feierlich erhoben, wozu der Libori-Tusch erklingt. Es folgt eine Pontifikalvesper.
  • Sonntag, Hochfest des hl. Liborius: Am darauffolgenden Sonntag wird das Hochfest des hl. Liborius begangen. Der Erzbischof von Paderborn feiert in Konzelebration mit allen anwesenden Bischöfen ein Pontifikalamt im Hohen Dom (9 Uhr). Es folgt die Prozession mit dem Reliquienschrein durch die Stadt.
  • Der Montag ist „Tag der Frauen“. An diesem Tag wird im Hohen Dom ein Pontifikalamt mit den französischen Gästen gefeiert, dem in der Regel der Bischof von Le Mans vorsteht (9 Uhr). Um 11 Uhr folgt das Pontifikalamt mit den Frauen.
  • Der Dienstag ist „Tag des Landvolkes“. Neben einem Pontifikalamt um 9 Uhr wird an diesem Tag um 11 Uhr ein Pontifikalamt mit dem Landvolk gefeiert. Um 17 Uhr endet mit einer Schlussfeier das sogenannte Libori-Triduum, jene Tage des Libori-Festes, während denen die Reliquien des Heiligen im goldenen Schrein zur Verehrung ausgestellt sind. Der Schrein wird in einer Prozession über den Domplatz getragen; dann werden die Reliquien des hl. Liborius in der Krypta beigesetzt.
  • Am Mittwoch, dem Tag der Orden, Missionarinnen und Missionare, wird im Hohen Dom um 11 Uhr ein Pontifikalamt mit den Ordensleuten und Missionaren gefeiert.
  • Donnerstag ist der Tag der älteren Generation. Mit den Senioren wird ebenfalls um 11 Uhr ein Pontifikalamt gefeiert.
  • Freitag steht im Zeichen der Kinder und Jugendlichen. Um 11 Uhr wird ein Pontifikalamt mit den Ministrantinnen und Ministranten gefeiert, um 18 Uhr mit den Jugendlichen.
  • Samstag ist der Tag der Caritas. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas feiern um 11 Uhr ein Pontifikalamt.
  • Sonntag werden am Tag der Familie insbesondere die Familien in den Blick genommen. Um 10 Uhr feiern sie im Hohen Dom ein Pontifikalamt.

Programmübersicht zu Libori 2019

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Begleiter durch die Liboriwoche 2019

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Liborius

Wie die Reliquien des hl. Liborius nach Paderborn gelangten

Die Liboriusreliquien gelangten aufgrund der Großmütigkeit eines Mannes von Westfranken nach Paderborn: Der damalige Bischof von Le Mans, Aldrich, machte sie Badurad, seines Zeichens Bischof von Paderborn, zum Geschenk. Aldrich und Badurad waren beide gebürtige Sachsen und hatten wiederholt eine Weile am kaiserlichen Hof Ludwigs des Frommen gelebt.

Die Vertrautheit zwischen den beiden Männern war sicher ein wichtiger Grund für dieses wertvolle Geschenk. Badurad reiste bis zur Überführung der Reliquien im Jahr 836 mehrmals nach Westfranken, etwa zur Weihe der Grabeskirche des Märtyrers Quentin. Dort erlebte er anschaulich mit, was er nur Monate später in seiner Paderborner Domkirche feierlich nachvollzog: die Erhebung der Gebeine eines Heiligen.

Was Badurad und Aldrich in die Wege geleitet hatten, wurde schließlich von Kaiser Ludwig dem Frommen endgültig veranlasst: Er gab den Befehl, die Reliquien des hl. Liborius nach Paderborn zu übertragen. Im Frühling des Jahres 836 reiste eine Paderborner Delegation nach Le Mans, um die Gebeine des Heiligen in Empfang zu nehmen. Schon die Erhebung der Reliquien in der Zwölfapostelkirche war nach der Überlieferung von zahlreichen wunderbaren Zeichen begleitet. So soll sich, als der Leib des Heiligen aus den Gräbern gehoben wurde, in der ganzen Kirche ein wundervoller Geruch verbreitet haben.

Die Übergabe der Reliquien begründete den Bund ewiger Bruderschaft zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Le Mans.

Zum Pfingstfest kehrte die Gesandtschaft mit den Reliquien nach Paderborn zurück.

Die Verehrung des hl. Liborius in der Neuzeit

Zu einem Kultaufschwung trug das Schicksal der Paderborner Liboriusreliquien in den Wirren des 30-jährigen Krieges bei: 1622 eroberte der protestantische Herzog Christian von Braunschweig auf der Suche nach einem Winterquartier die Stadt Paderborn. Dabei plünderte er den Domschatz, auch den Schrein mit den Reliquien des hl. Liborius. Auf einem Feldzug, der ihn nach Elsass-Lothringen führte, verkaufte er den Schrein an den Rheingrafen Philipp Otto, der ihn auf das Schloss seiner katholischen Gemahlin nach Nancy bringen ließ. Als das Paderborner Domkapitel den Aufenthaltsort der Reliquien erfuhr, gelang es ihm, den Schrein zurückzukaufen. 1627 konnten die Reliquien wieder im Hochaltar des Domes beigesetzt werden. Der Silberschmied Hans Krako hatte zu diesem Anlass einen neuen kostbaren Schrein für die Reliquien gefertigt, der bis heute bei den Libori-Prozessionen durch Paderborn mitgeführt wird.

Auch kirchenpolitisch erlangte die Liboriusverehrung große Bedeutung: Als die Friedensverhandlungen zur Beendigung des 30-jährigen Krieges geführt wurden, fürchtete man in Paderborn, das Bistum könnte aufgelöst und Hessen zugeschlagen werden. Das Domkapitel bat daraufhin das Domkapitel von Le Mans, sich beim französischen König Ludwig XIV. für den Erhalt des Bistums einzusetzen. Tatsächlich stellte der König 1647 eine Protektionsurkunde aus, was den Bestand des Bistums sicherte. So hatte sich der Bund zwischen Le Mans und Paderborn erneut bewährt.

Nach dem 30-jährigen Krieg entstanden im 17. und 18. Jahrhundert neue Kapellen, Bildstöcke und Statuen zu Ehren des Diözesanpatrons: in Lothringen, in Bonn und Münster sowie im fernen Italien.

Liborius – weltweit

Hier finden Sie Informationen zur Person der hl. Liborius in den folgenden Sprachen:
Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, Maltesisch, Tschechisch, Russisch und Kroatisch.

Download

Libori-Gäste 2019

 

Domradio-Übertragungen

Im Internet über www.domradio.de sowie über www.katholisch.de in Bild und Ton. Darüber hinaus über den Fernsehsender EWTN (Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz).

 

Samstag, 27. Juli, 15.00 Uhr

Eröffnung der Libori-Woche. Pontifikalvesper und Erhebung der Reliquien des heiligen Liborius.

 

Sonntag, 28. Juli, 9.00 Uhr

Hochfest des heiligen Liborius. Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker.

 

Montag, 29. Juli, 9.00 Uhr

Pontifikalamt zum Libori-Fest mit den französischen Gästen

 

Montag, 29. Juli, 11.00 Uhr

Pontifikalamt zum Libori-Fest mit den Frauen

 

Dienstag, 30. Juli, 11.00 Uhr

Pontifikalamt zum Libori-Fest mit dem Landvolk

 

Dienstag, 30. Juli, 17.00 Uhr

Schlussfeier des Libori-Triduums. Prozession mit dem Libori-Schrein über den Domplatz, Beisetzung der Reliquien in der Krypta.

Missionsgarten am Konrad-Martin-Haus

Der Missionsgarten am Konrad-Martin-Haus ist eine feste Größe bei jedem Libori-Fest. Er ist der ideale Startpunkt für einen Libori-Bummel und der perfekte Ort für die Rast zwischendurch. Bei frisch gezapftem Bier, typischen Paderborner Schnittchen und frischen Waffeln tun die Gäste ganz nebenbei sogar noch etwas Gutes. Der Erlös ist für Projekte der Weltmission bestimmt.

 

Öffnungszeiten

Samstag, 27. Juli, nach der Pontifikalvesper bis 19.00 Uhr

Sonntag, 28. Juli bis Sonntag, 4. August, 10.30 bis 19.00 Uhr

 

Die Projekte für den Missionsgarten in diesem Jahr sind

Unterstützung von Waisen in Bulawayo in Simbabwe

Simbabwe gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Durch eine verfehlte Politik ist das Land trotz seiner guten Möglichkeiten abgewirtschaftet. Während im Osten des Landes Wirbelstürme Überschwemmungen bringen, herrscht in anderen Teilen totale Trockenheit. Die Felder sind abgeerntet, es fehlt an Nahrung zum Verteilen. Bis zur nächsten Ernte sind es derzeit noch zehn Monate, worunter insbesondere die Kinder leiden.

Mithilfe der Erlöse des Libori-Missionsgartens soll ein Programm wieder aufleben, mit dem Familien mit Lebensmitteln versorgt werden.

Bau eines Gemeindehauses in Ciudad del Este in Paraguay

Bischof Wilhelm Steckling, der gebürtig aus Gütersloh stammt, leitet seit 2014 die Diözese „Ciudad del Este“ im Osten von Paraguay. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zu Brasilien und Argentinien und ist ein wichtiger Handelsort. Erst 1957 gegründet, hat sie heute fast 400 000 Einwohner und wächst ständig weiter.

Für die Christen liegt die Herausforderung darin, in der wachsenden Stadt Orte der Seelsorge zu schaffen. Am Rande ist in den letzten Jahren die Pfarrei Cristo Rey (Christkönig) entstanden, deren Pfarrkirche bereits gebaut und mit Leben gefüllt ist. Was noch fehlt, ist ein Gemeindehaus, in dem die Priester wohnen können und die Gemeinde sich treffen kann.

Sensibilisierung gegen Landflucht und Trinkwasser für das Krankenhaus in der Pfarrei Falajè in Mali

Die Bevölkerung der Pfarrei Falajè lebt hauptsächlich vom Ackerbau, von etwas Viehzucht und Handel. Doch aufgrund des Klimawandels, der viele Dürreperioden und Überschwemmungen bringt, wird die Ernte eines jeden Jahres zum Roulette-Spiel. Infolgedessen suchen viele junge Menschen ihr Glück in der Stadt.

Die Hoffnung der sehr ländlich gelegenen Region sind die einzige Krankenstation im Umkreis von 50 Kilometern sowie eine Radiostation. Schon jetzt werden wöchentlich Sendungen über Hygiene und Gesundheit ausgestrahlt, über die traditionellen afrikanischen Werte, die Soziallehre der Kirche, die Sonntagsmesse oder religiöse Impulse.

Die Pfarrei möchte nun diese Hoffnungsträger nutzen, um die Menschen auf Gefahren hinzuweisen, aufzuklären und jungen Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr Leben auch auf dem Land meistern können.

Zudem soll ein Wasserturm gebaut werden, der sauberes Trinkwasser sicherstellt.

„Small Home“ für Kinder mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen in Subukia in Kenia

Die Lebenshilfe „Small Home“ in Subukia ist eine Einrichtung für geistig und körperlich behinderte und Waisenkinder. In den ländlichen Regionen werden Kinder mit Beeinträchtigungen häufig vor der Öffentlichkeit versteckt, weil die Familien sie als negatives Zeichen ansehen. Sie haben keine Chance zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Inklusion in der Schule und Integration in Gemeinde und Gesellschaft sind daher wichtige Bestandteile des Projektes, in dem gegenwärtig 50 Kinder und Jugendliche leben. Die Franziskaner um Bruder Miro hatten es sich zur Aufgabe gemacht, ein neues Zuhause für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen.

http://smallhomeafrica.blogspot.com/p/fr-miro-babic.html

Priesterausbildung in Argentinien

Die Kirche braucht Priester. In Lateinamerika fühlen sich viele junge Männer zum Dienst als Priester berufen, es fehlt jedoch das Geld für die Ausbildung. Schon seit Jahrzehnten unterstützt das Erzbistum Paderborn die Adveniat-Patenschaftsaktion für Argentinien.

Im vergangenen Jahr konnten von Adveniat in Zusammenarbeit mit den deutschen Bistümern viele junge Männer finanziell unterstützt werden – für alle reicht das Geld aber bisher nicht. Seit über zehn Jahren unterstützt der Missionsgarten die Aktion.

Die Summen der Projektförderung aus den vergangenen zehn Jahren

 

  • 2009 – 50.800 €
  • 2010 – 55.800 €
  • 2011 – 52.700 €
  • 2012 – 50.500 €
  • 2013 – 40.300 €
  • 2014 – 40.100 €
  • 2015 – 40.000 €
  • 2016 – 40.000 €
  • 2017 – 40.000 €
  • 2018 – 48.000 €

Missionsgarten-Facts

So viel wurde im Jahr 2018 im Missionsgarten verbraucht:

  • Für die Waffeln:
  • Mehl 770 kg
  • Zucker 290 kg
  • Milch 790 Liter
  • Margarine 400 kg
  • Ei 400 Liter

 

Für die Wurstbrote:

  • Brot 600 kg
  • Margarine 65 kg
  • Blutwurst 150 kg
  • Heidefrühstück 300 kg
  • Sülze 200 kg
  • Leberwurst 120 kg
  • Schmalz 85 kg

 

Dazu kamen:

  • 4500 Bratwürstchen
  • 1520 Liter Kaffee
  • 24 000 Liter alkoholfreie Getränke
  • 10 500 Liter Bier
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