Der Altar

In jeder Kirche ist der Altar der Ort, an dem in der Feier der Eucharistie Christus gegenwärtig wird. Die „Wohnung Gottes unter den Menschen“ (Offb 21,3) wird hier sinnenfällig erfahrbar. Gemeinsam mit der Kathedra, dem Bischofssitz, ist der Altar im Hohen Dom nach kirchlicher Tradition Zeichen für die Einheit der Kirche Christi in den vielen Ortsgemeinden der Diözese. Ganz den Bedingungen der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) folgend hat er seinen Platz dort erhalten, von wo aus der Bischof mit der Gemeinde Gottesdienst feiert: im Joch vor der Ostvierung* im so genannten Unterchor.

Der Altar steht stellvertretend für den Tisch im Abendmahlssaal. Zugleich versinnbildlicht er aber auch Christus selbst, dessen Kreuzesopfer hier stets neu vollzogen wird und der in seiner Kirche auf diese Weise gegenwärtig bleibt.

Verdeutlicht wird dies vor allem durch das Alabasterband mit Medaillons, das den aus Michelauer Basaltlava gefertigten Altar umläuft. Die Vorderseite, auch „Schauseite“ genannt, zeigt Christus mit Maria und Johannes und verweist damit auf das Erlösungsopfer am Kreuz. Auf der Seite, die dem Vorsteher der Messfeier zugewandt ist, sind Abbildungen des Heiligen Geistes (Taube) sowie der beiden Heiligen Liborius und Kilian zu sehen, Haupt- bzw. Mitpatrone des Domes. Die Schmalseiten zeigen die beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus.

Geschaffen wurde der Altar durch den Künstler Heinrich Gerhard Bücker aus Beckum-Vellern im Jahre 1982, der zugleich auch den gesamten Altarraums neu gestaltete: Die Entwürfe des umlaufenden Bronzegitters, von Kathedra, Ambo und Tabernakel im Hochchor stammen ebenfalls aus seiner Hand.

* Als Vierung wird der Raum bezeichnet, der beim Zusammentreffen von Haupt- und Querschiff einer Kirche entsteht.