Die Doppelmadonna

Begrüßt die Gottesmutter den Besucher des Paderborner Doms bereits am Paradies-Portal als "porta coeli", erstrahlt sie als Doppelmadonna (um 1480) im Innern des Doms wie ein leuchtendes Zeichen am Himmel (Offb 12) und weist dem Suchenden und gläubig Vertrauenden den Weg. Wer durch das Mittelschiff in den Dom hinein- oder aus diesem hinausgeht, hat stets Maria im Blick.

Hans Leo Drewes (1922-1999), verstorbener Paderborner Weihbischof, hat seine Eindrücke von der Doppelmadonna im Paderborner Dom so formuliert: "Unübersehbar groß ist sie wie ein Verkehrszeichen Gottes angebracht. Die Besucher des Domes mögen hier verweilen. Sie mögen dabei ihren eigenen Lebensweg zu Christus mit allen Umleitungen und Umwegen betrachten und die Wege ihrer Lieben dem Geleit der Gottesmutter anvertrauen."

Dargestellt ist Maria als die neue Eva. Sie besteht im Kampf gegen das Böse, zertritt der Schlange den Kopf (Gen 3,15) und trägt die Hoffnung der Welt auf den Händen: Jesus als der neue Adam. Die Weintraube, die er in der rechten Hand hält, kann als Zeichen für die Eucharistie verstanden werden.