Das Fenster im Ostchor von Walther Klocke

„Ex oriente lux“ – aus dem Osten kommt das Licht. Schon immer haben Christen die im Osten aufgehende Sonne als den wieder kommenden Christus gedeutet. Sein Wort „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,10) gibt Orientierung: Auf ihn ist alles ausgerichtet. Er ist Weg und Ziel zugleich und bringt Licht und Wärme in das Leben der Welt.

Eigentlich ist die Ostwand des Domes der Ort für den Altar, der nach christlicher Glaubenstradition Abbild für Jesus Christus selbst ist. Die mittelalterlichen Baumeister haben jedoch in die Ostwand ein großes Fenster eingelassen. Das Licht der aufgehenden Sonne, das Symbol für Jesus Christus, kann auf diese Weise in den Dom fallen und das Fenster zu einer leuchtenden Wand machen.

Die heutige Gestalt des Fensters wurde in den Jahren 1952/53 nach einem Entwurf von Walther Klocke (Gelsenkirchen-Buer) von der Paderborner Glasmalerei Otto Peters ausgeführt. Das Licht lässt die in Glas gemalten Bilder Szenen der gesamten Heilsgeschichte erzählen. Dazu gehören etwa die Vertreibung aus dem Paradies sowie Verkündigung, Tod und Auferstehung Jesu.