Kirchenvorstände vor neuen Aufgaben

Auf großes Interesse stieß der „Bildungstag für Kirchenvorstände“ am Samstag, 28. Januar, in der Kommende Dortmund. Dortmund / Paderborn, 30. Januar 2012. Die Bildung größerer pastoraler Räume im Erzbistum Paderborn und die Neuausrichtung der Pastoral im Sinne der „Perspektive 2014“ stellt die Kirchenvorstände vor neue Herausforderungen. Die ehrenamtlichen Mitglieder dieser Gremien, die das Vermögen der Kirchengemeinde verwalten, sind künftig vermehrt zur Kooperation über die Gemeindegrenzen hinweg aufgerufen. Zahlreiche Fragen ergeben sich aus den kommenden Veränderungen, und entsprechend groß war die Nachfrage bei den „Bildungstagen für Kirchenvorstände“ der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Erzbistum Paderborn.

80 Teilnehmer aus verschiedenen Regionen des Erzbistums trafen sich dazu am Samstag, 28. Januar, in der Kommende Dortmund, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn. Die gleiche Veranstaltung hatte bereits eine Woche zuvor mit 140 Teilnehmern im Paderborner Liborianum stattgefunden. Für Juni 2012 ist ein weiterer Termin geplant.

Thomas Klöter aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat beschrieb beim „Bildungstag für Kirchenvorstände“ in der Kommende Dortmund Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Fachreferentinnen und -referenten aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat sowie aus weiteren Stellen informierten in Workshops über rechtliche Grundlagen, die Finanzierung von Bauvorhaben, die Verwaltung von Liegenschaften, Steuerfragen, Haushaltsplan und Versicherungsschutz. Eine zentrale Bedeutung hatte die Frage nach der Rolle des Kirchenvorstandes als „Mitgestalter im pastoralen Planungsprozess“.

Thomas Klöter aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat beschrieb die Rahmenbedingungen der Veränderungsprozesse im Erzbistum Paderborn. Erkennbare Entwicklungen, wie sinkende Katholikenzahlen, Rückgang der Priesterzahlen, die Abnahme der kirchlichen Sozialisation, eine zunehmende Überalterung der Bevölkerung sowie ein geringeres Steueraufkommen würden das Gesicht der Kirche zwangsläufig verändern. Hinzu komme eine sinkende Bereitschaft der Menschen, sich längerfristig, beispielsweise für eine ehrenamtliche Aufgabe in einer Kirchengemeinde, zu binden. Es komme daher darauf an, den Wandel zu gestalten.

Zu dem Bildungstag für Kirchenvorstände im Liborianum, der eine Woche zuvor stattfand, kamen 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigten diese Einschätzungen. Häufig gebe es in den Gemeinden jedoch Vorbehalte gegenüber Veränderungen. Thomas Klöter rief dazu auf, sich Zeit für die anstehenden Entwicklungen zu geben. Es gehe um einen gemeinsamen Lernprozess auf allen Ebenen. Die besondere Herausforderung für die Kirchenvorstände beschrieb Klöter so: „Sie müssen weiterhin für ‚Ihre’ Kirchengemeinde denken und handeln. Gleichzeitig werden die Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft nicht in einer Kirchengemeinde gelöst werden können und erfordern eine konstruktive Zusammenarbeit über Kirchengemeindegrenzen hinaus.“ Er erläuterte in diesem Zusammenhang das Verfahren und den Weg zu einer Pastoralvereinbarung, die in den pastoralen Räumen als Leitlinie entwickelt wird. Ein zentrales Anliegen sei es, sich den Herausforderungen zu stellen und damit für das „Weiterleben des Glaubens in unseren Breiten“ einzutreten.