Aufbruch in acht neue pastorale Räume

Acht Priester kamen in der vergangenen Woche zum "Leiterkurs" zusammen und machten sich so auf den Weg zu "neuen pastoralen Räumen": v.l. Uwe Wiesner, Bernhard Lerch, Rainer Stahlhacke, Josef Dieste, Hubert Maus, Peter Gede, Richard-Joseph Steilmann (nicht im Bild: Dietmar Röttger). Paderborn, 5. April 2011. Acht Priester, die künftig Leiter neuer pastoraler Räume sein werden, kamen in der vergangenen Woche zu einer mehrtägigen Fortbildung im Paderborner Meinwerk-Institut zusammen. Der so genannte „Leiterkurs“, an dem sie teilnahmen, war auch Startsignal für die an den acht pastoralen Räumen beteiligten Gemeinden: Für sie beginnt nun die Umsetzung jener Vorgaben, die Erzbischof Hans-Josef Becker Anfang 2010 in einem Zirkumskripitionsgesetz formuliert hatte.

In dem Gesetz umschrieb der Erzbischof 88 pastorale Räume, die in den kommenden 20 Jahren nach und nach die 213 Pastoralverbünde im Erzbistum ablösen werden. Nachdem im vergangenen Jahr 13 pastorale Räume den Prozess zur Bildung neuer Strukturen in der Seelsorge aufgenommen haben, sind mit Abschluss des Leiterkurses in der vergangenen Woche nun insgesamt 21 neue pastorale Räume im Erzbistum auf dem Weg.

Im Rahmen des Kurses kamen die acht Leiter auch mit den Beratern zusammen, die sie künftig auf dem Weg zum neuen pastoralen Raum begleiten werden. Zusammen mit Andreas Watzek und Ludger Drebber aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat sowie Dr. Michael Bredeck, Geschäftsführer der Lenkungsgruppe Perspektive 2014 und Mitarbeiter der Priesterfortbildung, arbeiteten die acht Priester an ihrer künftigen Rolle. Thema war auch der zweijährige Planungsweg, den sie nun gemeinsam mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern vor Ort angehen und an dessen Ende eine verbindliche Pastoralvereinbarung stehen soll. Deutlich gemacht wurde außerdem, dass die Bildung der neuen pastoralen Räume eine grundsätzliche Neuausrichtung der Seelsorge bedeutet und daher als „Paradigmenwechsel“ bezeichnet werden kann. Mit der „Pastoral der Berufung“ kam der inhaltliche Schwerpunkt der Bistumsentwicklung in den kommenden Jahren zur Sprache. Schließlich wurden auch Fragen der Verwaltung im pastoralen Raum miteinander besprochen. Einen weiteres Tagesimpuls steuerte Professor Dr. Christoph Jacobs, Mitarbeiter der Priesterfortbildung, bei.

Im Rahmen des Leiterkurses begegneten die Priester außerdem ihren Beratern und Supervisoren, die sie bei den anstehenden Entwicklungen begleiten werden, und trafen mit ihnen erste Absprachen. Als nächster Schritt steht für sie eine Klausur zusammen mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort an.

Die Leiter der folgenden pastoralen Räume waren bei dem Leiterkurs vertreten (Bitte beachten: die fett gedruckten Ortsnamen bezeichnen den Sitz des Leiters im pastoralen Raum und sind noch nicht die endgültigen Bezeichnungen):

Neue pastorale Räume:

Büren (Pfarrer Peter Gede): gebildet aus den Pastoralverbünden Kleiner Hellweg-Almetal und Büren-Süd

Bigge (Pfarrer Richard-Joseph Steilmann): gebildet aus den Pastoralverbünden Bigge und Olsberg-Freier Grund

Hüsten (Pfarrer Dietmar Röttger): Die Gemeinden der Pastoralverbünde Kloster-Oelinghausen und Röhr-Ruhr sind bis 2015 auf dem Weg zu einer Gesamtpfarrei. 

Neue pastorale Räume, die im alten Zuschnitt bleiben (d.h. in den Grenzen des derzeitigen Pastoralverbunds):

Bad Berleburg (Pfarrer Bernhard Lerch): in den Grenzen des Pastoralverbundes Wittgensteiner Land

Wilnsdorf (Pfarrer Uwe Wiesner): in den Grenzen des Pastoralverbundes Südliches Siegerland

Halle (Dechant Josef Dieste, Domkapitular): in den Grenzen des Pastoralverbundes Stockkämpen

Neue pastorale Räume am Anfang eines mehrstufigen Strukturprozesses (d.h. erste Zusammenlegungen greifen jetzt, später kommen weitere Räume hinzu):

Geseke (Pfarrer Rainer Stahlhacke): gebildet aus den Pastoralverbünden Geseke Stadt und Geseke Land, später Zusammengehen mit Pastoralverbund Erwitte.

Bielefeld (Pfarrer Hubert Maus): gebildet aus den Pastoralverbünden Brackwede-Quelle-Ummeln und Senne, später Zusammengehen mit Pastoralverbünden Schildesche-Jöllenbeck, Im Bielefelder Westen, Bielefeld-Mitte, Bielefeld Mitte-Nord-Ost, Bielefeld-Ost und Bielefeld-Mitte-Ost

Hintergrund: Die Neustrukturierung der pastoralen Räume erfolgt im Zuge der Perspektive 2014, die in den kommenden fünf Jahren den Charakter eines diözesanen Projektes im Erzbistum Paderborn hat. Zusammen mit der Verankerung der „Pastoral der Berufung“ in der Seelsorge dient die neue Struktur jenem Anliegen, das Erzbischof Becker als zentral für die Zukunft des Erzbistums benannt hat: „das Weiterleben des Glaubens in unseren Breiten“.