VIDEO: Der Liboritusch - Gänsehaut durch Bläserklang

Paderborn, 17. Dezember 2014. Jeden, der die Eröffnung des Liborifests im Hohen Dom zu Paderborn miterlebt, ergreift dieser „wohlbekannte Schauder“: wenn der Schrein mit den Reliquien des Heiligen Liborius aus der Krypta herausgeführt wird und als Ankündigung des Heiligen ein 40 Mann starkes Bläserensemble majestätisch den Liboritusch schmettert.

Woher kommt dieses musikalische Markenzeichen? Was vermutlich die Wenigsten wissen: Die eingängige, rund 20-sekündige Notenfolge wurde keineswegs eigens für das Liborifest komponiert. Vielmehr wurde sie im Oratorium „Paulus“ von Jacob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy „entdeckt“, das 1836 in Düsseldorf uraufgeführt wurde. Einige Noten der Bläserfanfare aus dem Choral Nr. 16 „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ hinterließen beim Paderborner Konzertmeister und Dirigenten Otto Julius Gerke einen so nachhaltigen Eindruck, dass er sie anlässlich des 1.000-jährigen Jubiläums der Übertragung der Reliquien 1836 erstmals als besonderen Glanzpunkt einsetzte: Der Liboritusch war geboren – Mendelssohn Bartholdy sei Dank. Der Filmbeitrag von Peter Schanz zeichnet die bislang wenig bekannte Entstehungsgeschichte des Liboritusches nach und macht spürbar, warum eine so kurze Tonfolge auch heute noch „Gänsehaut durch Bläserklang“ erzeugt.