Preisträger 1997: Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski

Als Ausdruck des Dankes für seine vielfältigen und beharrlichen Bemühungen um ein „dem Frieden und der Eintracht dienendes Europa“ erhielt Wladyslaw Bartoszewski, ehemaliger polnischer Außenminister, die Medaille. Erzbischof Degenhardt würdigte mit der Auszeichnung vor allem die Verdienste, die sich der überzeugte Katholik um die Versöhnung zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk erworben hat.

Trotz seiner Erfahrungen mit dem „bestialischen nationalsozialistischen Regime und dem kommunistischen Terror“ sei er ohne Bitterkeit geblieben. Als Opfer, Zeitzeuge und Chronist zweier Dikataturen habe Bartoszewski nicht schweigen wollen über die Unmenschlichkeit dieser Diktaturen und über das Unrecht der Vertreibung, das Millionen Deutsche und Polen erlitten hätten. Bartozewski trete ein für ein demokratisches Polen, für die traditionellen abendländischen Werte seiner Nation und für ein gemeinsames, vom christlichen Geist geprägtes Europa.