Wie die Reliquien des Heiligen Liborius nach Paderborn gelangten

Die Liboriusreliquien gelangten aufgrund der Großmütigkeit eines Mannes von Westfranken nach Paderborn: Der damalige Bischof von Le Mans, Aldrich, machte sie Badurad, seines Zeichens Bischof von Paderborn, zum Geschenk. Aldrich und Baduard waren beide gebürtige Sachsen und hatten wiederholt eine Weile am kaiserlichen Hof Ludwigs des Frommen gelebt.

Die Vertrautheit zwischen den beiden Männern war sicher ein wichtiger Grund für dieses wertvolle Geschenk. Badurad reiste bis zur Überführung der Reliquien im Jahr 836 mehrmals nach Westfranken, etwa zur Weihe der Grabeskirche des Märtyrers Quentin. Dort erlebte er anschaulich mit, was er nur Monate später in seiner Paderborner Domkirche feierlich nachvollzog: die Erhebung der Gebeine eines Heiligen.

Was Badurad und Aldrich in die Wege geleitet hatten, wurde schließlich von Kaiser Ludwig dem Frommen endgültig veranlasst: Er gab den Befehl, die Reliquien des Hl. Liborius nach Paderborn zu übertragen. Im Frühling des Jahres 836 reiste eine Paderborner Delegation nach Le Mans, um die Gebeine des Heiligen in Empfang zu nehmen. Schon die Erhebung der Reliquien in der Zwölfapostelkirche war nach der Überlieferung von zahlreichen wunderbaren Zeichen begleitet. So soll sich, als der Leib des Heiligen aus den Gräbern gehoben wurde, in der ganzen Kirche ein wundervoller Geruch verbreitet haben.
Die Übergabe der Reliquien begründete den Bund ewiger Bruderschaft zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Le Mans.

Zum Pfingstfest kehrte die Gesandtschaft mit den Reliquien nach Paderborn zurück.