Das Erzbistum Paderborn vom Zeitalter der Reformation bis zur Aufklärung

Darstellung Fürstbischofs Dietrich IV. von Füstenberg am Fürstenberggrabmal im Hohen Dom zu Paderborn.ab 1520: Die Reformation hält in den Klöstern und Städten des Bistums Einzug, etwa in Herford und Lemgo.

1532: Reformatorische Wirren auch in Paderborn – unter anderem wird versucht, die fürstbischöfliche Residenz in Neuhaus niederzubrennen. Fürstbischof Hermann von Wied verpflichtet durch einen Erlass vom 16. Oktober Bürgermeister, Rat und Einwohner von Paderborn, „in Gehorsam gegen die Kirche zu verharren und nichts dagegen vorzunehmen und zu handeln, solange diese Ordnung durch die gemeine Christenheit nicht verändert wurde“.

1545: Hermann von Wied ruft sein Paderborner Bistum dazu auf, die katholischen Zeremonien in allen Kirchen abzuschaffen und die Reformation allgemein einzuführen. Domkapitel, Landadel und Städte sind mit der neuen Lehre nicht einverstanden. 1546 tritt Hermann von Wied zurück.

1585-1618: Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg wurde nach dem heiligen Gründerbischof Hathumar und dem seligen Bischof Meinwerk der dritte Begründer der Paderborner Kirche. Er führt im Hochstift Paderborn mit Hilfe seiner landesherrlichen Rechte die Kirchenreform nach dem Konzil von Trient (1554-1563) durch. 1614 gründet er die Paderborner Universität aus eigenen Mitteln und übergibt sie bei deren Eröffnung im Jahre 1616 den Jesuiten. Die Academia Theodoriana war die erste Universität in Westfalen.

1627: Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius, die der „tolle“ Christian von Braunschweig 1622 geraubt hatte.

1661-1683: Unter Fürstbischof Ferdinand II. von Fürstenberg, dem bedeutendsten geistlichen Fürsten seiner Zeit, erlebt Paderborn eine religiöse und kulturelle Blüte. Fürstbischof Ferdinand II. gründet die „Missio Ferdinandea” zur Unterstützung von Missionaren für die Gebiete von Magdeburg, Bremen, Halberstadt und Mecklenburg sowie für China und Japan.