„Eine Botschaft, die den Menschen erhöht“

Erzbischof Hans-Josef Becker predigt im Pontifikalamt am Ostersonntag über die „Alternative zur Vergänglichkeit“

Schlussstein mit Osterlamm im Gewölbe des Hohen Doms zu PaderbornFoto: pdp/Thomas ThroenlePaderborn, 1. April 2018. In einem festlichen Pontifikalamt feierte Erzbischof Hans-Josef Becker das Hochfest Ostern am Ostersonntag mit zahlreichen Gläubigen im Hohen Dom zu Paderborn. „Die biblische Botschaft setzt eine Alternative zu Vergänglichkeit und Tod und damit gegen Pessimismus und Sinnlosigkeit: Es ist die Botschaft von der Auferstehung Christi, nicht mehr und nicht weniger. Diese Botschaft ist nicht von Menschen ersonnen, sie wäre sonst wertlos. Sie ist die von Gott geschenkte Alternative des Lebens und der Freude", sagte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt.      

Auferweckung vom Tod komme im normalen menschlichen Leben nicht vor, bemerkte Erzbischof Becker zu Beginn seiner Predigt: „Gerade deshalb stößt der Osterglaube auf den Unglauben, auf den Protest des sogenannten vernünftigen Denkens und der scheinbar absolut beweiskräftigen Erfahrung: Das können wir nicht denken.“ Auch die Jünger, denen der Auferstandene erschienen sei, hätten ihre Zeit gebraucht, um sich im Glauben an die Auferstehung zu verwurzeln. Bei ihrer Verkündigung seien sie vielfach auf Ablehnung gestoßen. „Skepsis und Arroganz sind auch heute mächtig und versagen sich der Botschaft, die man doch wenigstens einmal darauf hin anfragen könnte, ob sie nicht eine wirkliche Antwort auf die doch tief im Menschen steckende Sehnsucht nach ewigem Leben ist“, so der Paderborner Oberhirte.  

Erzbischof Hans-Josef BeckerFoto: pdpDie Sehnsucht nach ewigem Leben scheine heute weitgehend zu erlischen, stellte Erzbischof Becker fest. „Ein tiefer Pessimismus weitet sich aus – nicht trotz, sondern gerade wegen des bloß äußeren Fortschrittes, der ja keine Antwort weiß auf die wirklich beunruhigenden Fragen bezüglich des Bösen oder im Hinblick auf Schuld und Vergänglichkeit.“ Die Welt habe keine Alternative zur Vergänglichkeit. Gott hingegen habe Jesus von den Toten auferweckt, um allen Glaubenden Anteil am Leben der Auferstehung zu geben. „Jesus ist der ‚Anführer des Lebens‘. Gott hat ihn zu dem gemacht, der jeden Pessimismus verbannt und Freiheit und Freude ins Leben bringt“, ermutigte der Paderborner Erzbischof die Gläubigen.  

Oft drohe der Mensch in der technisch-wissenschaftlichen und digitalisierten Gesellschaft zu einem ersetzbaren „Massenartikel“ zu werden, dessen Wert von seinem Nutzen für die Gesellschaft abzuhängen scheine. „Aber diesem Menschen sagt die Botschaft von der Auferstehung: ‚Du wirst leben. Du wirst mit Jesus auferstehen, weil Gott Dich ganz in seine Nähe und in seine Gegenwart berufen hat. Du hast einen unvergleichlichen Wert, weil Du nach Gottes Ebenbild erschaffen und nach dem Bild des auferstandenen Christus neu geschaffen bist‘. Das ist eine Botschaft, die den Menschen erhöht. Sie sagt, dass das Leben des Menschen den Bereich Gottes erreicht hat, wo er uns annimmt und aufnimmt in sein Leben und in seine Geborgenheit“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt.  

Den feierlichen Rahmen erhielt das Pontifikalamt auch durch die musikalische Gestaltung durch den Paderborner Domchor, die Domkantorei, Solisten sowie das Orchester der Philharmonischen Gesellschaft Paderborn unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Thomas Berning. Die Musiker führten Wolfgang Amadeus Mozarts „Große Credo-Messe“ (Missa in C KV 257) sowie Georg Friedrich Händels „Halleluja“ aus dem Oratorium „Messias“ auf. An der Orgel spielte Domorganist Tobias Aehlig.