„Das Gastmahl der Liebe“ – Stiftungsworte der Eucharistie

Feier des Letzten Abendmahls an Gründonnerstag im Hohen Dom mit Erzbischof Hans-Josef Becker

Erzbischof Hans-Josef Becker wusch 12 Männern in der Abendmahlfeier am Gründonnerstagabend die Füße.pdp / Ronald PfaffPaderborn, 29. März 2018. Am Abend des Gründonnerstags feierte Erzbischof Hans-Josef Becker im Hohen Dom zu Paderborn die traditionelle Messe vom Letzten Abendmahl – dem „Gastmahl der Liebe“. Nach seiner Predigt wusch er zwölf Männern die Füße.

„Über dem Abend des Gründonnerstags liegt etwas von der Atmosphäre des Abschiednehmens. Die Kirche sagt es im Tagesgebet heute weltweit, dass Jesus am Abend vor seinem Leiden das Gastmahl der Liebe gestiftet hat“, erinnerte Erzbischof Hans-Josef Becker an die Stiftungsworte der Eucharistie.

Im Letzten Abendmahl steht die Überlieferung des Apostels Paulus im Korinther-Brief im Mittelpunkt: „Jesus nahm in der Nacht, da er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für Euch.“ Mit den Worten „für Euch“, so der Erzbischof in seiner Predigt, erkläre Jesus das Geschehen am Kreuz, worin er sich für die Seinen hingeben wird. „Jede Eucharistiefeier steht damit im Zeichen des Todes Jesu. Wer in der Kommunion den Leib Christi empfängt, bekommt Anteil an seinem hingegebenen Leib, und die sühnende Kraft des Sterbens Christi wird in ihm wirksam.“

Die Darreichung des Kelches mit den Worten „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute“ verkünde den neuen Bund, den Gott mit seinem Volk schließt. Zugleich forderte Jesu auf: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Erzbischof Hans-Josef Becker betonte, dass jede Messfeier zwischen zwei Polen eingespannt sei, nämlich zwischen der Nacht der Einsetzung damals in Jerusalem im Abendmahlssaal und dem herrlichen Offenbarwerden Christi am Ende der Zeit. „Nicht Wehmut und Trauer beherrschen diese Stunde, sondern – bei allem Ernst – das freudige Gedächtnis, dass Er, der Erhöhte, in seiner Kirche gegenwärtig ist und bleibt.“

Beim Ritus der Fußwaschung, der traditionell in der Messe vom Letzten Abendmahl an Gründonnerstag begangen wird, wusch Erzbischof Hans-Josef Becker im Altarraum des Hohen Domes nach der Predigt zwölf Männern die Füße. Nach dem Gottesdienst wurden sämtliche Decken und Schmuck vom Altar entfernt und das Allerheiligste in die Krypta des Hohen Domes getragen. Dort betete Erzbischof Becker mit den Mitgliedern des Metropolitankapitels und zahlreichen Gläubigen die Komplet. Im Anschluss fanden in der Krypta bis 24 Uhr Betstunden statt – in Gedenken an Jesu Aufforderung am Ölberg „Bleibt hier und wachet mit mir“.

An das freudige Gedächtnis an Jesu erinnerte Hans-Josef Becker in seiner Predigt.pdp / Ronald PfaffMit der Feier des traditionellen Gottesdienstes am Abend des Gründonnerstages tritt die Kirche in das österliche Triduum ein. Das sogenannte Triduum erstreckt sich über drei Tage, vom Abend des Gründonnerstages bis zum Ostersonntag. Es entfaltet in einer einzigen großen Feier Tod und Auferstehung Jesu Christi, die Mitte des christlichen Glaubens. Der Gründonnerstagsgottesdienst wurde ohne die gewohnten Schlussriten beendet, wodurch deutlich wird, dass die Feier des österlichen Triduums eine vom Gründonnerstag bis zum Ostersonntag andauernde Feier ist.

Am Karfreitag leitet der Erzbischof im Hohen Dom zu Paderborn um 15 Uhr die Karfreitagsliturgie, die Feier vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Bereits um 10 Uhr betet Weihbischof Mathias König den Kreuzweg im Kreuzgang des Paderborner Domes.

Die Karfreitagsliturgie um 15 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn wird ohne die gewohnten Eröffnungsriten eröffnet und ohne Schlussriten beendet werden. In der Todesstunde Jesu gedenkt die Kirche seines Leidens und Sterbens. In diesem Gottesdienst wird als Evangelium die Passion Jesu vorgelesen und die Gläubigen haben die Möglichkeit zur Verehrung des Kreuzes. Nach der Kommunionfeier wird das heilige Kreuz in die Krypta übertragen.

Am Abend des Karfreitags wird im Dom die Fastenreihe „Rendezvous im Dom“ mit einer Andacht um 19.30 Uhr beschlossen. Diese wird vom Gastprediger Martin Ebner, Professor für Bibelwissenschaften an der Uni Bonn, gestaltet. Unter der Überschrift „Am Abend aber desselbigen Tages…“ hat der Bonner Professor fiktive Nachgedanken zur Kreuzigung Jesu verfasst.