950 Jahre Imad-Dom zu Paderborn

Jahres-Festprogramm zum 950-jährigen Jubiläum der Domweihe vorgestellt

Gruppenbild zum Domjubiläum Das Festprogramm zum 950-jährigen Weihejubiläum des Doms steht: Dompropst Monsignore Joachim Göbel (Mitte) und Projektkoordinator Daniel Born (3.v.l.) gemeinsam mit Andreas Begemann (links) und Dr. Georg Eggenstein (2.v.l.), die sich für die lebendige Dombauhütte engagieren und Luca Olszewski, Moritz Lütke Westhues, Sebastian Brumby und Julian Schlangenotto von hundbrax LEGO movies.pdp/Lena Reiher Paderborn, 6. Februar 2018. Im vergangenen Jahr 2017 hat das Paderborner Metropolitankapitel bereits das 1.000-jährige Jubiläum der Bartholomäuskapelle vielfältig begangen – 2018 folgt nun das Jubiläumsjahr zur 950-jährigen Weihe des Imad-Doms. Unter dem Leitwort „behütet und bedacht“ wurde dazu ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt, das am 22. Juli 2018, dem Festtag der Domweihe, seinen Höhepunkt mit einem Festgottesdienst findet, bei dem auch zum ersten Mal die neuen Domglocken erklingen werden. In einem Pressegespräch informierten Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Projektkoordinator Daniel Born über das Jubiläum und die damit verbundenen Angebote.

Als im Jahr 1058 Paderborn fast vollständig niederbrannte, wurde dabei auch der Dom, den Bischof Meinwerk nur 40 Jahre zuvor hatte errichten lassen, erheblich zerstört. Sein Neffe und Nachfolger, Bischof Imad, begann daraufhin mit seinem Neubau, der nur zehn Jahre später, am 22. Juli 1068, durch Erzbischof Siegfried von Mainz geweiht werden konnte. Von diesem Imad-Dom ist heute allerdings nicht mehr viel Sichtbares übrig, doch steht der heutige Paderborner Dom auf seinen Grundmauern und lässt daher seine Größe und seinen Aufbau gut erkennen. Noch heute wird jährlich der Weihetag des Imad-Doms begangen.

Dompropst Monsignore Joachim Göbel Dompropst Monsignore Joachim Göbel beim Pressegespräch zum Domjubiläum.pdp/Lena Reiher „Das Erzbistum Paderborn feiert mit dem Dom-Jubiläum nicht ein unversehrt erhaltenes Bauwerk, sondern das geistliche Anliegen, das dahinter steht: Dass der Mensch Orte braucht, an denen er zu Gott finden und wo er alle wichtigen Ereignisse im Leben feiern kann – auch im öffentlichen Leben“, erklärt Dompropst Monsignore Joachim Göbel den Gedanken der Feierlichkeiten. Der Imad-Dom stehe exemplarisch für solche Orte, an denen Gott Menschen entgegenkommt und sie sich seines Schutzes versichern dürfen.

Das bunte und vielfältige Veranstaltungsprogramm zum Jubiläumsjahr beinhaltet zahlreiche Highlights. Beispielsweise richten die Institute für Katholische und Evangelische Theologie der Universität Paderborn eine interkonfessionelle Ringvorlesung unter dem Titel „Mit Gott im Raum: Religiöse Räume und heilige Orte“ aus. Vom 17. April an werden an jedem Dienstagabend des Sommersemesters Theologen unterschiedlicher Religionen den Ursprung, Wandel und die Bedeutung heiliger Orte vorstellen.

Ab dem 23. Juni wird für acht Wochen eine lebendige Dombauhütte im Garten des Abdinghofes eingerichtet, wo Besucher in die Welt des Mittelalters eintreten können. Hier präsentieren unterschiedliche Experten die Handwerke des Mittelalters, die in der damaligen Zeit benötigt wurden, um einen Kathedralbau wie den Imad-Dom umzusetzen. Außerdem können alle Besucher der lebendigen Dombauhütte bei der Fertigung und dem Guss einer kleinen Glocke zuschauen.

Der Hochtag des Jubiläumsjahres ist der 22. Juli, der Festtag der Domweihe des Imad-Doms. Bei einem feierlichen Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker und Weihbischof Dr. Udo Bentz von Mainz wird dieser besondere Tag begangen. Nach fast einjähriger Wartezeit werden dann auch zum ersten Mal wieder die Dom-Glocken zu hören sein. Mit den zwei neuen Glocken ist das Dom-Geläute auf acht Glocken vervollständigt worden, was zeitgleich die Mutterkirche des Erzbistums wieder zum klanglichen Fundament aller anderen Paderborner Glocken werden lässt.

Die große Ausstellung des Erzbischöflichen Diözesanmuseums richtet sich ebenfalls am Domjubiläum aus. Am 21. September eröffnet die Ausstellung „GOTIK – Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa“, welche bis Januar 2019 dort zu sehen sein wird.

Etwas ganz Besonderes haben sich zudem sieben Jugendliche der hundbrax LEGO movies ausgedacht. Sie drehen einen Stop-Motion-Film, der den Bau des Paderborner Domes, nachgestellt mit Legosteinen, zeigt. Dazu bauen sie den Dom aus mehreren tausend Legosteinen nach, so dass er später einmal die Paderborner Bischofskirche in einem Maßstab von 1:100 darstellt und rund einen Meter groß sein wird. Die besondere Schwierigkeit dabei besteht darin, dass es keine genauen Pläne des Doms gibt und die Jugendlichen die gesamte Architektur frei Hand nachbauen müssen.

„Wir freuen uns sehr, dass das Jubiläumsprogramm so abwechslungsreich und vielschichtig geworden ist und hoffen, dass sich jede Altersgruppe durch die verschiedenen Aktionen angesprochen fühlt“, so Dompropst Göbel.

Alle Termine und Aktionen finden Sie auf der Seite zum Dom-Jubiläum: https://www.behuetetundbedacht.de/imaddom/