Kraft des spirituellen Gesangs

Gospel war ein Thema bei der 44. Begegnung der Künstler in Schwerte

Um spirituelle Musik ging es bei der „44. Begegnung der Künstler“ in der Katholischen Akademie Schwerte, hier mit Erzbischof Hans-Josef Becker (hinten Mitte), dem Dortmunder Gospelchor, Professor Dr. Wolfgang Rathert (3.v.l.), Suzanne Thorp (4.v.l.), Prof. Dr. Stefanie Lieb (2.v.r.) und Prälat Dr. Peter Klasvogt (3.v.r.).pdpSchwerte, 13. Januar 2018. Ein musikalisches Ausrufezeichen, passend zum Jahresthema „emotion!“ der Katholischen Akademie Schwerte setzte am Samstag der Dortmunder Gospelchor. Dieser begrüßte mit einem Intro und dem Solo von Gabriela Kyeremateng die Gäste der „44. Begegnung der Künstler“ im Foyer der Katholischen Akademie.

Damit wurde sogleich deutlich, worum es bei dem traditionellen Treffen von Kunstinteressierten und Kunstschaffenden aus dem Erzbistum Paderborn, an dem auch Erzbischof Hans-Josef Becker teilnahm, ging: Um die „Kraft des spirituellen Gesangs“. Kaum ein spiritueller Gesang wirkt kraftvoller als der Gospel. Das Gespräch über die Musik der christlichen afroamerikanischen Gemeinden bildete daher einen Schwerpunkt der diesjährigen Begegnung. Professor Dr. Wolfgang Rathert, Musikwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München sprach in einem Vortrag über „Gospel zwischen Religion und Politik“. Ein Großteil der Kraft schwarzer Musik stamme aus der Kirche, erläuterte Professor Rathert. Gospel sei eine Form des Protestes gegen die Unterdrückung und Ausdruck der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Was das Gospelsingen für eine Künstlerin bedeutet beschreib die Sopranistin Suzanne Thorp in einem Interview mit Prof. Dr. Stefanie Lieb, Studienleiterin an der Katholischen Akademie Schwerte. Als Kind, sagte Suzanne Thorp, sei sie in den USA  an einer Kirche vorbeigekommen in der Gospels gesungen wurden und habe sofort gedacht, „da möchte ich hin.“ Durch die wiederholten Texte und die Bewegungen des Körpers sei Gospelmusik wie eine Meditation.

„Musik ist Gebet“, meinte Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Katholischen Akademie Schwerte. Wo Menschen geistlich lebten, würden auch neue musikalische Ausdrucksformen entstehen. In Video-Einspielungen zeigte er dazu Beispiele aus Taizé, von der „Gemeinschaft von Jerusalem“ und der Gemeinschaft Sant’Egidio.

Der Dortmunder Gospelchor beteiligte sich an der musikalischen Gestaltung der Eucharistiefeier bei der „44. Begegnung der Künstler“ in der Katholischen Akademie Schwerte.pdpIn der anschließenden, vom Dortmunder Gospelchor und Suzanne Thorp musikalisch gestalteten Eucharistiefeier, zitierte Erzbischof Hans-Josef Becker Rainer Maria Rilke: „Der Anfang der Kunst ist Frömmigkeit.“ Künstlerisches Schaffen, sagte der Erzbischof, brauche immer wieder die Rückkoppelung an die Quellen des Glaubens, an die Heilige Schrift und den Reichtum der christlichen Tradition in Verbindung mit der Praxis gelebten Glaubens. Kunst sei einer der Wege „zur Begegnung mit dem Herrn“.