Dechant Dr. Gerhard Best wird Wallfahrtsleiter in Werl

Erzbischof Becker informiert über personelle Entscheidungen zur Wallfahrt in Werl

Dechant Dr. Gerhard Best wird neuer Wallfahrtsleiter der traditionsreichen Marienwallfahrt in Werl.pdp / Thomas ThroenlePaderborn / Werl, 14. Januar 2018. Es ist das allseits bekannte Ziel von Erzbischof Hans-Josef Becker, die traditionsreiche Marienwallfahrt und die bewährte Wallfahrts-Seelsorge in Werl in eine gute Zukunft zu führen. Zu diesem Zweck hatte das Erzbistum Paderborn im Jahr 2017 das Grundstück und das Klostergebäude der Franziskaner erworben, die sich im Jahr 2019 aus Werl zurückziehen werden. Bei einem Pontifikalamt in der Propsteikirche St. Walburga und einem anschließenden Empfang anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums der bedeutenden Wallfahrtsstadt Werl gab der Paderborner Erzbischof am Sonntag, 14. Januar 2018, nun auch eine erste Personal-Entscheidung bekannt: Dechant Dr. Gerhard Best wird nach dem Weggang der Franziskaner zum Ende der Wallfahrtssaison 2019 die Leitung der Wallfahrt in Werl übernehmen. Nachfolger von Dr. Best als Pfarrer der Pfarrei Jesus Christus in Lippetal wird zum 1. September 2018 Domvikar Ulrich Liehr.      

Durch die frühzeitige personelle Entscheidung und den damit verbundenen frühen Stellenwechsel zum 1. September 2018 ist es dem neuen Wallfahrtsleiter möglich, Erfahrungen anderer Wallfahrtsstätten intensiv kennen zu lernen und in ein Konzept für die Marien-Wallfahrt in Werl einzubringen. Zugleich kann der neue Wallfahrtsleiter Dr. Best bei der konkreteren Planung zur Nutzung des Klostergebäudes und des dort entstehenden Wallfahrtszentrum mitwirken.  

Nachfolger von Pfarrer Dr. Gerhard Best als Pfarrer der Pfarrei Jesus Christus Lippetal wird Domvikar Ulrich Liehr. Der derzeitige Erzbischöfliche Kaplan und Geheimsekretär wird zum 1. September 2018 die Pfarrstelle antreten.  

Als im Jahr 2015 bekannt gegeben wurde, dass der Franziskanerorden die Wallfahrtsseelsorge in Werl im Jahr 2019 aufgeben werde, hatte Erzbischof Becker zum Ausdruck gebracht, dass das Erzbistum Paderborn für eine gute Folge-Lösung Sorge tragen wolle, damit die Wallfahrt zur „Trösterin der Betrübten“ in Werl auch weiterhin ein festes und lebendiges Element im Erzbistum sei und bleibe. Gespräche zwischen der Ordensleitung der Franziskaner und Vertretern des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn im Hinblick auf das Grundstück und das Klostergebäude, das sich im Besitz der Franziskaner befindet, führten zum Ergebnis, dass das Erzbistum Paderborn beides erwirbt. „Wir wollen die Wallfahrt und Wallfahrts-Seelsorge in Werl in eine gute Zukunft führen. Wir nutzen die Möglichkeit, der Wallfahrt auch einen Ort zu sichern“, so Generalvikar Alfons Hardt bei der Bekanntgabe des Kaufs des Areals und des Gebäudes durch das Erzbistum Paderborn. Das Klostergebäude soll nach dem Weggang der Franziskaner umgebaut werden, um dort ein Wallfahrtszentrum einzurichten. Darüber hinaus sollen darin kirchliche Einrichtungen angesiedelt werden. Zudem ist die Unterbringung der Ursulinenschwestern im ehemaligen Franziskaner-Klostergebäude geplant, da sie ihr eigenes Kloster in der Neuerstraße in Werl verlassen werden.

Zur Person von Dechant Dr. Gerhard Best  

Domkapitular Dr. Gerhard Best wurde 1957 in Werl geboren. Nach dem Abitur 1977 am dortigen Mariengymnasium studierte er an der Theologischen Fakultät in Paderborn sowie in Münster, Freiburg (Breisgau) und Dortmund Theologie und Philosophie. Das Studium schloss er 1982 mit dem Diplom ab. Von 1982 bis 1988 war er als hauptamtlicher Küster der Propsteikirche St. Walburga in Werl tätig. 1987 erwarb er das Lizentiat in Religiöser Volkskunde und Liturgiewissenschaft. Nach der Ausbildung von 1988 bis 1990 im Erzbischöflichen Priesterseminar wurde er am 2. Juni 1990 von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. Best wurde 1990 mit der Dissertation „Glocken und Läuten in Westfalen“ zum Doktor der Theologie promoviert. Von 1990 bis 1992 war er eingesetzt als Vikar der Pfarrei St. Agnes in Hamm, anschließend wirkte er bis 1993 – neben seinem Studium der Volkskunde und Kunstgeschichte in Münster – als Krankenhausseelsorger im Marienhospital in Hamm. Von 1993 bis 1996 war er tätig als Pfarrvikar in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Barge und anschließend von 1996 bis 1999 als Pfarrer der Gemeinde St. Laurentius in Clarholz. In der Kirchengemeinde St. Pankratius in Körbecke (Möhnesee) wirkte Dr. Best als Pfarrer von 1999 bis 2011. Von 2001 bis 2011 war er zugleich Leiter des Pastoralverbundes Möhnesee, von 2004 bis 2006 Dechant des damaligen Dekanates Soest. Seit 2006 ist er Dechant des Dekanates Hellweg. Von 2012 bis 2013 leitete er als Pfarrer die neu gegründeten Pfarrei Zum Guten Hirten in Möhnesee. Seit 2013 war Dr. Best Pfarrer der neuen Kirchengemeinde Jesus Christus in Lippetal. Neben diesen Aufgaben im seelsorglichen Dienst vertrat er zunächst ab 2004 die Region Hellweg und anschließend von 2006 bis 2012 das Dekanat Hellweg im Priesterrat des Erzbistums Paderborn und nahm im Auftrag dieses Gremiums zugleich als Ständiger Gast an den Sitzungen des Priesterrates der Diözese Magdeburg teil. Dr. Gerhard Best ist seit 1977 Glockensachverständiger und Beauftragter für das Glockenwesen im Erzbistum Paderborn. Im März 2015 wurde Dr. Best als nichtresidierender Domkapitular des Metropolitankapitels des Hohen Dom zu Paderborn eingeführt.      

Kaplan Ulrich Liehr wird zum 1. September 2018 Pfarrer der Pfarrei Jesus Christus Lippetal.pdp / Thomas ThroenleZur Person von Kaplan Ulrich Liehr  

Domvikar Ulrich Liehr wurde 1981 in Castrop-Rauxel geboren. Nach seinem Abitur am Adalbert Stifter Gymnasium in Castrop-Rauxel studierte er in Paderborn und Wien Theologie. Im Juni 2006 wurde er in Attendorn zum Diakon geweiht. Am 26. Mai 2007 empfing er im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Von 2007 bis 2009 war er Vikar der Gemeinde St. Peter und Paul in Siegen und zugleich Seelsorger im Pastoralverbund Siegen-Süd. Zudem wurde er als Dekanatsjugendseelsorger des Dekanates Siegen beauftragt. Ab September 2009 war Liehr Persönlicher Sekretär von Kardinal Paul Josef Cordes und Mitarbeiter des Päpstlichen Rates „COR UNUM“ in Rom. Seit dem 1. Juni 2011 ist Domvikar Liehr Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär von Erzbischof Hans-Josef Becker.      

Stichwort „Marienwallfahrt Werl“  

Vor rund 350 Jahren, im Jahr 1661, gelangte durch die Vermittlung des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Maximilian Heinrich das Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ nach Werl. Zuvor war es in der seit der Reformation evangelischen Kirche St. Maria zur Wiese in Soest verehrt worden. Damit begann in Werl die bis heute lebendige Marienwallfahrt. Werl ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Bundesrepublik, nach Kevelaer und Altötting der drittgrößte. Die Werler Madonna zählt zu den schönsten Mariendarstellungen Europas. Unter Papst Pius X. wurde das Gnadenbild 1911 gekrönt. Die Krone ist ein kostbares Schmuckstück, das die Madonna lediglich zu hohen Feiertagen trägt.  

In der Wallfahrtszeit, die jährlich vom 1. Mai bis zum Hochfest Allerheiligen am 1. November dauert, kommen weit über 100.000 Menschen als Pilger zur „Trösterin der Betrübten“ nach Werl. Im Jahr 2011, als das 350-jährige Jubiläum der Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ begangen wurde, waren rund 200.000 Wallfahrer in den bedeutenden Marienwallfahrtsort gekommen: Pilger aus dem ganzen Erzbistum Paderborn und darüber hinaus hatten an zahlreichen Pilgermessen, Pilgerandachten und Lichterprozessionen im Jubiläumsjahr teilgenommen.