Die „Fest-Klang-Krone“ geht auf Wanderschaft

Installation der Künstlerin Christa Henn wird in der Paderborner Bartholomäuskapelle abgebaut und reist durch das Erzbistum Paderborn

Abschied aus Paderborn: Die Künstlerin Christa Henn packt ihre „Fest-Klang-Krone“ in der Bartholomäuskapelle ein. Die Installation wird jetzt durch das Erzbistum Paderborn reisen.Foto: pdp/Thomas ThroenlePaderborn, 3. Januar 2018. Seit Juli 2017 „krönte“ eine Installation die Bartholomäuskapelle zwischen Hohem Dom und Kaiserpfalz in Paderborn: die „Fest-Klang-Krone“, die die Kölner Künstlerin Christa Henn aus Anlass des 1.000-jährigen Jubiläums der Kapelle geschaffen hat. Jetzt wird das Kunstwerk – mehrere Röhren aus zusammengesetzten Röntgenbildern – abgebaut und verabschiedet sich aus Paderborn. Doch die Installation bleibt dem Erzbistum Paderborn erhalten: Sie wird durch das Erzbistum reisen und an verschiedenen Orten zu bewundern sein. Die ersten beiden Stationen sind die Pfarrkirchen St. Agnes in Hamm und St. Laurentius in Erwitte.      

Die „Fest-Klang-Krone“ ist für das 1.000-jährige Jubiläum der Bartholomäuskapelle entstanden, das im Jahr 2017 gefeiert wurde. Vor diesem Hintergrund erklärt sich der Bestandteil „Fest“ im Namen des Kunstwerks. Doch auch die weiteren Bestandteile haben ihren Sinn: Die Bartholomäuskapelle war der Ort, an dem der König sich vor Festmessen im Dom ankleidete und somit auch im praktischen Sinne „gekrönt“ wurde. Für Christa Henn, die eine Vielzahl ihrer Kunstwerke aus Röntgenbildern kreiert, war die wichtigste Inspiration für ihr Kunstwerk der „Klang“, den die Kapelle durch ihre einzigartige Raumakustik entwickelt: „Die Röntgenbilder, aus denen ich die Krone zusammengesetzt habe, bringen zum Ausdruck, dass Menschen im Inneren zwar nahezu gleich sind, dass aber jeder Mensch doch ganz individuell ist“, erklärt die Künstlerin. In ihrer Installation bringt Christa Henn das Innerste der Menschen „zum Klingen“ – so wie es die zahlreichen Besucher der Kapelle dank der Raumakustik mit ihren Stimmen tun.  

Von Juli bis Dezember 2017 „krönte“ die „Fest-Klang-Krone“ die Bartholomäuskapelle in Paderborn. Die Künstlerin Christa Henn hatte die Installation für das 1.000-jährige Jubiläum der Kapelle geschaffen.Foto: pdp/Thomas ThroenleSchon bei der Präsentation der Installation im Juli war das Interesse an der Krone groß. Auch während der Ausstellungszeit bis Ende 2017 erhielt die Künstlerin ein großes Echo darauf – per E-Mail, per Post, aber auch in zahlreichen Gesprächen vor Ort. „Die Idee, die Krone jetzt durch das Erzbistum Paderborn zu schicken, ist auf viel Zuspruch gestoßen“, so Christa Henn. Kurz nach dem Jahreswechsel ist die Künstlerin aus Köln nach Paderborn gekommen, um ihre Installation in der Bartholomäuskapelle abzubauen: Auf einer Leiter stehend nimmt sie behutsam Röhre für Röhre ab.  

Jetzt geht die Installation auf „Tournee“ durch das Erzbistum, zunächst im Januar und Februar nach Hamm in die Pfarrkirche St. Agnes und dann im März und April in die Pfarrkirche St. Laurentius in Erwitte. Das Konzept der „Reise“ durch das Erzbistum sieht vor, die Krone mit einem weiteren Kunstwerk von Christa Henn an einer anderen Ausstellungsstätte vor Ort in Dialog treten zu lassen. So hat die Künstlerin für die evangelische Pauluskirche in Hamm eine eigene Arbeit mit dem Titel „Dialogfenster“ angefertigt: Zwei große Flächen aus Röntgenbildern, die sich gegenüberstehen und die Fenster der Kirche vergrößern – zusammen mit der „Fest-Klang-Krone“ in St. Agnes ein Sinnbild für den ökumenischen Dialog. Auch für Erwitte werden derzeit verschiedene mögliche Kooperationen geprüft.  

In Hamm wird die Krone pünktlich zum Dreikönigsfest ab dem 6. Januar 2018 über dem neuen Baptisterium hängen, das dort Mitte Oktober 2017 gesegnet wurde. Am 18. Januar 2018 wird es in der Kirche St. Agnes einen gesonderten Eröffnungsabend geben. Im März geht die Reise der Krone dann weiter nach Erwitte.