Unter einem „guten Stern“ Gottes Offenbarung suchen

Weihbischof Dominicus feiert Weihnachtsgottesdienst mit Gläubigen des syro-malankarischen Ritus

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB feierte mit syro-malankarischen Gläubigen in der St. Laurentius-Kirche in Herne-Wanne-Eickel am zweiten Weihnachtstag den Weihnachtsgottesdienst.Paderborn / Herne-Wanne-Eickel, 26. Dezember 2017. Der aus Indien stammende syro-malankarische Ritus der katholischen Kirche hat eine jahrzehntelange Tradition in Deutschland. Rund 300 Familien mit etwa 1.000 Menschen leben in fünf syro-malankarischen Gemeinden in Deutschland, unter anderem in der St. John Chysostom Gemeinde Herne/Dortmund. Um den Gläubigen gerade zum Weihnachtsfest ein Stück Heimat zu geben, feierte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB mit den syro-malankarischen Gläubigen in der St. Laurentius-Kirche in Herne-Wanne-Eickel am zweiten Weihnachtstag den Weihnachtsgottesdienst. Pfarrer Santhosh Thomas, offizieller syro-malankarischer Seelsorger in Deutschland aus der St. Josef Gemeinde in Frankfurt, konzelebrierte.      

Ihren Ursprung führen die Gläubigen des syro-malankarischen Ritus auf die Verkündigung des Apostels Thomas zurück, weshalb sie auch als Thomaschristen bezeichnet werden. Seit der Wiedervereinigung der syro-malankarischen Kirche mit der römisch-katholischen Kirche im Jahr 1930 verzeichnet die syro-malankarische Kirche ein enormes Wachstum. Die weltweit rund 400.000 Gläubigen leben in Indien, in den USA, Kanada und Westeuropa.  

Weihnachtlicher Segen: Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB spendet Gläubigen einen Segen.In seiner Predigt im Weihnachtsgottesdienst in Wanne-Eickel blickte Weihbischof Dominicus auf den Weg der Weisen aus dem Morgenland. Diese seien aufgebrochen, um Gott und Antworten zu ihrem Leben zu finden. Gott habe ihnen ein Wegzeichen gegeben, das diese Sehnsucht aufgreife. Unter diesem „guten Stern“ sei der Aufbruch zu einem Weg erfolgt, der von Hoffnung, aber auch von Gefahren und Zweifeln geprägt gewesen sei, führte Weihbischof Dominicus aus.  

In Betlehem angekommen seien die Sterndeuter auf ein „Erscheinungsbild Gottes“ getroffen, das ihren Vorstellungen nicht entsprochen habe: „Den Gott ihres Lebens finden sie in einem kleinen Kind. Sie erfahren Gottes Offenbarung da, wo sie es nicht vermuteten und anders als sie es sich vorstellten – aber so, dass ihr Herz Bescheid weiß, sie niederknien und in Ehrfurcht anbeten“, so Weihbischof Dominicus.  

Weihnachtliche Freude: Ordensschwestern nutzen die Gelegenheit für ein Gruppenbild mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Pfarrer Santhosh Thomas, offizieller syro-malankarischer Seelsorger in Deutschland.Die Geschichte der Sterndeuter sei die jedes einzelnen Menschen: „Ein Leben lang sind wir aufgefordert aufzubrechen. Wir suchen nach Lebensmöglichkeiten für uns und unsere Familien. Wir müssen Vertrautes hinter uns lassen und Neues gestalten“, sagte Weihbischof Dominicus den syro-malankarischen Gläubigen. „Ich wünsche uns, dass wir die empfangene Liebe Gottes weitertragen und so zu Sterndeutern – zu einem Lebenszeichen für andere – werden und sie zum Gott in der Krippe führen.“      

Hintergrund: Die syro-malankarischen Christen in Deutschland  

Die engen Beziehungen zwischen der malankarischen und der katholischen Kirche in Deutschland begannen in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Um den gegenseitigen Dialog war in den Folgejahren unter anderem auch der verstorbene Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Kardinal Degenhardt bemüht, ebenso wie heute sein Nachfolger Erzbischof Hans-Josef Becker. Im Rahmen eines Projekts kamen in den Sechziger Jahren mehrere hundert junge Frauen aus Indien zur Krankenpflegeausbildung nach Deutschland, es folgten Priester und Ordensschwestern. Heute sind über 100 Ordensschwestern der syro-malankarischen Kirche in caritativen Einrichtungen der deutschen Kirche tätig. Die erste syro-malankarische Gemeinde entstand in Frankfurt. Heute gibt es fünf Gemeinden in Bonn/Köln, Heidelberg/Stuttgart, Krefeld, Herne/Dortmund und Frankfurt/Mainz.