„Gott wird Mensch in DIESER Welt“

Erzbischof Becker und Generalvikar Hardt besuchen Kinder im Erzbischöflichen Kinderheim Paderborn

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte mit den Kindern und Mitarbeitern des Erzbischöflichen Kinderheims einen adventlichen Gottesdienst.Foto: pdp/Lena Reiher Paderborn, 15. Dezember 2017. Auf einen Termin in ihrem „Advents-Terminkalender“ freuen sich Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt in jedem Jahr besonders: den Besuch im Erzbischöflichen Kinderheim am Bonifatiusweg in Paderborn. Kurz vor dem dritten Advent begrüßten die Kinder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderheims den Paderborner Erzbischof und seinen Generalvikar sowie Pfarrer Thomas Stolz von der St. Bonifatius-Pfarrei in Paderborn.      

Der Gottesdienst, der unter dem Thema „Gott wird Mensch in DIESER Welt“ stand, war von den Kindern und Jugendlichen aus den einzelnen Wohngruppen sowie den Mitarbeitern gemeinsam mit Diakon Alfons Neumann von der St. Bonifatius-Pfarrei vorbereitet worden. Diakon Neumann arbeitet seit dem 1. Januar 2017 als Seelsorglicher Begleiter im Kinderheim. Bei der Einführung erklärte er, Gott liebe die von ihm erschaffene Welt so sehr, dass er ein Teil dieser Welt geworden sei, was Menschen zu Weihnachten jedes Jahr aufs Neue feiern würden. Die von Gott erschaffene Welt werde aber vielfach auch zerstört. In Gruppen hatten Jugendliche sich damit auseinandergesetzt – frei nach dem Motto „Wir können helfen, diese Welt zu erhalten!“. Zwei Mädchen berichteten über ein Projekt, in dem der Plastikmüll in ihrer Wohngruppe reduziert wurde. Eine andere Gruppe hat das städtische Klärwerk besucht und dort live erlebt, wie aufwändig es ist, aus schmutzigem wieder sauberes Wasser zu machen.  

In der Lesung aus dem Buch Genesis hörten die Kinder, dass Gott die Erde der Fürsorge des Menschen anvertraut hat. Darauf ging auch Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Ansprache ein: „Gott sagt uns: ‚Ihr seid verantwortlich für diese Erde. Alles auf dieser Erde soll gut miteinander leben können“, erklärte er. Weihnachten sei das Fest der Zuwendung Gottes zu der von ihm geschaffenen Welt, fuhr der Paderborner Oberhirte fort: „Wenn wir diese Zuwendung Gottes feiern, dürfen wir nicht so rücksichtslos sein, Gottes Schöpfung zu zerstören. Wir feiern an Weihnachten die Geburt Jesu. Er ist das Auge Gottes in dieser Welt, mit dem er uns Menschen liebend ansieht. So sollen wir auch Gottes Schöpfung lieben.“  

(V.l.n.r.) Pädagogischer Leiter Thomas Reelsen, Generalvikar Alfons Hardt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Einrichtungsleiter Bernhard Aulbur, Diakon Alfons Neumann und Pfarrer Thomas Stolz.Foto: pdp/Lena Reiher Der Leiter des Erzbischöflichen Kinderheims, Bernhard Aulbur, hatte die Gäste, die Kinder und Mitarbeiter in der Kapelle begrüßt: „In der Welt, in der wir leben, herrschen viele Konflikte, die uns oft den Mut verlieren lassen“, so Aulbur. Jeder Einzelne könne jedoch für seine Mitmenschen Optimismus verbreiten und deren Leben ein Stück besser machen. „Und die Geburt Jesu schenkt uns jedes Jahr aufs Neue Hoffnung“, so der Leiter des Kinderheims.  

Zum Abschluss der Andacht beteten die Kinder und Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Gästen das „Vater Unser“. Erzbischof Becker spendete allen den Segen und wünschte ihnen gesegnete Weihnachtstage. Nach dem Gottesdienst wurde es adventlich-praktisch: Die Kinder, Mitarbeiter und Gäste stimmten sich in verschiedenen Gruppen bei Aktionen wie Basteln oder Backen auf die Weihnachtsfeiertage ein.  

Am Ende des Jahres können auch die Menschen, die im Erzbischöflichen Kinderheim leben und arbeiten auf Einiges zurückblicken: So ist beispielsweise neben bunten Farbtupfern im Flurbereich des Foyers auch der Innenhof des Kinderheims neu gestaltet worden. Mit bunten Bänken ist hier ein zusätzlicher Aufenthaltsort und Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen entstanden. Auch die Seelsorgliche Begleitung durch Diakon Alfons Neumann ist eine neue Komponente, mit der versucht wird, den Mädchen und Jungen den Zugang zum Glauben anzubieten, der in ihrer oftmals schwierigen Lebenssituation Trost spenden kann.      

Hintergrund: Erzbischöfliches Kinderheim Paderborn  
Das Erzbischöfliche Kinderheim am Bonifatiusweg in Paderborn hat sechs Wohngruppen mit insgesamt 61 stationären Plätzen – den seit 2014 bestehenden Mutter-Kind-Bereich eingeschlossen – und zwei Tagesgruppen mit insgesamt 18 teilstationären Plätzen für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren. Diese werden von insgesamt 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut, von denen rund 50 im Pädagogischen Bereich als Erzieher, Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen tätig sind. Eine der Wohngruppen wurde 2015 neu eröffnet. In ihr haben acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Aufnahme gefunden. Seit Januar 2014 bietet das Erzbischöfliche Kinderheim einen Mutter-Kind-Wohnbereich: Junge, zumeist minderjährige Mütter können hier Unterstützung und Begleitung erfahren und sich Schritt für Schritt im Umgang mit ihrem Kind verselbständigen. Insgesamt fünf Apartments und ein dazu gehörender Gemeinschaftsbereich stehen zur Verfügung. Hinzu kommen zwei Verselbständigungs-Apartements. Das Erzbischöfliche Kinderheim wird getragen von der „Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH“.