Kirche und Schausteller in guter Verbundenheit

Generalvikar Alfons Hardt im Gespräch mit dem Vizepräsidenten des Deutschen Schaustellerbundes i. R.

Generalvikar Alfons Hardt traf sich am Dienstag zum Gespräch mit dem ehemaligen Vizepräsidenten des Deutschen Schaustellerbundes e. V., Klaus Wilhelm (r.).pdp / Thomas Throenle Paderborn, 12. Dezember 2017. Die traditionsreiche Verbindung von Kirche und Schaustellern stehe auf gutem und gewachsenem Grund. Generalvikar Alfons Hardt und der Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes i. R., Klaus Wilhelm, sind sich darüber einig. „Kirche und Kirmes gehören zusammen und haben eine bedeutende Tradition.“ Am Dienstag trafen sich der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs und Klaus Wilhelm, der während des Libori-Festes in Paderborn das markante Riesenrad betreibt, zum Gespräch.      

Die Nähe zwischen Kirche und Schaustellern gründe in der oftmals seit Jahrhunderten bestehenden Tradition der Volksfeste in Deutschland, die wohl zu 90 Prozent einen kirchlichen Ursprung hätten, erinnerte Generalvikar Hardt. Dies werde beispielsweise durch den Namen „Kirmes“ – Kirchweih-Messe – deutlich. Der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes informierte den Generalvikar über die Situation der Schausteller und neue Entwicklungen in seinem Verband.  

Bereits viele Jahre kenne er den Schausteller Klaus Wilhelm, dessen Familie schon seit mehreren Generationen mit Riesenrädern bei Volksfesten und Kirmesveranstaltungen in ganz Deutschland zu Gast sei und während des Libori-Festes in Paderborn nicht übersehen werden könne. Er sei dankbar für die bestehende und durch viele Begegnungen gewachsene Verbundenheit, so Generalvikar Hardt.  

Im Gespräch mit Generalvikar Hardt verwies der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V. auf die insbesondere in den letzten Jahren gestiegenen Herausforderungen für die Schausteller. Wilhelm nannte exemplarisch die zunehmenden Sicherheitsvorkehrungen, die bei Kirmesveranstaltungen oder beispielsweise auch bei Adventsmärkten einzuhalten seien. Ihn erfülle mit großer Sorge, dass die dafür entstehenden Kosten durch die Kommunen an die Schausteller weitergegeben würden. „Wenn beispielsweise eine Stadt die gesamten Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen bei ihren Adventsmarkt an die Betreiber der Buden weiter gibt, dann sind diese neuen Standgebühren kaum zu tragen.“ „Die Kosten für uns Schausteller explodieren“, so Wilhelm.      

„Wir können uns als Verband über rund 200 Millionen Besucher von Volksfesten und Weihnachtsmärkten jährlich freuen. Wir sind für diese konstanten Besucherzahlen sehr dankbar.“ Als Herausforderung benannte Wilhelm den Sachverhalt, dass in den letzten Jahren vieles teurer geworden sei, Schausteller immer wieder große Geldsummen investieren müssten, um der Nachfrage nach „größer und schneller“ entsprechen zu können, zugleich aber eine Erhöhung der Preise um Willen der Familienfreundlichkeit ausgeschlossen sei.  

Zwischen Schaustellern und Erzbistum gibt es während des Paderborner Patronatsfestes zahlreiche Kontakte: Zum Beispiel feiert Generalvikar Hardt am Freitagmorgen der Liborifestwoche in der Liborikapelle traditionsgemäß einen Gottesdienst mit den Schaustellern.