Sozialer Arbeitsmarkt und Integration durch Arbeit

Austausch von Erzbischof Becker mit den Leitern der Arbeitsagenturen

Paderborn / Dortmund, 8. Dezember 2017. Für eine „offensivere Diskussion über die Schaffung eines zweiten öffentlich geförderten Arbeitsmarktes“ sprach sich der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker am Freitag in Dortmund aus. Hier traf er in der Kommende, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, zum jährlichen Austausch mit den Leiterinnen und Leitern der Arbeitsagenturen im Gebiet des Erzbistums zusammen.pdp Paderborn / Dortmund, 8. Dezember 2017. Für eine „offensivere Diskussion über die Schaffung eines zweiten öffentlich geförderten Arbeitsmarktes“ sprach sich der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker am Freitag in Dortmund aus. Hier traf er in der Kommende, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, zum jährlichen Austausch mit den Leiterinnen und Leitern der Arbeitsagenturen im Gebiet des Erzbistums zusammen.

In Bezug auf Langzeitarbeitslosigkeit sei zwar modellhaft schon viel unternommen worden, hieß es in der Gesprächsrunde, notwendig sei aber eine dauerhafte Lösung statt allein zeitlich befristeter Projekte. Heinrich Westerbarkey vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. schätzte, dass die Gruppe der potentiellen Beschäftigten für einen sozialen Arbeitsmarkt in NRW etwa 75.000 Personen umfasse. Mehrere Leiter der Arbeitsagenturen meinten, dass es hier besser sei Arbeit zu finanzieren anstatt vor allem Leistungen zu zahlen.

Insgesamt befinde sich der Arbeitsmarkt in NRW aber in einer guten Verfassung. Von dieser Entwicklung hätten bisher alle Personengruppen profitiert, auch An- und Ungelernte. Für letztere sei die Situation aber weniger stabil. Menschen ohne Ausbildung seien deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als andere. Daher gelte es, Junge Menschen in eine Ausbildung zu bringen und sie dabei zu unterstützen, diese erfolgreich abzuschließen. Aus dem Bereich der Agentur für Arbeit in Bielefeld wurde dazu unter anderem das Projekt „Bielefelder Ausbildungsoffensive“ vorgestellt. Dabei übernehmen Prominente und Menschen mit guter Berufserfahrung Ausbildungspatenschaften für junge Menschen.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt war ein weiteres Thema der Begegnung in der Kommende Dortmund. Kritisiert wurde hier vor allem, dass nur den Flüchtlingen mit einem gesicherten Aufenthalt in Deutschland Sprachkurse, Ausbildung und Arbeit ermöglicht werde. Es gebe aber viele, die während der Dauer ihres Asylverfahrens oder mit einer Duldung lange Zeit in Deutschland leben und denen Bildung und eine sinnvolle Beschäftigung vorenthalten würden. „Wir müssen ein gesellschaftliches Interesse daran haben, diesen Menschen Brücken zu bauen“, sagte Domkapitular Dr. Thomas Witt, Sonderbeauftragter des Erzbistums Paderborn für Flüchtlingsfragen.

Ob bei der Integration von Flüchtlingen, den Hilfen für Langzeitarbeitslose oder für junge Menschen in einer Ausbildung – vor Ort im Sozialraum gebe es viele Schnittmengen zwischen dem Engagement der Arbeitsagenturen und dem der Kirche, hieß es. Im Dezember 2014 hatten die zwölf Agenturen für Arbeit und das Erzbistum Paderborn eine Kooperation zur Förderung langzeitarbeitsloser Menschen sowie benachteiligter Jugendlicher vereinbart. Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband berichtete, dass es schon an vielen Orten eine gute Zusammenarbeit gebe. Diese soll künftig noch weiter ausgebaut werden.