Den Blick schärfen für die Zeichen der Gegenwart Gottes

Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnet bistumsweit die „Ewige Anbetung“ im Hohen Dom zu Paderborn

Die Ewige Anbetung im Erzbistum Paderborn wird am ersten Advent bistumsweit im Paderborner Dom von Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnet.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 2. Dezember 2017. Die Katholische Kirche in Deutschland blickt am ersten Adventsonntag auf Paderborn, wo im Hohen Dom an diesem Tag bundesweit die Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat eröffnet wird. Eine weitere Eröffnung wurde jedoch schon am Samstagabend traditionell am Vorabend des ersten Advents im Hohen Dom zu Paderborn gefeiert: Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnete in einem Pontifikalamt bistumsweit die „Ewige Anbetung“ mit Gottesdiensten, Betstunden und Zeiten der Anbetung. „Nicht nur für mich persönlich, vielmehr auch für viele andere Menschen ist dieser besondere Start in den Advent ein großer Schatz“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.      

Der erste Advent setze jedes Jahr einen besonderen Akzent für das Erzbistum Paderborn erläuterte Erzbischof Hans-Josef Becker: Mit Beginn des neuen Kirchenjahres nehme die Gebetskette der „Ewigen Anbetung“ ausgehend vom Hohen Dom ihren Anfang, um sich das Jahr hindurch in den Kirchen und Kapellen des Erzbistums Paderborn fortzusetzen. „Bis morgen Abend werden Menschen hier im Paderborner Dom vor dem Altarsakrament beten und wachen – mit ihren eigenen Anliegen im Herzen, aber auch im stellvertretenden Gebet für alle Katholiken unserer Ortskirche“, so der Paderborner Oberhirte. Die Gegenwart des Herrn, der sich den Menschen aussetze, führe deutlich vor Augen, worum es im Advent wirklich gehe: „Um eben jene Schärfung des Blickes für die Zeichen der Gegenwart Gottes und um die Weitergabe der empfangenen Liebe an den Nächsten in Nah und Fern“, fasste Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Predigt zusammen.  

Auf das Pontifikalamt folgte im Hohen Dom eine Zeit der Anbetung. Diese wurde von einer YOUNG MISSION-Gruppe gestaltet: mit Anbetung, Gebet, Lobpreis- und Worship-Musik.pdp / Thomas Throenle Auf das Pontifikalamt folgte im Hohen Dom eine Zeit der Anbetung. Bis 21.30 Uhr wurde diese – passend zur Eröffnung der Adveniat-Aktion – im Geiste des Bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerks von einer YOUNG MISSION-Gruppe gestaltet: mit Anbetung, Gebet, Lobpreis- und Worship-Musik. Gleichzeitig machten die YOUNG MISSION-Teamer auf den Straßen vor dem Dom Menschen auf das Adveniat-Leitwort „Faire Arbeit. Würde. Helfen.“ aufmerksam und luden sie ein, in den Dom zu kommen. Dort bestand die Möglichkeit, vor dem Allerheiligsten zu verweilen, eine Kerze zu entzünden, sich ein Wort aus der Heiligen Schrift schenken zu lassen und Gebetsanliegen niederzulegen. Nach der Komplet um 23.30 Uhr folgte eine stille nächtliche Gebetswache von Mitternacht bis 7 Uhr am Sonntagmorgen.  

Am Sonntagmorgen werden die regulären Sonntagsmessen im Hohen Dom gefeiert. In der Heiligen Messe um 10 Uhr, die Erzbischof Hans-Josef Becker als Pontifikalamt feiert, wird die diesjährige Adveniat-Weihnachtsaktion bundesweit unter dem Leitwort „Faire Arbeit. Würde. Helfen.“ eröffnet.  

Am Nachmittag folgen gestaltete Betstunden vor dem Allerheiligsten: zunächst für die Verstorbenen, gefolgt von einer Betstunde, die der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) als Kooperationspartner von Adveniat gestaltet, einer Betstunde der Pfarrei St. Liborius und schließlich einer Betstunde der Ordensleute. Die „Ewige Anbetung“ im Hohen Dom endet mit einem feierlichen Abschluss in der Andacht um 17 Uhr.  

Über das ganze Kirchenjahr werden mit der „Ewigen Anbetung“ die Anliegen der Kirche, des Erzbistums Paderborn und der Gemeinden in einer Gebetskette in die Pfarreien und Klöster der Erzdiözese Paderborn getragen. Erzbischof Hans-Josef Becker und Weihbischof Matthias König feierten zu Beginn ein Pontifikalamt.pdp / Thomas Throenle Der feierliche Gottesdienst zur bistumsweiten Eröffnung der „Ewigen Anbetung“ am Samstagabend wurde musikalisch von der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestaltet. Nach dem Pontifikalamt betete Erzbischof Becker zu Beginn der ewigen Anbetung „Herr Jesus Christus! Du bist gegenwärtig im heiligen Sakrament. Du bist die Speise zum ewigen Leben. Wir wissen, Herr, dass wir dich in Glauben und Vertrauen annehmen müssen. Du gibst deine Gaben für alle. Wir bitten dich: Schenke uns wahren und tiefen Glauben an dich, der du für uns aus dem Himmel herabkamst, für uns gestorben und auferstanden bist und unter uns weilst durch die Kraft deines Geistes. Festige uns in der Liebe. Die Liebe zu dir treibt uns, in jedem Menschen dein Angesicht zu sehen. Lehre alle deine Jünger auf Erden, miteinander zu teilen: die Freude und das Leid, den materiellen und den geistigen Reichtum.“      

Hintergrund: Ewige Anbetung  

Über das ganze Kirchenjahr hinweg werden mit der „Ewigen Anbetung“ die Anliegen der Kirche, des Erzbistums Paderborn und der Gemeinden in einer Gebetskette in die Pfarreien und Klöster der Erzdiözese Paderborn getragen. Die „Ewige Anbetung“ geht im Erzbistum Paderborn auf Bischof Konrad Martin zurück, der sie zum ersten Advent 1857 einführte. In seinem damaligen Hirtenschreiben heißt es: „Vom ersten Advents-Sonntage an soll die ewige Anbetung ununterbrochen bei Tag und bei Nacht in Unserer Diöcese fortdauern, dergestalt, daß immer die eine Kirche oder Gemeinde die andere in der Anbetung des Allerheiligsten ablöse in der von Uns festgesetzten Reihenfolge und nach dem einer jeden Kirche und Gemeinde zugemessenen Zeitmaße.“  

Heute wird die „Ewige Anbetung“ im Erzbistum im Sinne einer „täglichen Anbetung“ begangen. Das Erzbistum Paderborn folgt damit der Weisung des Apostels Paulus, der die Thessalonicher in einem Brief mahnt, ohne Unterlass zu beten (1Thess 5,17).