Gute Gemeinschaft hilft jungen Flüchtlingen

Flüchtlingsbeauftragter des Erzbistums besucht Einrichtungen in Dortmund

Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen des Erzbistums Paderborn, Domkapitular Dr. Thomas Witt (hinten, 2.v.r.), besuchte mit dem Flüchtlingskoordinator Hezni Barjosef (hinten, 3.v.r.) Einrichtungen der Hilfen für Flüchtlinge in Dortmund, hier mit Caritasvorstand Georg Rupa (4.v.r.) sowie Einrichtungsleitern, Mitarbeitern und ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern einer Einrichtung der Jugend- und Familienhilfe St. Bonifatius.Richard Orlikowski / Caritas DortmundDortmund, 29. November 2017. Über die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen, insbesondere von unbegleiteten Minderjährigen, informierte sich am Dienstag der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, Domkapitular Dr. Thomas Witt, und der Flüchtlingskoordinator Hezni Barjosef in Dortmund. Dazu besuchten sie Einrichtungen der Jugendhilfe St. Elisabeth sowie der Jugend- und Familienhilfe St. Bonifatius.

Rund 80 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden aktuell durch die Jugendhilfe St. Elisabeth betreut. Gut die Hälfte von ihnen lebt in Wohngruppen. 2015 waren die Zahlen weitaus größer und aus der Not heraus wurden zahlreiche neue Betreuungsplätze geschaffen, die inzwischen wieder abgebaut sind. Heute leben die jungen Flüchtlinge im Stammhaus der Jugendhilfe St. Elisabeth in Wellinghofen sowie in der Innenstadt und künftig auch in der Nordstadt. Neben Unterbringungen, bei denen die Flüchtlinge eher unter sich sind, setzt die Jugendhilfe St. Elisabeth vermehrt auf die Betreuung in Regelgruppen gemeinsam mit deutschen Jugendlichen. Auch die Aufnahme von deutschen Jugendlichen in Gruppen mit Flüchtlingen habe gut funktioniert, berichtet Dirk Meier, Erziehungsleiter bei der Jugendhilfe St. Elisabeth.

Von Jugendlichen gemalte Bilder hängen in der Kapelle der Jugendhilfe St. Elisabeth. Der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums Paderborn besuchte am Dienstag die Einrichtung in der auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben (v.l.): Erziehungsleiter Dirk Meier, Flüchtlingskoordinator Hezni Barjosef, Domkapitular Dr. Thomas Witt, Flüchtlingsbeauftragter des Erzbistums Paderborn und Friedhelm Evermann, Leiter der Jugendhilfe St. Elisabeth.Michael Bodin / pdp„Die Flüchtlinge sind zwar durch die Kriegsereignisse oft traumatisiert, kommen aber eher aus intakten Familien“, erläutert er. Irgendetwas hätten diese Familien wohl richtig gemacht, meint auch Sabine Ostfeld, Leiterin einer der Wohngruppen. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren aus vielen verschiedenen Nationen seinen „tolle junge Menschen“. Wesentlich für eine gute Entwicklung, sie es, erläutert Dirk Meier, dass sie in der Gruppe Gemeinschaft erleben. Auf dieser Basis ließen sich dann auch Konflikte lösen. „Viele der geflüchteten Jugendlichen kommen aus Familien mit einer strengen Hierarchie und müssen unser Demokratieverständnis erst lernen“, ergänzt Friedhelm Evermann, Leiter der Jugendhilfe St. Elisabeth. Klarheit und Kontinuität seien wichtig, auch in religiösen Fragen.

Außer der Einrichtung in Wellinghofen besuchten Dr. Thomas Witt und Hezni Barjosef das Kolpinghaus in der Innenstadt, wo seit Ende 2014 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf einer Etage leben. Darüber hinaus informierten sie sich über die Arbeit der Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe St. Bonifatius in Trägerschaft der Caritas Dortmund. Georg Rupa, Caritasvorstand, und Elisabeth Michel, stellv. Einrichtungsleitung, gaben einen Rückblick über die Arbeit dieser Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge. Beeindruckt waren die Besucher von  der Begegnung mit vier ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern aus Guinea, Togo und der Elfenbeinküste. Alle haben erfolgreich ihre Berufsausbildungen abgeschlossen und befinden sich im Erwerbsleben. „Während dieser schwierigen Lebensphase war es extrem hilfreich, dass es Menschen gab, die uns nicht aufgegeben haben“, erinnerte sich eine von ihnen. Die junge Frau ist mittlerweile eingebürgert und kommt noch ab und zu mit ihren Kindern auf einen Besuch "nach Hause", wie sie es nennt.

Neben der Information diente der Besuch des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen auch der Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe sowie der Wertschätzung gegenüber der von ihnen geleisteten Arbeit. „Dankbar und beeindruckt bin ich davon, mit welcher Professionalität und hohem persönlichen Einsatz junge Geflüchtete auf ihre Zukunft vorbereitet werden“, sagte Dr. Thomas Witt zum Abschluss des Besuches.