TelefonSeelsorge mit neuen Wegen der seelsorglichen Begleitung

Generalvikar Alfons Hardt führt Jahresgespräch mit den Leitern der TelefonSeelsorge im Erzbistum Paderborn

Generalvikar Alfons Hardt (vorne, 2.v.r.) beriet mit den Telefonseelsorgerinnen und -seelsorgern im Erzbistum Paderborn die Entwicklungen in der Arbeit der Telefonseelsorge. V.l.n.r.. Monika Krieg, Stephan Lange, Michael Hillenkamp, Dr. Stefan Schumacher, Generalvikar Alfons Hardt, Michael Grundhoff, Elisabeth Kamender, Bernd Wagener.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 16. November 2017. Generalvikar Alfons Hardt kam jetzt mit den hauptamtlichen katholischen Seelsorgern der insgesamt sechs TelefonSeelsorge-Einrichtungen im Erzbistum Paderborn zum Austausch zusammen. Die Einrichtungen werden gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirche getragen. Die katholischen Leiter und stellvertretenden Leiter der TelefonSeelsorge Bielefeld, Dortmund, Hagen, Hamm, Paderborn und Siegen sprachen mit Generalvikar Hardt bei ihrem Jahresgespräch über aktuelle Entwicklungen in der Arbeit der TelefonSeelsoge.      

Bundesroutingbeauftrage Elisabeth Kamender von der TelefonSeelsorge Bielefeld informierte über die neueste Erhebung der technischen Anruferdaten und verdeutlichte so, dass eine emotionale Unterstützung für Anrufende insbesondere an den Wochenenden bedeutsam. Aufgrund der hohen Anruferzahlen an Wochenenden sei der Wunsch nach einem Gespräch durch die TelefonSeelsorge allein nicht annähernd zu decken, führte Kamender aus. Mit Sorge betrachten die TelefonSeelsorger die dahinter liegende Einsamkeit, die zunehmend zu einer immer mehr Menschen betreffenden Alltagsrealität werde.  

Schwerpunkt des Gesprächs mit Generalvikar Alfons Hardt war die Präsenz der TelefonSeelsorge in den digitalen Medien. Die E-Mail- und Chatarbeit der Telefonseelsorge entwickle sich erwartungsgemäß zu einer gerade bei jüngeren Menschen angefragten Unterstützung, so die katholischen Leiter der TelefonSeelsorge-Einrichtungen im Erzbistum. Viele Jüngere würden diese Möglichkeit nutzen, um sich in einem vorsichtigen Tasten die eigenen Sorgen von der Seele zu schreiben. Bernd Wagener aus Siegen und Monika Krieg aus Paderborn führten aus, dass durch das Schreiben Erfahrungen von erlittener Gewalt, von diffusen Ängsten und seelischen Nöten gewissermaßen sortiert, benennbar und mitteilbar gemacht werden. Im Austausch der E-Mails zwischen Ratsuchendem und Berater ist es möglich, die darunter liegenden Probleme zu benennen und Strategien zur Bewältigung zu entwickeln. Die Nachfrage nach dieser Art von Begleitung sei wesentlich höher, als derzeit zu leisten sei. In nächster Zeit werden die TelefonSeelsoger-Stellen in der Erzdiözese versuchen, ihre Angebote noch besser an sich verändernde Bedarfe anzupassen.  

Zu den digitalen Zukunftsideen der TelefonSeelsorge gehört auch die Entwicklung einer APP, die wie eine Art Kompass in Krisensituationen fungieren soll. Entscheidende Vorarbeiten sind in einer kleinen Projektgruppe schon geleistet worden. Damit dieses Projekt realisiert werden kann, müssen aber noch ausreichend Finanzmittel zur technischen Umsetzung gewonnen werden.  

Der Hagener TelefonSeelsorger Dr. Stefan Schumacher konnte im Gespräch auf eine innovative Schulungsmöglichkeit hinweisen: Europaweit hat Schumacher in einem Projekt mit TelefonSeelsorge-Stellen und wissenschaftlichen Instituten Zuhörkompetenzen wissenschaftlich erforscht und ein hilfreiches Praxistraining entwickelt. Die internationale Forschung bestätigt die gute Wirkung hilfreicher Gespräche, ebenso die Notwendigkeit, die Zuhörkompetenzen kontinuierlich zu schulen. „Zuhören“ ist nämlich nicht ein passives Aufnehmen, vielmehr ein sehr aktives gemeinsames Suchen, das von Respekt und der Fähigkeit zum Mitgefühl geprägt ist.  

Am Jahresgespräch mit Generalvikar Alfons Hardt nahmen teil: Elisabeth Kamender (Telefonseelsorge Bielefeld), Michael Hillenkamp (Telefonseelsorge Dortmund und Diözesanbeauftragter für die Telefonseelsorge im Erzbistum Paderborn), Dr. Stefan Schumacher (Telefonseelsorge Hagen), Michael Grundhoff (Telefonseelsorge Hamm), Monika Krieg (Telefonseelsorge Paderborn), Bernd Wagener (Telefonseelsorge Siegen), und Stephan Lange (Leiter der Abteilung Gemeinde- und Erwachsenenpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat).