„Wir wollen den Begriff Heimat rehabilitieren“

Caritas im Kreis Lippe öffnet sich mit Poetry Slam neuen Zielgruppen

Beteiligte am Poetry Slam Ein Poetry Slam in der Kirche: „DeineMeineKeineHeimat“ lautet der Titel des Poetry Slams, zu dem die Caritas im Kreis Lippe am Freitag, 17. November, in die Detmolder Heilig Kreuz Kirche einlädt. (von links) Caritas-Mitarbeiterin Britta Langner, Vorständin Elisabeth Montag und Slampoet Marc-Oliver Schuster.cpd/FlüterDetmold, 16. November 2017. (cpd) Nach einem erfolgreichen Debüt im Frühsommer in Paderborn bietet die Caritas einen weiteren Poetry Slam Abend, diesmal in Detmold. Auf Einladung des örtlichen Caritasverbandes werden am Freitag, 17. November, ab 20 Uhr in der Heilig Kreuz Kirche am Schubertplatz neue und „gestandene“ Slampoeten auftreten. Der poetische Wettbewerb läuft unter dem Titel „DeineMeineKeineHeimat“.

„Wir wollen den Begriff Heimat rehabilitieren“, sagt Elisabeth Montag, Vorständin des Caritasverbandes für den Kreis Lippe und die Stadt Bad Pyrmont. „Wir liefern keine fertigen Antworten, sondern stellen Fragen. Wie sehr kann meine auch deine Heimat sein? Und wie ist es, keine Heimat zu haben?“ Dieser betont offene Umgang mit dem Thema setze ein Zeichen gegen den Versuch, „Heimat“ populistisch gegen andere auszuspielen. In diesem Punkt bezieht die Caritas Position. „Die Caritas slammt zurück“ lautet der Untertitel des Poetry Slams nicht ohne Grund. „Die Caritas berät und begleitet geflüchtete Menschen“, sagt Caritas-Mitarbeiterin und Diplom-Pädagogin Britta Langner. „Heimat als Kampfbegriff für Ausgrenzung und Abwertung zu benutzen, geht gar nicht.“

Beim Caritas Poetry Slam kommen auch Menschen auf die Bühne, die zum ersten Mal einen literarischen Text öffentlich vortragen. Der Detmolder Autor, Moderator und Slampoet Marc-Oliver Schuster hat in mehreren Workshops nach künstlerischem Nachwuchs gesucht und ist fündig geworden. „Es ist beeindruckend, wie viele Talente hier unerkannt schlummern“, sagt er. Seine Auswahl ist eine bunte Mischung durch die Generationen und sozialen Verhältnisse: Schüler aus der Realschule Augustdorf, vom Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg oder Senioren, die am EULE-Kursprogramm teilnehmen, das den Austausch zwischen Jung und Alt fördert. Daneben wird der ein oder andere erfahrene Profi-Slammer auftreten.

„Die Caritas wagt sich mit dem Poetry Slam an ein neues Format heran“, stellt Elisabeth Montag fest. Damit verbindet der Verband die Hoffnung, neue Zielgruppen zu erreichen. Der Poetry Slam ist eine junge Kommunikationsform, die, so betont Marc-Oliver Schuster, „von der Interaktion zwischen Künstlern und Publikum, von Spontaneität und der Lust an der Sprache lebt.“ Junge Leute waren bei Caritasveranstaltungen in der Vergangenheit eher selten zu sehen, beim Poetry Slam könnten sie die Mehrzahl des Publikums stellen.