Ein deutliches Profil der Familienpastoral

Im Erzbistum Paderborn gibt es 100 Kindertageseinrichtungen, die als familienpastorale Orte zertifiziert sind

Die KiTa St. Nikolaus in Nieheim war die 100. Einrichtung im Erzbistum Paderborn, die als familienpastoraler Ort zertifiziert wurde.Foto: KöhnePaderborn, 6. November 2017. Mit dem Ziel, die Familienpastoral in den Städten und Dörfern zu stärken, zertifiziert das Erzbistum Paderborn seit 2014 katholische Kindertageseinrichtungen als familienpastorale Orte. Und das mit Erfolg: Die KiTa St. Nikolaus in Nieheim war die 100. Einrichtung, deren Mitarbeiterinnen jetzt die Urkunde mitsamt Plakette entgegennahmen. In einer Feierstunde mit Andacht wurde die erreichte Zertifizierung gemeinsam mit den Kindern angemessen gewürdigt.

„Dass es im Erzbistum Paderborn inzwischen 100 Kindertageseinrichtungen gibt, die das Zertifikat erhalten haben, freut uns natürlich sehr“, sagt Andreas Altemeier, Leiter des Referats Ehe- und Familienpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat. „Zudem sind 80 weitere Einrichtungen auf dem Weg zur Zertifizierung. Wir wollen erreichen, dass sich die Arbeit der KiTas und die Arbeit in den Pastoralen Räumen miteinander vernetzt und so Kräfte gebündelt werden – im Dienste der Familien. Das kirchliche Engagement für Familien bekommt so ein deutlicheres Profil.“

Kindertageseinrichtungen, die „familienpastoraler Ort“ werden wollen, haben nach der Antragstellung sechs Monate Zeit, die dafür erforderlichen Nachweise einzureichen. Aus diesen muss zum Beispiel hervorgehen, dass in der Einrichtung ein Verständigungsprozess über die Lebenssituation der Familien stattgefunden hat, deren Kinder die Kita besuchen oder die im Umfeld der KiTa wohnen. Außerdem zählen zu den Nachweisen eine Beschreibung der familienpastoralen Aktivitäten, die die Einrichtung durchführt, sowie eine Bestandsaufnahme der Vernetzung und Abstimmung der Angebote für Familien im Pastoralen Raum.

Familienpastoral im Sinne des Erzbistums umfasst die Themenfelder Evangelisierung (Weitergabe des Glaubens), Beratung, Politik, Bildung und Hilfsangebote. „In der Kindertageseinrichtung St. Nikolaus in Nieheim wird das zum Beispiel so umgesetzt, dass Beratung von Eltern in Fragen der Erziehung und der Lebensgestaltung angeboten wird“, so Angelika Tuschhoff aus dem Arbeitsbereich „Pastoral in Kindertageseinrichtungen“. Außerdem gebe es feste Kontakte zur Kommune und deren Institutionen, man informiere auch über Angebote der Politik im Sozialraum für Familien. „Die KiTa macht auch Bildungsveranstaltungen für Kinder und Familien, die vom kreativen Angebot bis zur Unterstützung in Alltags- und Erziehungsfragen reichen“, berichtet Angelika Tuschhoff weiter. „Schließlich hilft sie bei der Vermittlung von Betreuungsangeboten und ist in vielen Fragen des alltäglichen Lebens verlässlicher Ansprechpartner.“

Die Zertifizierung von Kindertageseinrichtungen als familienpastoraler Ort wird in der Regel für drei Jahre ausgesprochen. Dem schließt sich die Möglichkeit der Rezertifizierung an, in der die Mitarbeiterinnen in der Einrichtung eine Standortbestimmung zu katholischen Glaubensüberzeugungen, zur Spiritualität und zur Glaubensvermittlung vornehmen.

So entsteht im Erzbistum Paderborn von der lokalen Ebene hin zur Erzbistumsebene nach und nach ein familienpastorales Netzwerk, das Kindern und Eltern lebenspraktische Angebot macht, die aus dem christlichen Glauben geleitetet werden.

Infos: Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn, Referat Ehe- und Familienpastoral in der Hauptabteilung Pastorale Dienste, Domplatz 3, 33098 Paderborn, Tel. (0 52 51) 1 25 42 37, E-Mail: angelika.tuschhoff@erzbistum-paderborn.de