Heilige sind Menschen des Vertrauens

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB predigt an Allerheiligen im Hohen Dom zu Paderborn

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSBpdp

Paderborn, 1. November 2017. „Haben Sie sich das nicht schon oft gewünscht? Einfach nur sein können und sein dürfen, wer Sie im tiefsten Inneren sind? Mit Menschen zusammen sein können, bei denen einfach gut sein ist. Und Dinge zu tun, die zutiefst sinnvoll sind und schön und wesentlich“, mit dieser Frage stieg Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB am Hochfest von Allerheiligen in seine Predigt ein. Heute feierte er mit zahlreichen Gläubigen im Hohen Dom zu Paderborn ein festliches Pontifikalamt.

Doch einfach nur ‚sein können‘ und sich auf sein Ur-Vertrauen verlassen, sei nicht einfach. „Nein, ich kann mich doch nicht überlassen, die Welt ist zu bedrohlich. Es gibt in ihr die Lüge und den Neid, den Hass und die Missgunst, die Dummheit und die Gewalt, den Betrug und die Gier“, führte Weihbischof Dominicus die Gedanken vieler Gläubigen weiter aus.

Doch es gäbe auch Frauen und Männer, die von Vertrauen innerlich durchdrungen seien, dies seien die Menschen, derer am Tag von Allerheiligen gedacht werde: „Sie haben mit ihrem Herzen erspürt, dass es eine Wirklichkeit gibt, die Leben ist und Liebe und die zutiefst verlässlich ist. Heilige sind Menschen des Vertrauens. Sie haben dem Wort Jesu vertraut und ihr Heil-sein gefunden. Das Fest Allerheiligen bezeugt dies und feiert ihr Vertrauen.“

Wer es auch heute schaffen würde, dieses Vertrauen aufzubringen, der erhielte eine Ahnung davon, was in der religiösen Tradition als Paradies bezeichnet würde. Laut Weihbischof Dominicus meint Paradies „nicht die bloße Wunscherfüllung für alle meine Begierden. Es meint vielmehr Fülle des Lebens, Fülle meines Menschseins, meiner Daseinsmöglichkeiten, volle Verwirklichung von dem, was tief in mir steckt, eben Ganz-sein-können.“

Am Hochfest Allerheiligen seien alle Menschen „eingeladen, sich von Jesus die Tür öffnen zu lassen, in die Fähigkeit, vertrauensvoll da zu sein – und zu lieben und zu hoffen.“