Erzbistum Paderborn: Stabiles Jahresergebnis bildet solides Fundament für die Seelsorge

Nutzung kirchlicher Gebäude wandelt sich / Kirchensteuererträge sinken leicht

V.r.: Generalvikar Alfons Hardt und Dirk Wummel, Leiter der Hauptabteilung Finanzen im Erzbischöflichen Generalvikariat präsentierten den Finanzbericht 2016 des Erzbistums Paderborn.Foto: pdp/Lena Reiher Paderborn, 24. Oktober 2017. Die Seelsorge und die kirchlichen Aktivitäten im Erzbistum Paderborn sind von lebendigen Entwicklungen geprägt, die das Erzbistum aktiv begleitet. So zeigt der heute vorgestellte Finanzbericht des Erzbistums Paderborn für das Jahr 2016, wie die Kirche mit ungewöhnlichen Bauprojekten das Glaubensleben aktiv gestaltet. „Wer nah bei den Menschen ist und bleiben will, muss sich Veränderungen stellen. Das gilt auch für den Umgang mit kirchlichen Gebäuden“, erklärt Generalvikar Alfons Hardt. „Die Anforderungen der Menschen haben sich gewandelt. Die Antwort darauf sind neue ‚Räume für den Glauben’, sei es durch Umbau, eine neue Nutzung oder auch als Neubau.“

Generalvikar Alfons Hardt erklärte: „Das Erzbistum Paderborn wird auch in Zukunft auf den Glauben bauen“.Foto: pdp/Lena Reiher Beispiele, wie im Erzbistum Paderborn die für die kirchliche Arbeit notwendigen Gebäude langfristig gesichert werden, finden sich unter anderem in Olpe, wo der Kirchenraum neu aufgeteilt und für weitere Zwecke erschlossen wurde. In Hamm wurde ein Kirchengrundstück für eine Kindertagesstätte genutzt, die den Grundriss der ehemaligen Kirche aufnimmt und Teile ihrer Ausstattung in die Erziehungs- und Betreuungsarbeit integriert. Und in Hardehausen ist durch einen umfassenden Umbau ein Gotteshaus entstanden, das als „Kirche der Annäherung“ an die Geheimnisse des Glaubens und der Liturgie heranführt.

Die aktive Gestaltung des Wandels wird gestützt durch eine solide wirtschaftliche Entwicklung des Erzbistums Paderborn. So schloss das Wirtschaftsjahr 2016 mit einem Überschuss von rund zwölf Millionen Euro. Der Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr (44 Millionen Euro) wurde unter anderem verursacht durch die um 1,1 Prozent gesunkenen Kirchensteuererträge sowie durch die erheblichen Aufwendungen für die Altersversorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vom Überschuss fließt mit rund zehn Millionen Euro der Hauptteil an die Kirchengemeinden, die damit ihre seelsorgerische Arbeit stärken und verstetigen können. Ebenfalls gestärkt werden der Armutsfonds der Caritas und der Flüchtlingsfonds des Erzbistums.

Dirk Wummel erläuterte den Jahresabschluss 2016 des Erzbistums Paderborn, den dieses zum dritten Mal nach den Regeln des Handelsgesetzbuches vorlegte.Foto: pdp/Lena Reiher Seine Eigenmittel aus Kirchensteuern und Finanzerträgen setzt das Erzbistum Paderborn zur Erfüllung der laufenden Aufgaben ein. 2016 flossen rund 60 Prozent dieser Eigenmittel in die Seelsorgearbeit in den Kirchengemeinden. Kindertagesstätten, Schulen und Bildung sind mit 17 Prozent der zweitgrößte Posten. Soziale Aufwendungen folgen mit 7,4 Prozent. Jeden Tag gibt das Erzbistum mehr als eine Million Euro für die kirchlichen Aufgaben aus.

Vor allem aufgrund von Sondereffekten lagen die Erträge des Erzbistums 2016 trotz des Kirchensteuerrückgangs mit insgesamt 568,6 Millionen Euro (einschließlich Finanzerträge) nur knapp unter dem Vorjahresniveau von 570,9 Millionen Euro. Auf der Aufwandsseite dominierten auch im Jahr 2016 die Zuweisungen an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und Caritas. Sie machten mit 241,8 Millionen Euro 47,2 Prozent der Aufwendungen des Erzbistums aus. Die Personalkosten als zweitgrößte Aufwandsposition lagen mit 179,1 Millionen Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahrs. Steigerungen infolge von Tarifanpassungen standen niedrigere Vorsorgeaufwendungen gegenüber, die aus einer gesetzlichen Änderung bei der Kalkulation der Pensionsrückstellungen resultierten. Zum Jahresende 2016 beschäftigte das Erzbistum Paderborn 2.824 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Jahresabschluss des Erzbistums Paderborn als Körperschaft des öffentlichen Rechts folgt den Regeln des Handelsgesetzbuches und trägt auch in diesem Jahr den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers.

Hinweis:
Den vollständigen Finanzbericht 2016 gibt es als Online-Version unter www.finanzbericht2016.erzbistum-paderborn.de. Dort ist auch der Download einer pdf-Version möglich.

Kontakt:
Erzbischöfliches Generalvikariat, Pressestelle
Thomas Throenle, stv. Pressesprecher
Tel. 05251 125-1288

Für Fachfragen:

 

VIDEO: Auf den Glauben bauen - Finanzbericht 2016 des Erzbistums Paderborn

 

Eckdaten Jahresabschluss 2016

 

2016

Mio. Euro

2015

Mio. Euro

Bilanzsumme

4.282

4.161

Immobilien

267

272

Finanzanlagen

3.893

3.718

Eigenkapital

3.595

3.513

            davon Bistumskapital

781

781

            davon zweckgebundene Rücklagen

2.788

2.675

Eigenkapitalquote

84,0 %

84,4 %

 

 

 

Erträge

516

514

            davon Kirchensteuer

391

396

Aufwendungen

469

461

            davon Weitergabe als Zuweisungen

222

214

            davon Personalaufwand

179

180

Bilanzgewinn

12

44

 

 

 

Mitgliederzahl zum 31.12.

1.538.204

1.549.230

Kirchensteuererträge pro Katholik (in Euro)

254

254


Aufteilung der Kirchensteuern und Kapitalerträge auf die Aufgabenbereiche
   

 

Ergebnisrechnung (Werte in Mio. Euro)