Hilfe bei komplizierten Rechtsfragen

Richter und Jugendhilfeeinrichtungen der Caritas arbeiten bei der Unterstützung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zusammen

Gruppenbild vor Gericht Über die Gründung des Netzwerks freuen sich Klemens Thiemann, Präsident des Landgerichtes Paderborn (2. v. l.) und Paul Krane-Naumann vom Diözesan-Caritasverband Paderborn (5. v. l.). Beteiligt sind die pensionierten Richter Peter Tschakert, Günther Kley, Friedhelm Sander, Bärbel Meerkötter und Manfred Adam sowie Vertreterinnen der Jugendhilfe-Einrichtungen, Anna Fuhrmann und Habit Heise (Erzbischöfliches Kinderheim Paderborn), Dirk Zajac (Salvator Kolleg Hövelhof), Nicole Evers und Elmar Schäfer (Jugenddorf Warburg), Ute Stockhausen und Stefanie Biermann (SkF Lippstadt), Karin Strätling (IN VIA Paderborn), Stefanie Jung (Kinder- und Jugenddorf Delbrück), Dirk Meier (Jugendhilfe St. Elisabeth Dortmund), zudem Reinhild Mersch (Caritasverband für das Bistum Essen), Christa Albers (Diözesan-Caritasverband Paderborn) und Konrad Eilers (Münster, Koordinator des Projektes).cpd / Jonas Paderborn, 19. Oktober 2017. (cpd) Jugendhilfe-Einrichtungen der Caritas im Erzbistum Paderborn erhalten Unterstützung von pensionierten Richtern: Diese beraten die Einrichtungen und die von ihnen betreuten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ehrenamtlich bei rechtlichen Problemen. „Die sehr komplizierten Fragestellungen von Ausländerrecht, Asylrecht, Vormundschaftsrecht und anderen Rechtsgebieten sorgen häufig für eine große Verunsicherung nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei ihren Vormündern und den pädagogischen Fachkräften“, erklärt Paul Krane-Naumann, Referatsleiter für Jugendhilfe beim Diözesan-Caritasverband Paderborn. Diese zusätzliche Verunsicherung treffe ausgerechnet Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Familien und Eltern aus Krisenregionen flüchten mussten oder diese auf der Flucht verloren haben. „Sie sind besonders verletzlich und schutzbedürftig“, sagt Krane-Naumann.

Auf ein ähnliches Beratungsprojekt in den Bistümern Münster und Essen war Klemens Thiemann, Präsident des Landgerichts Paderborn, von einer Essener Kollegin aufmerksam gemacht worden. Daraufhin nahm er Kontakt mit dem Diözesan-Caritasverband Paderborn auf. Gemeinsam mit Paul Krane-Naumann lud er im September pensionierte Richter sowie die Leitungen von Jugendhilfe-Einrichtungen in das Landgericht Paderborn ein, um Möglichkeiten der Kooperation zu besprechen. „Wir freuen uns, dass sich bei dem ersten Treffen sofort fünf mögliche Kooperationen gebildet haben“, erläutert Thiemann.

Als Einrichtungen der Erziehungshilfe sind bisher das Erzbischöfliche Kinderheim Paderborn, das Kinder- und Jugenddorf Delbrück, das Jugenddorf Warburg, das Salvator-Kolleg Hövelhof, IN VIA Paderborn und der SkF Lippstadt  bei dem Projekt dabei. Insgesamt werden von diesen Einrichtungen rund 300 geflüchtete Kinder und Jugendliche betreut. In den kommenden Wochen wollen die pensionierten Richterinnen und Richter die Einrichtungen besuchen und sich der rechtlichen Probleme annehmen.

Aktuell befinden sich rund 13.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen. Diese werden durch die Jugendämter in Obhut genommen und in Einrichtungen der Jugendhilfe versorgt und betreut. Ziel ist, dass alle Jugendhilfe-Einrichtungen in NRW, die Flüchtlinge betreuen, die Möglichkeit der rechtlichen Beratung durch pensionierte Richter erhalten.