Neue große Glocke des Hohen Doms ist „Jesus Christus – unserem Frieden“ gewidmet

Gestaltung von Inschriften und Verzierung der neuen großen Glocke

Die Glockenzier der neuen Bass-Glocke des Hohen Domes zu Paderborn wird vom Künstler Brody Neuenschwander gestaltet.pdp / David Hesse Paderborn / Asten (NL), 12. Oktober 2017. „Jesus Christus – unser Friede“, diese Schulterinschrift wird die neue große Glocke des Hohen Doms zu Paderborn zukünftig tragen und damit das Friedensprogramm des bisherigen Domgeläuts eindrucksvoll weiterführen. Nachdem im niederländischen Asten bereits der so genannte Kern und die so genannte „falsche Glocke“ in der Königlichen Glockengießerei Eijsbouts gefertigt wurde, folgte nun die Gestaltung von Schrift und Verzierung. Beauftragt damit ist der Künstler Brody Neuenschwander.      

In Erinnerung an die beiden großen mittelalterlichen Glocken des Domes aus der Zeit um 1200 n. Chr. soll auch bei der neuen großen Glocke die Tradition weitergeführt werden, dass an der Schulter der Glocke ein Schriftband verlaufen wird, das Inschrift und Dekor miteinander verbindet. Mit der Erstellung der Entwürfe wurde der Schriftkünstler Brody Neuenschwander (Brügge / Belgien) beauftragt, der zuvor bereits die Inschriften der „Heiligen Pforte der Barmherzigkeit“ im Hohen Dom zu Paderborn und an der Wallfahrtsbasilika in Werl gestaltet hatte.  

Die Thematik der Inschrift steht weiterhin unter dem Motto „Friedensprogramm“, das der damalige Dompropst Dr. Joseph Brockmann nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen hatte. Die neue Glocke ist „Jesus Christus – unserem Frieden“ gewidmet.  

In der Schulterinschrift (oberer Glockenrand) „spricht“ Jesus Christus durch Worte aus der Bibel: „Friede sei mit Euch - wie mich der Vater gestand hat – so sende ich Euch – empfangt den Heiligen Geist.“  

Ein Gestaltungselement der neuen großen Glocke ist auch das Kreuz des Zukunftsbilds für das Erzbistum Paderborn.pdp / David Hesse In der Inschrift über dem Wolm (untere Mitte der Glocke) betet die Kirche von Paderborn in den Anliegen der Zeit „Auf Dein Wort hin – Lass uns als Kirche von Paderborn – Dein Lob singen – Deine Botschaft der Gerechtigkeit und des Friedens bezeugen – den Armen und Unterdrückten beistehen – die Schöpfung bewahren – die Einheit Deiner Kirche fördern – und in der Kraft Deiner Liebe allen Streit zwischen Völkern und Religionen überwinden.“  

In der Inschrift über der Schärfe (ganz unten) „spricht“ die Glocke selbst und erinnert an den Friedensbund zwischen Le Mans und Paderborn: „Gegossen von der Glockengießerei Eijsbouts am 23. November 2017 läute ich zu Ehren unseres Erlösers Jesus Christus – erbitte gemeinsam mit meinen neun Schwestern der Welt den Frieden und Europa die Einigkeit – und erinnere an die 950. Wiederkehr des Weihetages unseres Domes am 22. Juli 2018 – als Franziskus Papst und Bischof von Rom Hans-Josef Becker Erzbischof von Paderborn Yves Le Saux Bischof von Le Mans und Joachim Göbel Dompropst waren.“  

Für die Glockenflanken sind zwei Bildnisse vorgesehen. Auf der „Schauseite“ ist das Relief des auferstandenen Christus, das die Motive des Weizenkorns, das zu neuem Leben erwacht (Joh 12,24), und des wiederkehrenden Christus (Kolosserbrief 1,12-20) miteinander verbindet. Auf der Gegenseite der Flanke wird das Zukunftskreuz des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn aufgegossen und so an die Entwürfe und Entwicklungen in der Kirche von Paderborn erinnert.  

Domkapitular Dr. Gerhard Best, Beauftragter für das Glockenwesen im Erzbistum Paderborn, begleitet die Glockenfertigung in Asten regelmäßig. Das Paderborner Metropolitankapitel hatte beschlossen, das bisherige Geläut musikalisch zu optimieren und um eine kleine Glocke (Ton gis‘) als „Klangkrone“ und eine neue große Glocke (Ton e) als „Klangteppich“ zu erweitern. Die neue Bass-Glocke wird etwa 13.000 kg schwer sein.