Als Lern- und Lebenshaus Erfahrungsort für den Glauben sein

Geplante Grundschule St. Michael überzeugt mit pädagogischem und architektonischem Konzept

Informierten im Haus der Dommusik über die neue Grundschule St. Michael (v.l.): Domkapellmeister Thomas Berning, Rektorin i. K. Lioba Kolbe, Architekt Professor Frank Hausmann und Dompropst Monsignore Joachim Göbel.pdp/Thomas Throenle Paderborn, 5. Oktober 2017. Das Erzbistum Paderborn bereitet derzeit intensiv den Bau der neuen Grundschule St. Michael in Paderborn vor. Mit ihrem ganzheitlichen pädagogischen Programm, ihrem musikalischen Schwerpunkt und als erste Grundschule in Trägerschaft des Erzbistums steht sie für ein neues und einmaliges Schulkonzept in der Paderborner Schullandschaft. In einem Pressegespräch informierte das Erzbischöfliches Generalvikariat im Haus der Dommusik über die geplante Grundschule, ihr pädagogisches Profil und das daraus erwachsene architektonische Konzept.  

Schule als bedeutsamer Ort der Weitergabe des Glaubens – das wird auf dem Campus der Schulen St. Michael künftig von der Grundschule bis zum Abitur erlebbar sein. Denn hier entsteht neben dem Gymnasium und der Realschule St. Michael bald die erste Grundschule in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn. Der Grund für den Bau der Grundschule, sei der Wunsch, Kindern in Kooperation mit der Paderborner Dommusik schon früh eine intensive musikalische Förderung zu ermöglichen, sagte Dompropst Monsignore Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat. Kooperationen mit der Dommusik gebe es in vielen deutschen Bistümern. In Paderborn sei diese jedoch durch die räumliche Nähe zum Haus der Dommusik einmalig. „Das Gesicht der Schulen St. Michael wird sich in den nächsten Jahren positiv verändern“, zeigte sich Msgr. Göbel überzeugt.

Mit der Errichtung der Grundschule St. Michael (links im Bild) entsteht auf dem Gelände der Schulen St. Michael ein neuer Campus.Foto: Erzbistum Paderborn Rektorin i. K. Lioba Kolbe machte das pädagogische Konzept der neuen Grundschule und deren Alleinstellungsmerkmale deutlich: ein rhythmisierter Ganztag, das Lernen und Lehren in jahrgangsgemischten Lerngruppen, die Verknüpfung der Schwerpunkte Musik und Religion und die Einheit aus Konzept und Schulgebäude. Der rhythmisierte Ganztag biete beispielsweise einen verlässlichen Schulalltag von 8 bis 16 Uhr, der 45-Minuten-Takt einer Unterrichtseinheit werde aufgelöst. „Das gibt den Kindern Zeit und Ruhe, in ihrem Lerntempo Themen selbständig zu erarbeiten, aber sie haben auch vielfältige Möglichkeiten von aktiven Auszeiten“, erklärte Kolbe. Dem gemeinsamen Mittagessen komme eine besondere Rolle zu. Jahrgangsgemischtes Lernen biete die Chance, voneinander, füreinander und miteinander zu lernen – und somit auch soziale Kompetenzen zu erwerben.

Die neue Grundschule sei ein „Lern- und Erfahrungsort für den Glauben“, so Lioba Kolbe weiter. So sei etwa die Gestaltung und Feier des Kirchenjahres fester Bestandteil des Schulalltags. „Die Kinder sollen erfahren, dass Gott etwas mit ihrem Leben zu tun hat“, erläuterte Kolbe. Das Schulgebäude, das vom Architekturbüro Hausmann aus Aachen entworfen wurde und das Konzept der Schule umsetzt, nannte Lioba Kolbe ein „wunderbar gelungenes Lern- und Lebenshaus“. „Professor Hausmann hat einen Raum für die Zukunft des Lernens geschaffen, in einem motivierenden Lernumfeld mit guter Lernatmosphäre. Der sich entwickelnde Schulcampus bietet zudem Anschlussfähigkeit bis zum Schulabschluss. Das ist das ‚Mehr‘ der Grundschule St. Michael“, fasste Lioba Kolbe zusammen.

Visualisierung des Gebäudes der geplanten Grundschule St. MichaelFoto: Erzbistum Paderborn Die Paderborner Dommusik sei mit derzeit über 300 singenden Kindern die regional mit Abstand größte Institution ihrer Art, sagte Domkapellmeister Thomas Berning: „Wir können Eltern und Kindern ein regelmäßiges Singen im Klassenverband und so einen möglichen Einstieg in die Chöre der Dommusik bieten“, so der Domkapellmeister. Berning bezeichnete die neue Grundschule St. Michael für die Dommusik als zukunftsweisende Maßnahme. „Sie bietet die Chance, das Eingangsniveau der Chöre noch zu verbessern. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Paderborner Dommusik wird das musikalische Profil der Schule stetig weiterentwickelt und personell begleitet.“ Konkret heißt das unter anderem: Das musikpädagogische Konzept der Grundschule wird mit Fachleuten, zum Beispiel von der Hochschule für Musik in Detmold, entwickelt. Das Chorsingen und die  Schulchorarbeit werden durch die Chorleiter der Dommusik erfolgen. Die Lehrerinnen und Lehrer werden vokal-musikalisch fortgebildet. Und der musikalische Lehrplan wird mit den Inhalten der Chöre am Dom abgestimmt.

Professor Dipl.-Ing. Frank Hausmann, spezialisiert auf Schulbau, erläuterte als Architekt das neue Schulgebäude. „Wir haben hier eine einmalige innerstädtische schulische Campus-Situation mit drei Schulen an einem Ort“, erklärte er gleich zu Beginn. Neben der neuen Grundschule wird auf dem Gelände der Schulen St. Michael auch ein komplett neues Musikforum entstehen, das sowohl vom Gymnasium und der Realschule St. Michael als auch für externe Veranstaltungen genutzt werden kann. Zudem wird eine neue Turnhalle entstehen, deren Dach begrünt ist und als Pausenfläche mit genutzt werden kann. „Alleine durch diese neuen Gebäude und die nach wie vor grüne und großzügige Pausenhofgestaltung entsteht im Zuge des Baus der Grundschule auch für die beiden Bestandsschulen ein echter Mehrwert“, so Prof. Hausmann.

Die Pausenflächen der Schulen St. Michael bleiben auch nach der baulichen Umgestaltung großzügig, selbst das Dach der neuen Sporthalle (vorne) ist begrünt und als Pausenhof nutzbar.Foto: Erzbistum Paderborn Die neue Grundschule sei keine „klassische Flurschule“: „Sie bietet auf zwei Lernetagen ‚Heimaten‘ für vier Jahrgänge zum Lernen, Essen, Ruhe finden und zur Kommunikation“, führte der Architekt aus. Darunter befinden sich in einer tieferen Ebene die Verwaltungsräumlichkeiten mit Blick auf das Paderquellgebiet. „Als Architekturbüro waren wir in der Entstehung dieser Schule von der Konzeptentwicklung bis zur Realisierung beteiligt. Das ist in dieser Form vorbildlich. Spannend war dabei die Beteiligung von Lehrern, Schülern und Eltern aus den beiden Bestandsschulen, woraus etwa die Impulse für den Bau des Musikforums erwachsen sind, ebenso wie das begehbare Dach der neuen Sporthalle“, skizzierte Prof. Hausmann den Prozess der Konzeptentwicklung.

Die neue Grundschule geht entsprechend der Planungen zum Schuljahr 2019/2020 an den Start. Der Baubeginn für die neue Grundschule sowie die neue Sporthalle ist für den Sommer 2018 vorgesehen. Im Anschluss wird die bestehende Sporthalle der Schulen St. Michael abgerissen und an ihrer Stelle das neue Musikforum errichtet. Gleichzeitig wird der naturwissenschaftliche Trakt der Schulen saniert werden. Bis die neue Grundschule fertig und bezugsfertig ist, werden die ersten Schüler, die sich für die neue Schule anmelden, für eine Übergangsfrist von voraussichtlich einem Jahr in der Busdorfschule unterrichtet. 

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