„Den eigenen Weg so gehen, wie ihn Jesus gegangen wäre.“

Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker

Erzbischof Hans-Josef Becker beauftragte vier Frauen zum Dienst als Gemeindereferentin im Erzbistum Paderborn. „Lass sie zum Segen für andere werden“, sagte er im Segensgebet. V.l.n.r.: Jennifer Schmelzer, Bettina Aust, Janine Hellbach, Judith Temme.pdp / Thomas ThroenlePaderborn, 23. September 2017. Vier Frauen feierten am Samstag in einem Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Hohen Dom zu Paderborn ihre bischöfliche Beauftragung zum Dienst als Gemeindereferentin im Erzbistum Paderborn. Mit der Pastoralen Beauftragung endet für Bettina Aust (Unna / Letmathe), Janine Hellbach (Dortmund), Jennifer Schmelzer (Siegen) und Judith Temme (Bad Lippspringe / Hamm) die Zeit ihrer Ausbildung und Berufseinführung. Als Angestellte des Erzbistums Paderborn arbeiten sie von nun an hauptberuflich in den Pastoralverbünden und Pastoralen Räumen. „Als Christen sind wir berufen, den Weg Jesu fortzusetzen, den eigenen Weg so zu gehen, wie ihn Jesus selbst wohl gegangen wäre“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt.      

Christsein bedeute, in die Fußspuren Jesu einzutreten und die von Jesus gelegte Lebensspur fortzuschreiben, führte der Paderborner Erzbischof im feierlichen Gottesdienst aus. Es gehe zunächst darum, die Spuren Jesu zu studieren, sie verstehen und deuten zu lernen, „Jesu Spuren, wie sie uns in den Erzählungen und Deutungen der Evangelien überliefert sind, wie sie aber auch aufleuchten in den vielfältigen Lebensentwürfen von Menschen, die in überzeugender Weise den Weg Jesu nachgegangen und uns darin vorausgegangen sind.“ Ebenso wichtig sei es, Jesu Spuren im eigenen Leben aufzuspüren und zu deuten: die Erfahrung von Heil, von gelingenden Beziehungen, von Treue, von innerer Freiheit und Aufrichtigkeit. Auf diese Weise erhalte die Person Jesu Christi ein klares Profil.  

Einzeln treten die Gemeindereferentinnen vor Erzbischof Hans-Josef Becker, der sie zum seelsorglichen Dienst in den Pastoralverbünden und Pastoralen Räumen sendet, hier Janine Hellbach. Im Hintergrund: Jennifer Schmelzer und Bettina Aust.pdp / Thomas ThroenleErzbischof Becker sagte zu den Gemeindereferentinnen: „Ich möchte Sie dazu ermutigen, im kirchlichen Dienst, in den Sie heute gesandt werden, zuerst und vor allem ‚Spurensucher‘ und damit auch ‚Wegbereiter‘ zu sein.“ Dies bedeute vor allem, selbst „geistliche Menschen“ zu sein und immer mehr zu werden. Die Fruchtbarkeit und innere Freude des Dienstes hänge wesentlich mit der persönlichen Bereitschaft zusammen, sich vom Wort Gottes und von Gottes Gegenwart in den Sakramenten berühren zu lassen. „Lassen Sie also nicht darin nach, im persönlichen Gebet, in der Mitfeier der Sakramente, in geistlicher Begleitung und Einkehr immer mehr der Spur Jesu Christi zu folgen und in seine Fußstapfen zu treten“, so Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Predigt.  

Im Anschluss an die Predigt stellte Andrea Jansen vom Referat Berufseinführung Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn die neuen pastoralen Mitarbeiterinnen vor und bat anschließend Erzbischof Hans-Josef Becker, deren öffentliche Bereitschaftsbekundung zum seelsorglichen Dienst entgegen zu nehmen.  

Die neuen Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten des Erzbistums Paderborn stellten sich nach dem Gottesdienst zum Erinnerungsfoto mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Hochchor des Paderborner Dom auf. V.l.n.r.: Judith Temme, Janine Hellbach, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bettina Aust, Jennifer Schmelzer.pdp / Thomas Throenle„In jeder liturgischen Feier begegnen wir dem lebendigen Gott, der uns das Leben in Fülle verheißt. Ihm danken wir für alles, was wir im Leben geschenkt bekommen haben; auf ihn setzen wir unsere Hoffnung in Zeit und Ewigkeit. Ihm bringen wir dar, was er selbst uns geschenkt hat, alle unsere Stärken und Fähigkeiten; vor ihn tragen wir unsere Freuden und Sehnsüchte, aber auch unsere Schwächen und Ängste. In seinem Dienst wollen wir stehen. Wir bringen mit unsere Begegnungen und Beziehungen, unser Wissen, das wir im Studium erworben, und unsere Erfahrungen, die wir mit den Menschen in den Gemeinden gemacht haben. Wir vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben und im seelsorglichen Dienst als Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten.“ Mit diesen Worten bekundete Bettina Aust stellvertretend für ihre Kolleginnen gegenüber Erzbischof Becker die Bereitschaft zum seelsorglichen Dienst.  

„Als Getaufte und Gefirmte haben Sie Anteil am gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen. Die Mitte Ihres Dienstes und Ihres ganzen Lebens ist Jesus Christus“, antwortete Erzbischof Hans-Josef Becker und fragte dann die zukünftigen Seelsorgerinnen nach ihrer Bereitschaft zur Übernahme des Dienstes als Gemeindereferentin: „Sind Sie bereit, die Gaben des Heiligen Geistes, die Sie in Taufe und Firmung empfangen haben, in Ihrem Dienst als Gemeindereferentinnen einzusetzen? Sind Sie bereit, unter der Leitung des Bischofs und in Zusammenarbeit mit den Priestern, Diakonen und allen Getauften am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken? Sind Sie bereit, durch das Hören auf das Wort Gottes und den Empfang der Sakramente in der Liebe zu Gott zu wachsen und diese Liebe an die Menschen weiterzugeben?“. Die Gemeindereferenten antworteten jeweils mit „Ich bin bereit!“.  

Andrea Jansen vom Referat Berufseinführung Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Erzbischöflichen Generalvikariat stellte die neuen pastoralen Mitarbeiterinnen vor, die sich im Altarraum aufgestellt hatten.pdp / Thomas ThroenleIm Anschluss wurde gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen. Mit den Worten „Der dreifaltige Gott ist der Grund, aus dem wir leben. Um ihn in Wort und Tat den Menschen zu verkünden und so den Glauben an ihn zu bezeugen, wurde Ihnen durch Erzbischof Hans-Josef Becker die Pastorale Beauftragung erteilt und die Missio Canonica verliehen“, bestätigte der Paderborner Erzbischof die Bereitschaftserklärungen der Gemeindereferenten. Die Sendung wurde bekräftigt per Handschlag zwischen Erzbischof Becker und jeder Gemeindereferentin und den Worten „Sie sind gesandt als Gemeindereferent. Gott selbst vollende das gute Werk, das er in Ihnen begonnen hat“.  

Ein von Erzbischof Becker gesprochenes Segensgebet folgte: „Lebendiger Gott, in Taufe und Firmung hast du diese Frauen mit dem Reichtum deiner Gaben beschenkt. Du hast sie als Gemeindereferentinnen in die Nachfolge deines Sohnes berufen. Segne sie für ihren Dienst in deiner Kirche. Entflamme ihre Herzen mit jenem Feuer, das in vielen Zungen auf die Jünger herabkam und entfache in ihnen immer neu die Liebe zu dir und den Menschen, zu denen sie gesandt sind. Eine sie im Glauben, lenke ihre Schritte auf den Weg des Friedens und lass sie zum Segen für andere werden“.  

Ein besonderes Erlebnis: Messdienerinnen und Messdiener aus der Gemeinde Herz Jesu in Niederdielfen dienten im Pontifikalamt mit Erzbischof Becker.pdp / Thomas ThroenleZahlreiche Angehörige, Freunde und Gemeindemitglieder nahmen am feierlichen Gottesdienst im Paderborner Dom teil. Der Text der Lesung wurde im Gottesdienst von Janine Hellbach vorgetragen, Sara-Maria Blaschke sprach die Fürbitten. Jennifer Schmelzer bat um die Kollekte für die Fazenda da Esperanca in Sundern-Hellefeld und das Marienhospiz „Louise von Marillac“ bei der Wallfahrtskirche Eremitage zwischen Siegen und Wilnsdorf. Judith Temme bedankte sich am Ende des Gottesdienstes im Namen der Kolleginnen für die erfahrene Weggemeinschaft in Familie, Freundeskreis, Gemeinden und Ausbildung. Domvikar Hans Jürgen Rade konzelebrierte im Gottesdienst, der musikalisch durch Christian Nolden an der Orgel und die Band „Junge Kirche“ aus Belecke gestaltet wurde. Messdienerinnen und Messdiener aus der Gemeinde Herz Jesu in Niederdielfen dienten im Pontifikalamt.  

Folgende Seelsorgerinnen feierten die Beauftragung für den Dienst als Gemeindereferentin:  

  • Bettina Aust, Heimatgemeinde: Herz Jesu in Unna-Königsborn, eingesetzt im Pastoralverbund Letmathe.
  • Janine Hellbach, Heimatgemeinde: St. Clemens in Dortmund-Brackel, eingesetzt in den Pastoralverbünden Dortmund-Mitte-Südwest, Dortmund-Mitte-Ost, Heiliger Weg und der Pfarrei St. Johannes Baptist in Dortmund.
  • Jennifer Schmelzer, Heimatgemeinde: St. Peter und Paul in Siegen, eingesetzt im Pastoralen Raum Pastoralverbund Südliches Siegerland.
  • Judith Temme, Heimatgemeinde: St. Martin in Bad Lippspringe, eingesetzt im Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten  

Stichwort: Gemeindereferentinnen / Gemeindereferenten

Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten arbeiten in den Pastoralverbünden und Pastoralen Räumen des Erzbistums Paderborn. Im Rahmen einer Vielzahl pastoraler Aufgaben in den Bereichen der Verkündigung, Liturgie und Diakonie werden Schwerpunkte gesetzt: In der Sakramentenvorbereitung (Taufe, Erstbeichte, Erstkommunion, Firmung, Ehe), in der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, in Seniorenarbeit und Besuchsdiensten, je nach der Situation des Pastoralverbundes und Pastoralen Raumes. Die Ausbildung beginnt mit dem Studium der Katholischen Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Paderborn. Eine dreijährige Berufseinführung als Gemeindeassistentin und Gemeindeassistent folgt im Anschluss an das Studium.