40 Jahre „Raum für Begegnungen“ ermöglicht

Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn feiert beim Diözesantag rundes Jubiläum

Die Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn feierten auf ihrem diesjährigen Diözesantag das 40-jährige Bestehen ihrer Berufsgemeinschaft.Foto: pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 19. September 2017. Auf den Tag genau 40 Jahre ist es her, dass die Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn bei ihrem ersten Diözesantag gegründet wurde. Heute  begingen die Pfarrhaushälterinnen bei ihrem diesjährigen Diözesantag somit das 40-jährige Gründungsjubiläum. Erzbischof Hans-Josef Becker feierte anlässlich dieses Jubiläums mit rund 30 Pfarrhaushälterinnen aus dem ganzen Erzbistum einen Gottesdienst in der Paderborner Busdorfkirche. „Vor 40 Jahren haben Sie die Initiative ergriffen und sich als Gemeinschaft versammelt, anstatt jede für sich alleine zu bleiben“, sagte Erzbischof Becker im Gottesdienst. Bei der anschließenden Feierstunde im Hotel Aspethera war ebenfalls Gelegenheit, um zurückzublicken und Dank zu sagen.      

Begegnungen seien im Leben wichtig und prägend, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt. Mitten in einer geglückten Begegnung von Mensch zu Mensch geschehe auch eine Begegnung mit Gott. „Heute dürfen wir Gott Dank sagen für 40 Jahre Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen in unserem Erzbistum. Raum für Begegnungen zu ermöglichen: dafür stehen Sie in ganz besonderer Weise. Ein Pfarrhaus muss ganz entscheidend einen Raum bieten für Begegnungen zwischen Mensch und Mensch – und auch hinführen auf die Begegnung von Mensch und Gott in der Kirche“, erklärte der Paderborner Oberhirte. Das gelte für die Priester, aber auch für die Menschen, die mit ihren ganz unterschiedlichen Anliegen ins Pfarrhaus kommen. „Für solchen guten Geist danke ich Ihnen heute ganz ausdrücklich“, so Erzbischof Hans-Josef Becker zu den Pfarrhaushälterinnen.  

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte mit den Pfarrhaushälterinnen einen Dankgottesdienst in der Paderborner Busdorfkirche. V.l.: Dechant Josef Dieste (Geistlicher Beirat der Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn), Erzbischof Hans-Josef Becker und Pfarrer Dietmar Röttger.Foto: pdp/Maria Aßhauer Am Gottesdienst und an der Feierstunde im Hotel Aspethera nahm auch Monsignore Norbert Busch teil, der die Pfarrhaushälterinnen 32 Jahre lang geistlich begleitet hatte. Auch Pfarrer Dietmar Röttger, Pastor Martin Göke und Pfarrer i. R. Hans-Josef Rüsing waren zum Jubiläum gekommen: Sie waren früher als Regionalvikare für die Begleitung der Pfarrhaushälterinnen zuständig.  

Bei der Feierstunde im Hotel Aspethera richtete Elisabeth Niedieker, Diözesansprecherin der Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn, den Blick zurück auf die Geschichte der Berufsgemeinschaft. Beim ersten Diözesantag im September 1977 sei die Gründung der Berufsgemeinschaft mit rund 400 Teilnehmerinnen beschlossen worden. Erstes Ziel sei die  Sorge um die Aus- und Weiterbildung der Pfarrhaushälterinnen gewesen, aber auch die Pflege der Gemeinschaft mit der besonderen Sorge um alte und kranke Kolleginnen, erinnerte Elisabeth Niedieker. Viele Angebote wie Einkehrtage oder Exerzitien seien in den Folgejahren erarbeitet worden. Auch gemeinsame Wallfahrten, unter anderem nach Rom, hätten gegenseitige Freundschaften gestiftet und Hilfestellungen ermöglicht. Ein besonderer Höhepunkt: 1991 war die Diözesangemeinschaft im Erzbistum Paderborn Gastgeber für die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen.  

Elisabeth Niedieker, Diözesansprecherin der Pfarrhaushälterinnen, blickte in ihrem Grußwort auf die 40-jährige Geschichte der Berufsgemeinschaft zurück.Foto: pdp/Maria Aßhauer Die Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn sind inzwischen eine „vielschichtige“ Berufsgemeinschaft: Neben rund 30 Haushälterinnen in Vollzeit gab es 2016 29 Vollzeit-, 24 Teilzeit- und 91 Stundenkräfte. „Eine große Gruppe bilden unsere 214 Rentnerinnen und nicht zu vergessen sind einige sogenannte ‚aktive‘ Rentnerinnen“, erklärt Elisabeth Niedieker. „Die Aufgabe unseres Berufes, den Priester frei zu machen für seine seelsorgliche Arbeit, stellt für jede von uns in ihrer spezifischen Situation besondere Anforderungen. Sich darin zu unterstützen, ist selbstverständlich in einer guten Gemeinschaft.“  

Der Geistliche Beirat der Pfarrhaushälterinnen, Domkapitular Pfarrer Josef Dieste, Dechant des Dekanates Rietberg-Wiedenbrück, warf in seinem Grußwort einen „literarisch-medialen“ Blick auf das Berufsbild der Pfarrhaushälterin und zitierte aus verschiedenen Quellen, was eine Pfarrhaushälterin eigentlich alles zu leisten habe. Das Ergebnis: Pfarrhaushälterin zu sein, ist ein vielfältiger Dienst mit umfassenden Aufgaben – von der Haushaltsführung bis hin zum kritischen Zuhören, etwa in der Predigtvorbereitung. „Ich danke Ihnen, dass Sie für so viele Menschen da sind und wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Beruf mit diesen umfassenden Tätigkeiten auch weiterhin leben können“, gab Dechant Dieste den Pfarrhaushälterinnen mit auf den Weg.  

Einen Gruß aus dem Nachbarbistum überbrachte Karin Fangmann, Diözesansprecherin der Pfarrhaushälterinnen im Bistum Münster: „Wir in Münster durften unser rundes Jubiläum schon feiern. Und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie als Berufsgemeinschaft weiterhin gut zusammenbleiben, auch wenn die Zahl der Mitglieder wie bei uns auch weniger wird.“   Am Nachmittag sorgte Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer für Schmunzeln unter ihren Zuhörerinnen und Zuhörern. Zum Abschluss ihres Diözesantages feierten die Pfarrhaushälterinnen schließlich eine Dankandacht in der Busdorfkirche.