Wir sind „mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt“

Gottesdienst am Gedenktag des Apostels Bartholomäus zur königlichen Würde jedes Menschen

Gottesdienst in der Bartholomäuskapelle In der Bartholomäuskapelle feierten über 100 Gottesdienstteilnehmer das Patrozinium des Apostels Bartholomäus. Dompastor Nils Petrat stellte in seiner Predigt die königliche Würde eines jeden Christen heraus.pdp/Lena Reiher Paderborn, 25. August 2017. Als im 11. Jahrhundert der zehnte Bischof des damaligen Bistums Paderborn, Bischof Meinwerk, von einer seiner Reisen aus Rom zurückkehrte, brachte er vermutlich die Idee mit, dem heiligen Bartholomäus eine Kapelle zu widmen. Diese Kapelle gibt es noch heute. Es ist die 1017 errichtete Bartholomäuskapelle, die zwischen Kaiserpfalz und dem Hohen Dom zu Paderborn steht und deren 1.000-jähriges Jubiläum in diesem Jahr begangen wird. Am Gedenktag des heiligen Bartholomäus, dem 24. August, wurde daher gestern ein besonderer Gottesdienst unter „königlichem Leitgedanken“ in der Bartholomäuskapelle begangen. Anschließend gab es die Möglichkeit der Einzelsegnung der Gottesdienstteilnehmer.

Zelebranten des Gottesdienstes Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Dompastor Nils Petrat feierten den Gottesdienst.pdp/Lena Reiher Der Gottesdienst, der von Dompropst Monsignore Joachim Göbel zelebriert wurde, stand unter einem königlichen, biblischen Leitgedanken aus Psalm 8: „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.“ Im alltäglichen Leben seien sich viele dieses wichtigen Gedankens gar nicht mehr bewusst. „Im Christentum werden nicht nur Einzelne gekrönt und als Könige eingesetzt, sondern alle Getauften gelten als königlich“, erinnerte Dompastor Nils Petrat, der konzelebrierte und die Predigt hielt.

Gottesdienstteilnehmer vor den Türen der Bartholomäuskapelle Ein Teil der Besucher verfolgte den Gottesdienst vor den Türen der Bartholomäuskapelle, wo die Feier des Patroziniums zudem mit einem gemeinsamen Impuls begonnen wurde.pdp/Lena Reiher Im Zentrum der Bartholomäuskapelle waren unter der Installation „Fest-Klang-Krone“ der Künstlerin Christa Henn ein Königsmantel und ein Königsring platziert, um den Leitgedanken des Gottesdienstes zu versinnbildlichen. „Eigentlich müssten wir alle einmal den Königsmantel umgelegt und den Ring angesteckt bekommen, um uns dieser königlichen Würde bewusst zu werden“, fuhr Dompastor Petrat fort. „Zudem sollten wir uns öfter fragen: Welches Leben, welches Handeln ist mit meiner königlichen Würde als Christ vereinbar? Wer hat Macht über mich, über wen übe ich Macht aus?“, fragte er die über 100 Gottesdienstteilnehmer, die gar nicht alle in der kleinen Kapelle Platz finden konnten und deshalb teilweise auch vor der Kapelle Platz genommen hatten.

Den Abschluss dieses besonderen Gottesdienstes bildete das Angebot einer Einzelsegnung. Durch die Salbung mit Salböl und den Worten „Gott hat Dich mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt“ sollte sich jeder Gläubige seiner eigenen königlichen Würde bewusst werden.